mehrere Kinder

Frühe Bildung, Heft 1/2013

Hilde von Balluseck

02.02.2013 Kommentare (0)

Der Schwerpunkt des neuen Heftes dieser einzigen wissenschaftlichen frühpädgogischen Zeitschrift in Deutschland ist das Thema „Kinder in den ersten drei Lebensjahren", dazu gibt es drei Forschungsberichte. Der erste befasst sich mit der Longitudinalstudie ZEPPELIN 0-3. In diesem Projekt soll untersucht werden, ob die Bildungschancen von Kindern aus psychosozialen Risikokontellationen durch eine Intervention ab Geburt erhöht werden können. Erste Ergebnisse verstärken die Hoffnung, dass mit einer intensiven Elternarbeit die Situation der Kinder verbessert wird. – Der zweite Beitrag  beschreibt das Konzept der Sensitiven Responsivität. Dabei handelt es sich um einen Ansatz zur Analyse des pädagogischen Antwortverhaltens in der ErzieherInnen-Kind-Interaktion. – Der dritte Beitrag des Schwerpunkts hat die Bedeutung des Teams für die Interaktionsqualität in Kinderkrippen als Thema. Die VerfasserInnen kommen zu dem Schluss, dass das Team eine große Bedeutung hat.

Dass die Zusammenarbeit mit Eltern direkt nach der Geburt die besten Chancen für eine kindliche Förderung bietet, wissen wir seit langem. Dass sensitive Responsivität, d.h. die Bereitschaft und Fähigkeit, sich auf die kindliche Denk- und Sprechweise einzulassen, für Kinder bedeutsam und für Fachkräfte Erfolg versprechend ist – auch dies ist nicht neu. Und dass die Qualität der Zusammenarbeit im Team eine wesentliche Komponente für die Qualität der Arbeit in Kitas (und nicht nur dort) ist,  ist ebenfalls schon lange bekannt – man muss sich nur die Ergebnisse der betriebssoziologischen Forschungen anschauen.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die ForscherInnen noch nie über längere Zeit in der Kita gearbeitet haben - sonst wüssten sie, was die Fachkräfte wissen. Und so wenig ist das nicht!

Die Relevanz dieser Projekte erscheint fragwürdig. Weitaus tragfähiger – und auch spannender - sind die Beiträge, die in den anderen Rubriken erschienen sind. Da ist der Beitrag von Berrin Özlem Otyakmaz zu „Entwicklungserwartungen deutscher und türkisch-deutscher Mütter von Vorschulkindern“. Dieser Artikel wie auch der Diskussionsbeitrag von Stefan Spieker zur interkulturellen Herausforderung greifen die Probleme auf, die Trägern, LeiterInnen und den Fachkräften in den Kindergruppen unter den Nägeln brennen. Und sie benennen die Probleme nicht nur, sondern zeigen auch Lösungsmöglichkeiten im Rahmen der bestehenden Institutionen auf.

Des Weiteren wird  eine Studie zu Arbeitsmarkt-, Karriere- und Einkommenschancen sowie der Zufriedenheit von Bachelor-AbsolventInnen der Kindheitspädagogik vorgestellt, die von der Weiterbildungsinitiative herausgegeben wurde. Allen Unkenrufen zum Trotz fügen sich Bachelor-AbsolventInnen durchaus in den Kita-Alltag ein. Allerdings sind viele auch unzufrieden mit ihren Einkommen und Aufstiegschancen – ein weiterer Hinweis auf die unzureichende Bezahlung in diesem Sektor der Pädagogik.

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