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Frühe Hilfen: Vernetzung von Angeboten des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe von zentraler Bedeutung

24.01.2020 Kommentare (0)

In ihrem Zwischenruf fordern der Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) und die Bundesstiftung Frühe Hilfen, dass das Gesundheitswesen ein fester Bestandteil der Verantwortungsgemeinschaft in den Frühen Hilfen bleiben muss. Hierzu gehört die Verstetigung der interdisziplinären Arbeit des NZFH. Gesundes Aufwachsen von Anfang an geht nur gemeinsam und dafür ist ein tragfähiges Netzwerk von aufeinander abgestimmten Unterstützungsangeboten unverzichtbar, in dem die medizinische Versorgung und die Kinder- und Jugendhilfe als die zentralen Leistungsbereiche eng und koordiniert zusammenarbeiten.

Die ersten tausend Tage im Leben eines Kindes sind die wichtigste Phase, um die entscheidenden Weichen für eine gesunde Entwicklung eines Menschen zu stellen. Das haben viele wissenschaftliche Disziplinen nachgewiesen: Neurowissenschaften, Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie und nicht zuletzt auch die Gesundheitswissenschaften. Damit es gelingt, diesen Zeitraum für Kinder bestmöglich zu gestalten, ist ein tragfähiges Netzwerk von aufeinander abgestimmten Unterstützungsangeboten unverzichtbar. Hier müssen die medizinische Versorgung und die Kinder- und Jugendhilfe als die zentralen Leistungsbereiche eng und koordiniert zusammenarbeiten. Genau diese Aufgabe erfüllen die Frühe Hilfen.

Frühe Hilfen um die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern nachhaltig zu verbessern

Die Frühe Hilfen unterstützen Familien ab der Schwangerschaft und in den ersten drei Jahren ihrer Kinder mit passgenauen, präventiven Angeboten. Sie werden mittlerweile deutschlandweit in Netzwerken Frühe Hilfen angeboten. Durch die vernetzte Zusammenarbeit wird ein besseres Aufwachsen von Kindern erzielt. Die Leistungen der Frühen Hilfen werden von jungen Eltern flächendeckend gut angenommen und sind dadurch wirksam.

Nationales Zentrum Frühe Hilfen sorgt für Vernetzung

Die Vernetzung auf der Bundesebene wird durch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) – getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) – umgesetzt. Das NZFH hat erheblich dazu beigetragen, die in Deutschland stark gegliederten Leistungssysteme für Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe und Eingliederungshilfe zu einer kooperativen Verantwortungsgemeinschaft vor Ort und auf der Länderebene zu etablieren.

Das NZFH schafft die strukturellen Voraussetzungen für gemeinsames Handeln über die föderalen Grenzen hinweg. Es hat entscheidende Impulse für die Verbesserung der intersektoralen Zusammenarbeit gesetzt und die Fachdisziplinen in eine konstruktive Verständigung über Versorgungs- und Kooperationsziele und entsprechende Qualitätsentwicklungsprozesse gebracht. Der Beirat des NZFH, der von allen relevanten wissenschaftlichen Disziplinen und fachpolitischen Interessenvertretungen in Deutschland getragen wird, hat diesen mehrjährigen Prozess kontinuierlich begleitet und gestaltet.

Verstetigung der interdisziplinären Arbeit des NZFH gefordert

Die fachliche interdisziplinäre Arbeit des NZFH muss verstetigt werden, um die aufgebauten Strukturen und institutionalisierten Prozesse nicht zu gefährden, was nur gelingen kann, wenn das NZFH weiterhin sowohl von dem Gesundheitswesen als auch von der Kinder- und Jugendhilfe in einer Verantwortungsgemeinschaft getragen wird.

Qualitätsentwicklung und -sicherung und die hierin zum Ausdruck kommende Expertise kann auf Dauer nur durch Fachkräfte gewährleistet werden, die in entfristeten Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Diese Voraussetzung ist bislang nur für die eine Hälfte des NZFH erfüllt, indem die Stellen beim DJI entfristet wurden. Das gilt umgekehrt nicht für die Stellen des NZFH in der BZgA. Dies ist umso unverständlicher, da die Finanzierung dieser Stellen durch die Bundesstiftung Frühe Hilfen dauerhaft gesichert ist. Aktuell ist damit die gesamte Struktur des NZFH und somit generell der Frühen Hilfen in der gemeinsamen Verantwortung der Kinder- und Jugendhilfe und des Gesundheitswesens in Frage gestellt.

Die Mitglieder des Beirates des NZFH, der auch die Bundesstiftung Frühe Hilfen berät, fordern den Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn auf, sich in den kommenden Haushaltsverhandlungen dafür einzusetzen, dass das NZFH in seinen bestehenden Strukturen dauerhaft sichergestellt wird.

Weiterführende Informationen

Der Zwischenruf als PDF (324 KB) ist auf den Seiten des NZFH downloadbar.

Das NZFH unterstützt Institutionen und Fachkräfte dabei, bedarfsgerechte Angebote insbesondere für Familien in belastenden Lebenslagen zu entwickeln und trägt damit dazu bei, die Rechte von Kindern auf Schutz, Förderung und gesellschaftliche Teilhabe durchzusetzen. Weiterführende Informationen zum Nationalen Zentrum Frühe Hilfen sind zu finden unter: www.fruehehilfen.de.

Die Bundesstiftung Frühe Hilfen fördert dauerhaft die Netzwerke Frühe Hilfen und stellt die Unterstützung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern sicher.

Quelle: Beirat des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen und der Bundesstiftung Frühe Hilfen vom 17.01.2020 / kindergesundheit-info.de, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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