zwei U3 Kinder

Frühe Hilfen zum gesunden Aufwachsen von Kindern I

25.05.2011 Kommentare (0)

Das Bundesgesundheitsblatt hat in seiner Ausgabe 10/2010 den Schwerpunkt Frühe Hilfen. Hier sind einige Abstracts. 

Ilona Renner (Nationales Zentrum Frühe Hilfen):

Zugangswege zu hoch belasteten Familien über ausgewählte Akteure des Gesundheitssystems. Ergebnisse einer explorativen Befragung von Modellprojekten Früher Hilfen

Die projektübergreifende Darstellung ausgewählter Ergebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen zur Kooperation zwischen Anbietern Früher Hilfen und niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten und Hebammen basiert auf einer explorativen schriftlichen Befragung der zehn Modellprojekte, die im Rahmen des Aktionsprogramms "Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme" der Bundesregierung wissenschaftlich begleitet werden. Die Auswertung zeigt, dass die Zusammenarbeit mit freiberuflichen Hebammen aus Sicht der Modellprojekte Erfolg versprechend ist. Demgegenüber sollten die Bedingungen für eine verstärkte Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten noch optimiert werden.

Alexandra Sann (Nationales Zentrum Frühe Hilfen), Detlef Landua (Deutsches Institut für Urbanistik)

Systeme Früher Hilfen: Gemeinsam geht’s besser! Ergebnisse der ersten bundesweiten Bestandsaufnahme bei Jugend- und Gesundheitsämtern

Die bundesweite Bestandsaufnahme wurde vom Deutschen Institut für Urbanistik im Auftrag des NZFH durchgeführt und läuft seit Juli 2008. Ziel der vorgestellten Untersuchung ist die Erfassung und Beschreibung des Entwicklungsstandes kommunaler Systeme Früher Hilfen in der Bundesrepublik Deutschland. So gut wie alle teilnehmenden Jugendämter und eine große Mehrheit der teilnehmenden Gesundheitsämter geben an, den Auf- und Ausbau Früher Hilfen aktiv voranzutreiben, die meisten sind dabei auch Teil eines ressortübergreifenden Netzwerks. Vertraglich gesicherte, verpflichtende Kooperationen sind jedoch – entsprechend den gesetzlichen Vorgaben – weitgehend auf das System Jugendhilfe beschränkt. Die Untersuchungsergebnisse machen den Optimierungsbedarf deutlich.

Heinz Kindler (Nationales Zentrum Frühe Hilfen)

Risikoscreening als systematischer Zugang zu Frühen Hilfen. Ein gangbarer Weg?

Verfahren des Risikoscreenings verfolgen das Ziel, unter Bedingungen von Freiwilligkeit möglichst systematisch Familien zu identifizieren, die von intensiveren Angeboten Früher Hilfe in besonderer Weise profitieren können. Entsprechende Screeningverfahren können sich auf eine Reihe internationaler Längsschnittstudien zu Vorhersagefaktoren früher Gefährdung stützen. In Deutschland befinden sich entsprechende Verfahren noch in der Entwicklung bzw. wissenschaftlichen Prüfung, auch wenn erste Praxiserfahrungen im Rahmen von Modellversuchen positiv ausgefallen sind. Der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, dass Screeningverfahren im Bereich Früher Hilfen einen gangbaren Weg darzustellen, sofern Stigmatisierungseffekte vermieden werden können und teilnehmende Familien auch über die Verhinderung von Gefährdung hinaus profitieren.

Ute Thyen (Universitätsklinikum Lübeck, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin; Wissenschaftlicher Beirat im Nationalen Zentrum Frühe Hilfen)

Kinderschutz und Frühe Hilfen aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin

Im Gesundheits-, Sozial- wie auch Bildungswesen werden zunehmend Forderungen nach präventiven Strategien artikuliert, die der Verbesserung des Schutzes von Kindern und ihrer Entwicklungs- und Bildungschancen dienen sollen. Die vielfältigen Entwicklungsbedürfnisse von Kindern und die komplexe Beeinflussung durch Kontextfaktoren machen es erforderlich, dass die genannten drei Bereiche ihre Angebote und Maßnahmen integrieren und jeweils auf die besonderen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes abstimmen. Anhand eines Fallbeispiels werden im vorliegenden Beitrag Probleme bei der Gestaltung von Schnittstellen zwischen Jugendhilfe, Sozialhilfe und Gesundheitswesen aufgezeigt und analysiert. Es zeigt sich, dass eine systemische Sicht auf die Aufgaben und professionelle Selbstverständnisse von Hilfesystemen erforderlich sind, um eine effiziente und nachhaltige gesundheits- und sozialpolitische Planung zu unterstützen.

Hier der ÜÜberblick über sämtliche Beiträge, die Sie alle herunterladen können unter http://www.fruehehilfen.de/wissen/bundesgesundheitsblatt-nr-102010/

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