mehrere Kinder

Gute Bildung muss für alle Kinder zugänglich sein

07.05.2026 Kommentare (0)

Berlin, den 7. Mai 2026. Am kommenden Montag, den 11. Mai 2026, ist Tag der Kinderbetreuung. Ein guter Anlass, um den pädagogischen Fachkräften in Kitas und Tagespflegeeltern Danke zu sagen. Dafür, dass sie Kinder jeden Tag dabei begleiten, Neues auszuprobieren, eigene Erfahrungen zu machen, sich in der Gruppe zu erleben, Konflikte zu meistern. Von guter Kindertagesbetreuung profitieren Familien nur dann, wenn ihre Kinder auch eine Kita oder die Kindertagespflege besuchen. Der Zugang ist aber vielerorts beschränkt.

Zwar besteht seit 2013 in Deutschland ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kitaplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr – unabhängig davon, ob Eltern arbeiten, welches Einkommen sie haben oder welche Sprache sie sprechen. Dennoch beeinflussen diese und andere familiäre Aspekte immer noch stark, ob und wann Kinder eine Betreuung besuchen und wie gut sie gefördert werden.

Die aktuelle Studie „Wann soziale Ungleichheiten entstehen – Analyse sozialer Ungleichheitsmuster von der Geburt bis zum Studieneintritt“ des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe zeigt: Um den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu entkoppeln, sei es notwendig, Kindern, die die Kita am nötigsten haben, auch einen Platz zu sichern.

Dass dies in der Realität nicht der Fall ist, ist das Ergebnis einer Untersuchung in NRW, die die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) erst kürzlich durchgeführt hat. DKJS-Expertin Judith Strohm analysierte, welche Familien unter welchen Bedingungen einen Kitaplatz erhalten – und welche nicht. „Der Wunsch, dass das eigene Kind eine Kita besucht, ist über alle sozialen Gruppen hinweg ähnlich groß. […] Trotzdem entscheidet vielerorts die Herkunft über Zugangschancen und es entsteht schon an einem sehr frühen Punkt im Leben von Kindern Bildungsungerechtigkeit“, so das Fazit von Judith Strohm. Schon in der Kita werden die Unterschiede sichtbar, zum Beispiel am Wortschatz der Kinder, die sich dann in der Schule verfestigen.

Zugangsbarrieren abbauen
Um das zu verändern, müssten strukturelle Hürden abgebaut werden, wie der Mangel an Kitaplätzen oder die Intransparenz über das System Kita. „Konkret probieren Kommunen häufig neue digitale Formate, wie zum Beispiel Erklärvideos oder Podcasts über das Kitasystem vor Ort, aus. Auch gehen die Mitarbeitenden zentraler Familienbüros verstärkt dorthin, wo Eltern sich aufhalten, und verankern ihre Angebote in den Stadtteilen“, sagt Strohm. Einen Automatismus, dass sich allein durch die Entspannung bei den Kitaplätzen etwas ändern wird, sieht die DKJS-Expertin jedoch nicht.

Von einer gerechteren Platzvergabe über die Zusammenarbeit mit den Frühen Hilfen bis hin zu Antidiskriminierung – unterschiedliche Lösungsansätze wurden beim Kita-Symposium des Paritätischen Gesamtverbands am 4. und 5. Mai in Berlin diskutiert. Die DKJS war Mitorganisatorin und Eva Wingerter-Knoke, Expertin der Frühen Bildung, berichtet: „Das Kita-Symposium konnte die vielfältigen Ebenen und Perspektiven bündeln und die Basis für wichtige Allianzen bilden. Gemeinsame Herausforderungen und lösungsorientierte Ansätze konnten identifiziert werden. Nun müssen auch die Ressourcen geschaffen werden, damit kein Kind zurückbleibt."

Links

„Wann soziale Ungleichheiten entstehen – Analyse sozialer Ungleichheitsmuster von der Geburt bis zum Studieneintritt“ Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi):
https://www.lifbi.de/de-de/Start/Aktuelles-Medien/Neuigkeiten/details/gleiche-leistung-ungleiche-chancen

„Kinder haften für ihre Eltern“ – Interview mit Judith Strohm, Expertin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS): https://www.dkjs.de/kinder-haften-fuer-ihre-eltern/

„Kitas sind Bildungsorte, aber keine Schulen“ – DKJS-Themenjournal:www.dkjs.de/themenjournal/kitas-sind-bildungsorte-aber-keine-schulen/#qualitaet

Tag der Kinderbetreuung: www.deutscher-kita-preis.de/tag-der-kinderbetreuung/


Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH


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