mehrere Kinder

In der Schule stinkt es

Hilde von Balluseck

17.11.2012 Kommentare (0)

Die Grundschultoiletten in Berlin sind ein Skandal. "Schultoiletten werden zum Fall für Entwicklungshilfe", so lautet die Überschrift des Artikels, den wir im heutigen Tagesspiegel auf Seite 13 entdecken. und was man da liest, ist kaum zu glauben:

Der Gestank der Toiletten in einer Grundschule in Reinickendorf reicht bis auf den Flur. Die Kinder müssen Handtücher und Seife aus dem Klassenzimmer mitbringen, oft fehlt Toilettenpapier. Die Türen lassen sich nicht immer schließen. Dass es kein warmes Wasser gibt, finde ich nicht schlimm, aber dass für 33 Kinder nur zwei Toiletten vorhanden sind, so dass in der Pause nicht jedes Kind auf die Toilette kann, ist für die Kinder wie für die LehrerInnen, die die Kinder im Unterricht auf die Toilette gehen lassen müssen, eine Belastung. Es sind Zustände wie in einem armen Land. Und tatsächlich ist eine Dritte-Welt-Organisation, die German Toilet Organization, angerufen worden, weil SchülerInnen und Eltern um Hilfe bitten. Bei einer Befragung dieser Organisation gaben 11 Prozent der Kinder an, nie in der Schule auf die Toilette zu gehen, 64 Prozent "nur im Notfall".

Das arme Berlin müsste also einiges investieren, damit die Kinder akzeptable sanitäre Verhältnisse vorfinden. Geschätzt wird ein Betrag von einer Milliarde Euro für alle Schulen.

Für fehlerhafte Leistungen beim Flughafenbau, für Vorstandsgehälter ohne Ende - für all diesen Blödsinn ist genug Geld da. Aber für die Rahmenbedingungen der Bildung unserer Kinder reicht es hinten und vorne nicht.

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.