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Studentin im Hörsaal

Initiative Trau dich zur Prävention sexuellen Kindesmissbrauchs in Hamburg

03.07.2017 Kommentare (0)

Kinderrechte, körperliche Selbstbestimmung und Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Kinder – darum geht es bei „Trau dich!“, der bundesweiten Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Zentrales Element der Initiative ist das gleichnamige Theaterstück. Nach zwei Jahren der Kooperation von „Trau dich!“ mit dem Bundesland Hamburg ist das Theaterstück heute zum vorerst letzten Mal vor Ort zu sehen. Rund 840 Schülerinnen und Schüler kommen dafür mit ihren Lehrkräften in das Ernst-Deutsch-Theater. Anlässlich der Theateraufführung treffen sich auch die BZgA und die Hamburger Kooperationspartnerinnen und -partner von „Trau dich!“, um Bilanz zu ziehen und zu besprechen, wie es weitergeht. 
„Der Schutz unserer Kinder vor sexualisierter Gewalt ist eine Aufgabe, der wir uns dauerhaft gemeinsam annehmen müssen“, erklärt Bundesfamilienministerin Katarina Barley. „Mit der Präventionsinitiative ‚Trau dich!‘ ist ein wichtiger Baustein für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in Hamburg erfolgreich umgesetzt worden. Wir dürfen in unseren Anstrengungen aber nicht nachlassen. Es ist wichtig, dass Eltern und Lehrkräfte sensibilisiert sind, wenn es um Kinderschutz geht und wissen, wie sie zu handeln haben und an wen sie sich wenden können.“
Mit insgesamt 14 Theateraufführungen in verschiedenen Hamburger Bezirken hat „Trau dich!“ 3.987 Mädchen und Jungen aus den 3. und 4. Schulklassen direkt erreicht. 199 Lehrkräfte von 50 Schulen wurden in Fortbildungsveranstaltungen zum sexuellen Missbrauch qualifiziert, um das Thema im Unterricht zu behandeln. In 50 Elternabenden informierten sich 1.100 Mütter und Väter über den richtigen Umgang mit diesem schwierigen Thema.
„Trau dich!“ wurde im Juni 2015 unter der Schirmherrschaft von Schulsenator Ties Rabe gestartet. Dieser betont heute zur Erfolgsbilanz: „Alle Kinder und Jugendlichen verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in der Schule. Oft sind Lehrerinnen und Lehrer diejenigen, die ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den ihnen anvertrauten Kindern haben. Insofern sind sie häufig ihre ersten Ansprechpartner. Das Theaterstück ‚Trau dich!‘ ermöglichte vielen Kindern aus den beteiligten Schulklassen, auch über das Thema sexualisierte Gewalt mit ihren Lehrkräften zu sprechen. Über diesen positiven Weg können wir Kinder schützen und ihr Umfeld sensibilisieren.“ 
Vor allem die große Nachfrage der Schulen, die Zufriedenheit mit den Begleitveranstaltungen sowie die erhöhte Bekanntheit der lokalen Beratungsstellen zeigen den Erfolg der Initiative in Hamburg. Durch mehrsprachige Flyer für Eltern erreicht „Trau dich!“ auch Familien mit Migrationshintergrund.
„Mit ‚Trau dich!‘ sprechen wir auch und vor allem die Erwachsenen an: Trau dich, Verantwortung zu übernehmen, zu handeln und offen mit deinem Kind über das Thema zu sprechen“, erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Den Erfolg unserer Initiative in Hamburg haben wir vor allem den Einrichtungen vor Ort zu verdanken. Alle Beteiligten werden die wichtige Botschaft von ‚Trau dich!‘ in Hamburg weiter verbreiten. Die Präventionsarbeit vor Ort wird fortgesetzt.“
Sozialsenatorin Melanie Leonhard erklärt: „Die Prävention von sexuellem Missbrauch ist für mich als Kinder- und Jugendsenatorin ein wichtiges Anliegen. Ich freue mich deshalb sehr über den Erfolg von ‚Trau dich!‘. Die Sozialbehörde wird sich auch in Zukunft weiter gemeinsam mit den von uns geförderten Trägern gegen sexuellen Missbrauch engagieren.“
„Trau dich!“ wurde im November 2012 auf Bundesebene ins Leben gerufen. Eltern und pädagogische Fachkräfte finden alle Informationen unter www.trau-dich.de/multiplikatoren.
Für Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren bietet „Trau dich!“ neben dem Theaterstück altersgerechte Informationen über sexuellen Missbrauch und Kinderrechte – unter anderem auf dem Online-Portal www.trau-dich.de.
Darüber hinaus möchte die Initiative zur besseren Vernetzung der Hilfeeinrichtungen in den Bundesländern beitragen und damit die Nachhaltigkeit von Prävention vor Ort stärken.
Bundesweit läuft die Initiative bis Ende 2018. Die BZgA arbeitet bei der Umsetzung eng mit den zuständigen Ministerien der Bundesländer und mit weiteren Partnern zusammen.

Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vom 14.6.2017

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