KED zum OECD-Bildungsbericht 2014: Herkunft darf nicht über Bildung entscheiden
„‘Bildung für alle und von Anfang an‘ ist die Hauptforderung der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED). Und da sind wir immer noch nicht am Ziel, wenn wir die Auswertung des OECD-Bildungsberichts 2014 betrachten“, sagte die Bundesvorsitzende der KED, Marie-Theres Kastner MdL a.D., angesichts der am 9. September vorgestellten Studie.
„Die hohen Abschlussquoten im Sekundarbereich II, die überdurchschnittlich hohe Zahl der Kinder in Kitas und Krippen und die enorm hohen Bildungsausgaben Deutschlands im internationalen Vergleich, dürfen nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die sowohl die OECD-Studie als auch der 5. Nationale Bildungsbericht benennen.“, erläuterte Kastner und führte weiter aus: „Noch immer wird festgestellt, dass die Heranwachsenden aus schwierigen sozialen Verhältnissen überdurchschnittlich benachteiligt sind. Das ist durchaus beschämend für Deutschland, zumal Chancengerechtigkeit ein Grundprinzip unserer Demokratie ist. Wir haben immer noch nicht die richtigen Wege installiert, um diese Kinder und Jugendlichen gezielt zu fördern, damit sie eine echte Chance im späteren Leben haben.
Des Weiteren dürfen die hohen Bildungsausgaben nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ziel, 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung auszugeben, nicht erreicht wurde. Der Ausbau der Kinderbetreuung durch die öffentliche Hand und die hohe Beteiligung an frühkindlicher Bildung in Deutschland ist erfreulich; die Freude hält sich aber in Grenzen, weil eine gute Qualität nicht immer gewährleistet wird. Hier meldet der 5. Nationale Bildungsbericht Nachbesserungsbedarf an.“
Ein weiteres Problem sieht die OECD-Studie beim langsamen Zuwachs der Studenten. „Ob die Steigerung dieser Zahlen der richtige Weg für die Zukunft unserer Gesellschaft ist, wage ich zu bezweifeln“, betonte Kastner. „Immerhin verfügen wir über ein vorbildliches duales Ausbildungssystem. Diese zweite wichtige Säule unseres Bildungssystems ist ein Grund für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit Deutschlands im europäischen Vergleich. Das empfohlene Bildungsziel ‚Studium‘ sollte lieber dem Ziel weichen, Kindern alle Entfaltungsmöglichkeiten entsprechend ihren Fähigkeiten und Wünschen zu bieten. Das würde auch die Eltern von dem hohen Druck befreien, ihre Kinder unbedingt auf ein Gymnasium zu schicken. Eine ‚Akademisierung‘ möglichst vieler junger Menschen ist kein Garant für Wirtschaftswachstum. Unsere Wirtschaft braucht Akademiker, sie braucht aber auch dringend Fachkräfte und Techniker.“
Quelle: Pressemitteilung der Katholischen Elternschaft Deutschlands vom 11.9.2014

