Kinder brauchen Kommunikation, aber wie?
In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Early Years werden wieder Forschungsergebnisse aus verschiedenen Ländern präsentiert, diesmal aus Island, Schweden, Australien, USA und England.
Die Studie aus den USA focussierte auf die Interaktion von Fachkräften ("teachers") mit afroamerikanischen Vorschulkindern aus armen Familien ("low-income"). Zwar wandten sich die Fachkräfte den Kindern einzeln zu, sie beschränkten sich jedoch auf Fragen, auf die kurze Antworten erfolgten, anstatt mit den Kindern in ein interaktives Gespräch zu treten. Die Forscherinnen Jennifer J. Chen und Sonja de Groot Kim weisen darauf hin, dass damit die Sprachentwicklung der Kinder zu wenig gefördert wird - obgleich die Fachkräfte über einen Bachelor-Degree verfügten. Die akademische Qualifikation als solche bringt es also nicht!
Eine Studie aus Australien befasst sich mit dem Konflikt, der zwischen migrierten Eltern (in diesem Fall: chinesischen) und Fachkräften entsteht, wenn die Fachkräfte auf die Förderung der Muttersprache bestehen, die Eltern aber verlangen, dass ihren Kindern allein die Sprache der Mehrheitsgesellschaft vermittelt wird. Fünf australische Fachkräfte wurden zu ihrem Umgang mit diesem Thema interviewt. Wichtig ist, dass die Fachkräfte ihre Einstellungen und ihr Vorgehen den Eltern erklären können.
Eine weitere Studie aus Australien untersucht, wie sozial benachteiligte Familien ihre Kinder zu stärken versuchen. Insbesondere die Mütter unternehmen erhebliche Anstrengungen, um die Resilienz ihres Kindes zu fördern.
Ein Forschungsprojekt zu den Zielen schwedischer FrühpädagogInnen ergab, dass diese soziale Kompetenzen bei Vorschulkindern für eine wichtige Basis für kognitive Entwicklungen halten. Ebenfalls mit den Einstellungen von und über KindheitspädagogInnen befasste sich eine isländische Studie. Sie ergab, dass sowohl die Fachkräfte sich selbst als auch die Eltern die Arbeit teilweise unterschätzen.

