mehrere Kinder

Kinder sterben für die digitale Welt

Hilde von Balluseck

22.08.2010 Kommentare (1)

Alle folgenden Angaben stammen aus dem Artikel von Oliver Jungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. August 2010 mit dem Titel: Auf der dunklen Seite der digitalen Welt.

Der Osten der Demokratischen Republik Kongo beherbergt Rohstoffe, die für Handys, Laptops und Kameras unentbehrlich sind: Coltran, Zinn und Wolfram. Ca. 25 bewaffnete Gruppen zwingen die Bevölkerung, diese Stoffe unter schrecklichsten Bedingungen abzubauen und vertreiben sie dann zu Dumpingpreisen. Kinder werden zu Kämpfern erzogen. Widerstand der Bevölkerung wird mit dem Niederbrennen ganzer Dörfer, Verstümmelung und/oder Tod bestraft. Die Regierung steht den Rebellen und den Warlords machtlos gegenüber. Von 1998 bis 2008 sind in der Demokratischen Republik Kongo 5,4 Millionen Menschen durch Gewalt oder Kriegsfolgen ums Leben gekommen, der Handel mit den begehrten Rohstoffen ist eine entscheidende Ursache dafür. Und auch jetzt noch sterben monatlich 45000 Menschen, die Hälfte davon Kleinstkinder.

Es gibt mehrere Initiativen, strengere Regeln für den Rohstoffhandel einzuführen und damit den Ankauf von Rohstoffen aus den Krisengebieten zu verhindern. Aber der Glaube von Hilary Clinton, die eine solche Initiative startete, an den Markt "ist mehr als fragwürdig. Gerade der Markt ist ja schuld am erbitterten Wettlauf um die billigsten Rohstoffe".

Was können KonsumentInnen von Handys und Laptops hier tun, um den Gewalttätern fern in Afrika das Handwerk zu legen?  "Die wahre ethische Verantwortung der Konsumenten liegt wohl darin, eine durchgreifende politische Lösung zu fordern: Druck auf die Nachbarländer Kongos ist nötig, auch der Wille, die Handlungsweie der Elektronikkonzerne tatsächlich zu überprüfen und den Ankauf von Hehlerware - um nichts anderes handelt es sich - zu ahnden. Den Worten müssen schnelle effektive Taten folgen, die Schuld wächst Tag für Tag. Vielleicht sollte man sich wünschen, dass unsere sauberen Geräte all das Blut wieder ausschwitzen, das für sie vergossen wurde." Alle Zitate aus dem oben angegebenen Artikel.

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Kommentare (1)

Anke Freitag 31 Januar 2017, 14:28

Die Hersteller von "fairphone" stellen ethisch korrekte Smartphones her.

Viel mehr Menschen sollten sich solche Geräte anschaffen. Sie sind - natürlich - teurer, aber man muss auch nicht jedes Jahr ein neues Smartphone haben.

Es fühlt sich richtig an, ein Handy zu besitzen, das nicht durch Ausbeutung hergestellt wurde!

Anke Freitag

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