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Kinderhilfswerk: Familienministerin Schwesig steht vor großen Herausforderungen

20.12.2013 Kommentare (0)

Das Deutsche Kinderhilfswerk gratuliert der neuen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, ganz herzlich zu ihrer Ernennung durch Bundespräsident Joachim Gauck. Vor dem Hintergrund der bisherigen Zusammenarbeit sieht das Deutsche Kinderhilfswerk eine hohe Fachkompetenz für ihre neue Aufgabe in der Bundesregierung. Dabei steht die neue Familienministerin nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerkes vor großen Herausforderungen. „Das hat natürlich viel mit der Familienpolitik der letzten Jahre zu tun. Die alte Bundesregierung hat hier viele offene Baustellen hinterlassen. Die Gesamtevaluation der ehe- und familienpolitischen Leistungen vor einigen Monaten hat gezeigt, dass die Förderung von Familien an vielen Stellen in die falsche Richtung läuft. Familien werden durch das Steuer- und Abgabesystem sowie in den sozialen Sicherungssystemen übermäßig belastet. Familienförderung muss demgegenüber Voraussetzun gen schaffen, die es Familien ermöglichen, ein eigenverantwortliches Leben mit Kindern zu führen. Dabei sind Mütter, Väter und Kinder in den Blick zu nehmen“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Es muss in den nächsten Jahren aber auch gelingen, die Kinderpolitik aus ihrem Nischendasein herauszuholen und als Querschnittsaufgabe zu verankern. Hier brauchen wir Konzepte, die die Interessen der Kinder konkret benennen und ihre Rechte als einen vorrangigen Gesichtspunkt in den Blick nehmen. Nur so werden wir dem Anspruch gerecht, verantwortlich für die heranwachsenden und zukünftigen Generationen zu handeln“, so Krüger weiter.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes ist auch das Problem der Kinderarmut in Angriff zu nehmen. Hier sind Kindergeld und Elterngeld gute Instrumentarien, die die finanziellen Belastungen von Familien teilweise ausgleichen. Das Ehegattensplitting erfüllt dieses nicht in dem Maße und sollte von daher reformiert werden. „Der Kinderzuschlag ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung der Kinderarmut, muss allerdings reformiert und in eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung münden. Diese soll den allgemeinen und individuellen Bedarfen von Kindern Rechnung tragen und den bestmöglichen Zugang zu Bildung, Freizeit und gesunder Ernährung beinhalten“, so Krüger.

Wichtig ist zudem die Qualität in der Kindertagesbetreuung. Hier brauchen wir Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter sowie ein verbindliches Bildungsprogramm bis zum zehnten Lebensjahr, das auch die Ressourcen und Beteiligungsmöglichkeiten der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Schließlich muss die Familienpolitik stärkere Anstrengungen unternehmen, um den Zeitbedürfnissen von Familien gerecht zu werden. Dazu sollten unter anderem Arbeitszeiten und Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen besser koordiniert und mehr Ganztagsschulen geschaffen werden. Gleichzeitig müssen aber auch über die finanzielle Familienförderung mehr Möglichkeiten geschaffen werden, dass Mütter und Väter auch mit einer Teilzeitstelle den Lebensunterhalt der Familie sicherstellen können.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerks vom 17.12.2013

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