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KinderpflegerIn und ErzieherIn als Schnellqualifizierung – Ist das sinnvoll?

18.08.2022 Kommentare (0)

In den letzten Tagen und Wochen war wieder vermehrt von Seiten der Ministerin, in den sozialen Me- dien und auch in der Presse von Schnellqualifizierungen zur/zum KinderpflegerIn oder ErzieherIn zu lesen. Je nach Bundesland gibt es verschiedene Varianten, wie man die Berufsabschlüsse möglichst schnell erwerben kann, um in Kitas arbeiten zu dürfen. Doch Kurzzeit-Qualifizierungen können einer- seits zu Qualitätseinbußen führen und andererseits dazu, dass Personal, welches eine fundierte Aus- bildung absolviert hat, sich geringgeschätzt fühlt. Außerdem sollte unserer Ansicht nach jeder die glei- chen Chancen auf Bildung bekommen, nicht nur die Kinder, sondern auch das pädagogische Fachper- sonal in seiner Ausbildung.

Gerechtfertigt werden die Schnellqualifizierungen meist mit dem Fachkräftemangel. Doch rechtfertigt der Mangel diese Vorgehensweise? Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, dass eine weniger umfassende Ausbildung genügt? Ist das wirklich der richtige Weg um dem Fachkräftemangel zu begeg- nen? Benötigen wir nicht verstärkt in Zeiten wie diesen, mit solch mangelhaften Rahmenbedingungen unbedingt fundiert ausgebildetes Personal, um möglichst gute Bildungsarbeit, sowie das Kindeswohl gewährleisten zu können? Die Anforderungen und unsere Aufgaben steigen stetig, aber das Ausbil- dungsniveau scheint stetig zu sinken. Für uns passt das nicht zusammen.

All diese Fragen beschäftigen uns regelmäßig in unserer Verbandsarbeit. Wir stehen dabei klar für Qualität in der Ausbildung, gutes Fachwissen, ausreichende Praxiserfahrungen in verschiedenen Ar- beitsbereichen und Praxisbegleitung durch erfahrene AnleiterInnen, die Bedingungen benötigen, die eine gute Begleitung möglich machen. Doch dies ist leider aktuell nicht immer der Fall. Deshalb for- dern wir Verbesserungen. Um noch mehr erreichen zu können, müssen wir uns noch besser organi- sieren und zusammenschließen. Deshalb unterstützen wir auch den Text von Verdi im Sozial- und Erziehungsdienst „In 160 Stunden zur Erzieherin“: https://gesundheit-soziales-bildung.verdi.de/mein- arbeitsplatz/sozial-und-erziehungsdienst/++co++1143f414-3050-11e9-a4fd-525400ff2b0e.

Denn eines ist für uns klar. Es werden ein breites und fundiertes Fachwissendiverse Erfahrungen in der praktischen Arbeit, gute personale FähigkeitenSelbstreflexionTeamfähigkeitSelbstbewusst- sein und viele weitere Faktoren, die in Ausbildungen gelehrt werden benötigt, um qualitativ hoch- wertige Bildungsarbeit in Kitas leisten zu können. Unserer Meinung nach, muss jedem die Möglichkeit geboten werden sich umfassend und ganzheitlich ausbilden zu lassen. Unabhängig davon, ob es sich um den "geradlinigen" Ausbildungsweg oder Quereinstieg handelt. Aus diesem Grund fordern wir nicht nur mehr finanzielle Unterstützung in der Ausbildung, sondern auch neue Wege diese ohne ge- minderter Qualität absolvieren zu können, z.B. durch den Ausbau von Ausbildungskapazitäten in Teil- zeitform. Das sollten uns die pädagogischen Fachkräfte von morgen wert sein. Das würde mehr Wert- schätzung bedeuten, was ein wichtiges Zeichen für ihre künftige Arbeit wäre.

Quelle: Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V.

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