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zwei U3 Kinder

Kissenlandschaft und Kissenwerkstatt. Ein Bewegungskonzept für den Krippenalltag

Maria Thünemann-Albers, Susanne Waller

08.08.2013 Kommentare (0)

Wir übernehmen diesen Beitrag mit freundlicher Genehmigung vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe).

In diesem Beitrag wird ein Bewegungs- und Wahrnehmungskonzept für den Krippenbereich vorgestellt, das von der Idee der Bewegungsbaustelle (Miedzinki) und der Sensorischen Integration (Ayers) sowie dem nicht direktiven psychomotorischen Förderansatz (Volkamer/Zimmer) ausgeht. In dieser Gemengelage kann es sowohl Teil des Raumkonzeptes und Grundlage zur ganzheitlichen Entwicklungsförderung der Krippenkinder als auch Bestandteil des pädagogischen Konzeptes der Einrichtung sein.

Die dafür erforderlichen und selbsthergestellten Materialien wurden über einen langen Zeitraum in der psychomotorisch therapeutischen Arbeit mit zwei bis zwölfjährigen Kindern erprobt und angewandt, bei denen sich Probleme in ihrer Bewegung und Wahrnehmung und oft auch im Verhalten zeigten. Die selbsthergestellten weichen, am Boden liegenden, Materialien ermöglichten ein intensives Spielen (Aucouturier 1998). Im gemeinsamen Dialog zwischen Therapeutin und den Kindern konnte so ein umfangreiches neues Spielrepertoire gesammelt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit diesen Materialien werden sie seit zwei Jahren in der Krippe eines Familienzentrums eingesetzt und erprobt.

Im Folgenden wird kurz der theoretische Hintergrund des Konzeptes sowie ein Beispiel der praktischen Umsetzung vorgestellt. Bisherige Beobachtungen und Erfahrungen der ErzieherInnen mit dieser Form der Spiel- Wahrnehmungs- und Bewegungsmöglichkeiten in der Krippe der KiTa Christ-König in Lingen schließen daran an.

Bewegungsbaustelle und Sensorische Integration

Der Sportpädagoge K. Miedzinski (1980, 1990, 2008) entwickelte vor dreißig Jahren in Anlehnung an den Baukasten Fröbels Materialien und Gegenstände, die  vor allem zum großräumigen Bewegen, Spielen, Bauen und Konstruieren anregen (z.B. Bretter, Holzkästen, Reifen, Styroporquader, Drainagerohre, Matratzen, Wackelbretter etc.) während die Sensorische Integration Jean Ayers (1980) u.a. mit unterschiedlich gefüllten Kissen ganzkörperliche Sinnesanregungen vor allem für die Basissinne (Haut-, Gleichgewichts- und Tiefenwahrnehmung) ermöglichen sollte. Beide Konzepte sind inzwischen sowohl in der Psychomotorik, im Vorschul- und auch immer mehr im Primarbereich etabliert. Materialien beider Konzepte wurden anfangs selbst hergestellt, sind heute aber kommerziell vermarktet und bei diversen Händlern zu erwerben.

Projekt Kissen-Werkstatt

In diesem Projekt könnten Eltern und ErzieherInnen im Sinne Fröbels mit Kopf, Herz und Hand Materialien sichten, sammeln und Kissenobjekte herstellen. Das anschließende gemeinsame Spielen, Toben, Erproben mit den Kleinsten und Jüngsten ermöglicht einen intensiveren körperlich orientierten Dialog zwischen Erwachsenen und Kindern und damit auch, eine erweiterte und unterstützende Form der Beziehung. Das am Boden auf gleicher Augenhöhe stattfindende Spielen, Bewegen und Wahrnehmen mit allen Sinnen fördert neben dem Spaß die ganzheitliche physische und psychische Entwicklung des Krippenkindes.

Professionalisierung - Raumgestaltung – Eltern als Partner

Neben ihrer erweiterten Professionalisierung für die Arbeit mit Krippenkindern müssen sich die ErzieherInnen heute gleichzeitig mit der Einrichtung und Gestaltung der Räume für diese Zielgruppe auseinandersetzen und den Raum als „dritten Erzieher“ unbedingt einbeziehen.

Natürlich hat der Markt schnell auf die neue gesetzlich abgesicherte Neuorientierung reagiert, auf den letzten Didactas in Köln und Stuttgart stellte dieser Bereich ein Schwerpunktthema dar, der den interessierten Besucher angesichts  der Angebotspalette zu erschlagen drohte.

Doch Vorsicht! Wie auch für die übrigen Räume einer KiTa sollte das Normative und flächendeckend Gleichmachende auch für die Krippenräume möglichst vermieden werden, sondern im Gegenteil - wie es von der Beek (2006) fordert – gestalterische Prinzipien beachtet und dann  über individuelle Ideen verwirklicht werden. Natürlich gilt auch hier, den gesetzlichen Bestimmungen Rechnung zu tragen; d.h. Sicherheitsaspekte müssen beachtet und eingehalten werden.

Die Eltern als Partner auch bei der Raumgestaltung einzubeziehen, wäre sehr sinnvoll für beide Seiten: das vorhandene Wissen über Bedürfnisse der Kinder unter drei Jahren könnte sich im Austausch auf gleicher Augenhöhe miteinander sowohl für den Raum in der Einrichtung als auch für die Räume im häuslich-familiären Bereich positiv auswirken. So stellten wir in einer Fortbildung zur Bewegungsbaustelle mit Eltern fest, dass sie das Selbstproduzierte als mobile kindgerechte Möbelteile und zum Spielen im Wohnbereich und Kinderzimmer einsetzten und damit sehr gute Erfahrungen sammelten.

Der Vorteil wäre also, dass die Materialien der Kissen-Werkstatt ebenfalls mobil und situativ im Krippen-Gruppenraum sowie auch im Wohn- und Kinderzimmer Zuhause eingesetzt und genutzt werden können.

Der Herstellungsprozess

Runde (bis zum Durchmesser von 2 m), rechteckige, quadratische, halbrunde, dreieckige, gezackte (z.B. Sterne), organische Formen, sowie Kuben (Tipp: mehrere gleichgroße trapezförmige Stoffflächen werden mit dem angepassten Ober- und Unterteil zusammengenäht – wozu bei der Herstellung mathematisches Wissen angewandt werden muss – was wiederum den Spaß erhöhen kann!) und Trapezformen sowie Röhren (von der Kopfrollenlänge bis zur 3 m langen „Schlange“, bis zu oberbettgroßen Hand- und Fußformen. Hier können die Eltern und ErzieherInnen eigene neue kreative Kreationen entwickeln.

Die Bezüge bestehen aus unterschiedlichen Stoffen ( z.B. Teddystoff, Leinen, Cord, Samt, Kunstfell) mit Füllungen wie Federn, Schaumstoffkügelchen, Heu, Kernen usw. Sinnvoll ist ein doppelter Bezug der Kissenformen, sodass der obere jederzeit abgenommen und gereinigt werden kann. Wird er mit Knöpfen und Reißverschlüssen versehen, können die Kinder das Öffnen und Verschließen erproben und ihre Feinmotorik stärken.

Pflege und „Wartung“ der Materialien

Analog zur Bewegungsbaustelle wäre neben dem prozesshaften Entstehungs- und Erweiterungsprozess einer „Kissenbaustelle“/„Kissenlandschaft“ die Pflege und „Wartung“ der Materialien ein  unbedingt zu beachtender Aspekt. Die regelmäßige Reinigung, Lüftung und evtl. Ausbesserung müsste von vorneherein bedacht und eingeplant werden, damit die Anwendung nicht nur ein kurzzeitiges, sondern ein langfristiges und verlässliches Instrument der pädagogischen Krippenarbeit sein kann. Aus Sicherheitsgründen müssen Kissen mit kleinteiligen Füllungen besonders gut verarbeitet  und regelmäßig auf Löcher überprüft werden.

Wirkfaktoren und Förderaspekte: Wahrnehmen – Bewegen –Spielen – Lernen

In den ersten Lebensjahren eignet sich das Kind besonders über sensomotorische Aktivitäten fundamentale Erfahrungsschätze an, die für die weitere Entwicklung grundlegend sind.

Dabei spielen Körpererfahrungen eine wichtige Rolle beim Aufbau des Selbst, des eigenen Zutrauens und des Bildes, das jedes Kind allmählich von sich entwickelt (Zimmer 1998, 2001). Auch die Sprachentwicklung und die Motorik bauen aufeinander auf und differenzieren sich wechselseitig.

Auf den Kissenmaterialien können Krippenkinder altersentsprechend Bewegungen erproben, wiederholen und variieren wie das Krabbeln, Robben, Kriechen, Drehen, Rollen, Fallen, sich Fallenlassen und somit die Vorstufen des sicheren Stehens, Gehens und Laufens einüben. Entsprechend seinem jeweiligen Alter und Entwicklungsstand könnten sie auf der „Kissenlandschaft“ Herausforderungen suchen, sie eigenständig meistern und über Versuch und Irrtum Selbstwirksamkeit und Erfolgserlebnisse erfahren! Genau dies forderte schon die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler: gebt  allen Kindern ihre  Entwicklungszeit, zieht und zerrt nicht an ihnen, gibt ihnen ein altersentsprechendes Umfeld, lasst sie in ihrem eigenen Tempo und individuellen Ausdruck initiativ werden! Dies würde die gesunde Entwicklung und Entfaltung des Kindes maßgeblich unterstützen..

Die materiale und farbliche (unifarben, gestreift, kariert…) Vielfalt der „Kissengestalten und -figuren“ erweitert die sinnliche Wahrnehmung, denn durch das Spielen mit und an den Kissenobjekten und den damit verbundenen Bewegungen werden besonders die Basissinne Haut-, Gleichgewichts- und der kinästhetische Sinn  (Ayers 1992) intensiv angeregt und sorgen für eine „ausgewogene Sinneskost“ in notwendiger Ergänzung und Ausgleich zu den sehr vielen Seh-  und Hörreizen der heutigen Kinder.

Indem die Kinder die Materialien dann selber tragen, schieben, ziehen, sich darunter/dazwischen verstecken, erfahren sie leibhaftig/ganzkörperlich physikalische Erscheinungen wie z.B. leicht, schwer, weich, hart, rund, eckig, kurz, lang. Jedes unterschiedlich gefüllte Kissen reagiert zudem anders auf Gewicht und Druck während des Spielens und erfordert eine ständige Neuanpassung des Gleichgewichts. Gleichzeitig kommt es zu einer Kräftigung der Gelenke, Muskel, Sehnen und Bänder.

Zum Ausruhen, Dösen, Träumen und Entspannen kann man die Kissen unter Einbezug verschieden dicker und großer Matratzen (die auch wiederum fantasievoll und variationsreich bezogen werden sollten) jederzeit zu einer „Massage- Schlaf- und Ruheinsel“ umwandeln; aber auch das Vorlesen und gemeinsame Singen kann darauf durchgeführt werden. Eine sinnvolle Dosierung zwischen Spannung und Entspannung, Aktivität und Ruhe ist spielerisch-ganzkörperlich möglich.

Als „räumlich-bauliche“ Variation lassen sich die Kissen und Matratzen auch schichten und türmen, z.B. liegt das Kind auf verschiedenen und aufgestapelten Matratzen und Kissen, die ErzieherIn/Mutter/Vater schaukelt es hin und her – auch das Umfallen/Hineinfallen auf/in weitere ringsherum liegende Kissen ist ein Spaß und völlig ungefährlich. Durch das Legen verschiedener Formen mittels der verschiedenen Kissen wie Außenkreis, Vollkreis, Innen- und Aussenkreis, Vierecke, verschiedene Inseln im Raum würden neue Raumwahrnehmungen und veränderte Spiel-, Bewegungs- und Wahrnehmungsdimensionen möglich. Bezüge zum eigenen Körper in Relation zum Raum wie z. B.: ich bin weit von Dir weg, ich liege höher/tiefer als du, das ist kleiner oder größer als ich, ergeben reizvolle und anregende sensorisch, motorisch, kognitive Inputs für das Kind. Das großräumige Spielen sollte zudem sooft es geht barfuß geschehen, da die Füße genau wie die Feinmotorik der Hände ihre „Füßigkeit“ und Geschicklichkeit durch aktives Tun und Fühlen erlangen und verfestigen. Zusätzlich zur muskelkräftigenden Wirkung enthält das Raue, Zarte und Zottelige der Materialien einen massageähnlichen „Wohlfühlfaktor“.

Sinnvolle und ergänzende  Materialien

Wenn die Kinder im Umgang mit den Kissen sicher und vertraut sind, kann das Materialangebot langsam erweitert werden, wozu sich weiche und weitere händelbare Gegenstände wie Matratzen, Decken, Stoffbälle, Schachteln und Kartons in unterschiedlichen Größen anbieten. Auch Quader aus Styropor (Baumarkt) und Schaumstoff in verschiedenen Größen und Stoffen bezogen eignen sich als sinnvolle Erweiterung und in der richtigen Größe können sie sogar Hocker ersetzen.

Eine „Massagekiste“ mit Haushalts- und Alltagsgeräten wie Pinsel, Malerrollen, Handfeger, Bürsten und Schwämme kann  sowohl als Spielobjekt als auch als Massagegerät auf der Kissenlandschaft eingesetzt werden. Die Hautstimulation hat sozusagen einen „nährenden“ Charakter für das Kind (Lebojer 1991, Anders/Weddemar 2002) und könnte ebenfalls gemeinsam mit den Eltern an einem Spielnachmittag erprobt und erfahren werden.

Als Tast- und Greifobjekte dienen sogenannte „Handkissen“, die auch wie die größeren „Bewegungskissen“ unterschiedliche Formen, Bezüge und Füllungen aufweisen und in relativ kurzer Zeit z. B. an einem Elternnachmittag in größerer Anzahl hergestellt werden könnten. In einer Spielkiste stehen sie dann den Krippenkindern zur Verfügung. Während der Herstellung der Handkissen in der Pilot-Krippe in Lingen stand eine Nähmaschine eine Zeit lang im Gruppenraum, was bei allen Kinder und auch den Eltern großes Interesse hervorrief. Sobald ein Kissen fertig war, helfen Sie mit es zu füllen um es im Anschluss daran neugierig im Spiel zu erproben. Die Eltern brachten Füllmaterial mit:: Knöpfe, Perlen, getrocknete Kerne, Kastanien usw.

Bewegungs-, Wahrnehmungs- und Spielideen

In der Krippe der Christ König KiTa werden 12 Kinder im Alter von 0,8 – 2,4 Jahren von drei Erzieherinnen täglich sechs Stunden betreut und begleitet. Als Räume stehen ihnen ein Gruppenraum, Malraum, Ruheraum, Bewegungsraum der Einrichtung (für die Krippenkinder sind feste Zeiten eingeplant), Intensivraum und Waschraum zur Verfügung.

Die Kissenmaterialien befinden sich verteilt in allen Räumen (bis auf den Waschraum), wobei einige Kissen inzwischen zugewiesene „Stammplätze“ haben und andere flexibel sowohl von den Erzieherinnen als auch von den Kindern hin und hertransportiert werden.

Müssen neu erstellte Kissen gefüllt oder ausgebessert werden, helfen die Kinder mit und erfahren hierbei und beim Transportieren z.B. beim Tragen, Ziehen und Schieben Genaueres über Matrialeigenschaften der Kissenobjekte. Durch das Beteiligt sein am Herstellungsprozess erleben die Kinder dadurch eine Form der Selbstwirksamkeit, die sie sichtlich stolz und zufrieden macht. Das „Ich war dabei“ führt zu einer Identifizierung und oft bevorzugen die Kinder den entsprechenden Gegenstand im Spielgeschehen.

Beispiel: Beobachtungen im situativen Spiel

Die Kissen enthalten für die Krippenkinder – egal ob ein oder drei Jahre alt - im freien oder angeleiteten Spiel einen sehr großen Aufforderungscharakter.

Zielgerichtet und neugierig krabbeln, robben die Kleinsten immer wieder zu den Kissen, um sie mit allen Sinnen „zu begreifen“: wie riechen und schmecken sie, wie fühlen sie sich an, wie kann ich sie überwinden? (Körpererfahrung: Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik, Materialerfahrung). Wie gelangt man auf den Kissen zum anderen Kind, was macht es gerade mit oder auf dem Kissen (Sozialerfahrungen)?

Durch Benennungen und neue Zuschreibungen der Kissenobjekte entstehen fantasievolle Ideen, die in Spielsequenzen einbezogen werden. Während einer Hospitation  der Mit-Autorin Maria Thünemann-Albers in der Gruppe füllten die Kinder die Kissen z. B. in verschiedene Behälter und trugen sie durch den Raum, kehrten zurück, kippten den Inhalt um und nahmen immer wieder neue Kissen. Die Erzieherin griff die Idee auf und bald waren fünf Kinder in einer intensiven langanhaltenden Spielsituation eingebunden.

Beispiele: Beobachtungen in angeleiteten Situationen und Angeboten

Ca. ab zwei Jahren genießen es die Kinder von den Erzieherinnen auf den Kissen mit den anderen Kissen „belegt“ zu werden (Haut- und Tiefenwahrnehmung).

Auf den Kissen sitzend finden erste Finger-, Sing- und Bewegunsspiele als Formen der Kommunikation, der Laut- und Sprachförderung, die auf weitere Entwicklungsprozesse des Kindes spielerisch aufbauen, statt.

Weitere Sprach- und Lautbildung erfolgt während des unmittelbaren Tuns im Dialog zwischen Kind und Erzieherin auf der Kissenlandschaft. Intensiv und aufmerksam begleitet sie das gemeinsame Spiel sprachlich, gestisch und mit Blickkontakt. Die Kinder erleben die ErzieherIn gleichsam auch hier als adäquate Spielgefährtin, die mit ihnen auf gleicher Ebene interagiert. Durch diese Form des Miteinanders erfährt die Pädagogin körperliche Anstrengungen und Empfindungen der Kinder besonders „hautnah“. Wechselwirksame Lernprozesse kommen hier zum Tragen.

Die Beobachtungen der Kinder während des Spiels mit  den Kissen ergeben für die Erzieherinnen insgesamt wichtige Informationen über den Entwicklungsverlauf jedes Kindes. In Form der Portfoliodokumentation können sie in Wort und Bild festgehalten werden.

Langzeitprojekt Kissen-Werkstatt

Für die Erzieherinnen dieser  Einrichtung war und ist dieses Angebot ein intensiver Prozess bei dem Wissen und „Learning by Doing“ sowie reflektives Handeln sich ständig ergänzen. Die Eltern sind dabei wichtige  Partner und werden auch in das Projekt Kissen-Werkstatt intensiv mittels Informationsbriefen, Mithilfe beim Sammeln, Sortieren und Nähen oder Einladungen zu Produktions-Nachmittagen eingebunden. An Eltern-Kind-Nachmittagen erfolgt die gemeinsame praktische Erprobung und die Dokumentation:  Fotowände informieren über den Verlauf des Projektes und machen Lust auf mehr!

Die psychomotorische Ausrichtung und die dementsprechende räumliche Gestaltung sind fester Bestandteil des pädagogischen Konzepts.

Auch die „großen“ Kinder der Einrichtung haben die Kissenlandschaft für sich entdeckt und inzwischen verwenden sie sie ebenfalls selbstverständlich als zusätzliches Spiel - und Bewegungs Material auf der Bewegungsbaustelle im Bewegungsraum der Einrichtung.

Allen Beteiligten – ob Kindern, Eltern oder Erzieherinnen -  ist längst klar: in Kissen steckt mehr drin als vermutet!
 

Literatur

  • Anders, W.;Weddemar, S. (2002): Häute schon berührt? Körperkontakt in Entwicklung und Erziehung. Borgmann, Dortmund 
  • Aucouturier, B.; Lapierre, A. (19952): Bruno. Ernst Reinhard, München/Basel
  • Aucouturier, B.; Lapierre, A. (1998): Die Symbolik der Bewegung. Psychomotorik und kindliche Entwicklung. Reinhardt,
  • Ayres,J. (1992): Bausteine der kindlichen Entwicklung. Die Bedeutung der Integration der Sinne für die Entwicklung des Kindes. Springer, Berlin 
  • Beek von der, A. (2006): Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei, Kiliansroda: Verlag das Netz 
  • Leboyer, F. (1991): Sanfte Hände: Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage. Kösel, München 
  • Miedzinski, K./ Fischer, K. (2009, 2. Auflage): Die Neue Bewegungsbaustelle: Lernen mit Kopf, Herz, Hand und Fuß Modell bewegungsorientierter Entwicklungsförderung. Verlag Modernes Lernen, Dortmund 
  • Pikler, E. (2001/3. Auflage): )Lasst mir Zeit. Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen. Untersuchungsergebnisse, Aufsätze und Vorträge. Pflaum, München 
  • Thünemann-Albers, M. (2007):Körperintelligenz und Körperidentität: Der Körper als Lern-, Fühl- und Erfahrungsort. In: Hunger, I. ; Zimmer, R. (2007): Bewegung Bildung Gesundheit. Entwicklung fördern von Anfang an. Hofmann, Schorndorf. Seite 263 – 266 
  • Zimmer, R. (1995): Ohne Sinne kein Verstand. Zur Bedeutung sinnlicher Erfahrungen in einer sinnlosen Zeit. In: Zeitschrift Kindergarten heute 9/95, Seite 20- 27 
  • Zimmer, R. (1996): Handbuch der Sinneswahrnehmung. Grundlagen einer ganzheitlichen Erziehung. Herder, Freiburg 
  • Zimmer,R. (1999): Handbuch der Psychomotorik. Theorie und Praxis der psychomotorischen Förderung von Kindern. Herder, Freiburg 
  • Zimmer,R. (2001b): Identität und Selbstkonzept. Zur Bedeutung  von Bewegungserfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung. In: Zimmer, R. (HG) (2001): Kindheit in Bewegung. Hofmann, Schorndorf, Seite 13-23
 


Autorinnen:

Susanne Waller ist Erzieherin, Motopädin, Spielpädagogin, zur Zeit Ausbildung zur Systemischen Familienberaterin und leitet ein Familienzentrum in Lingen/ Emsland.

Maria Thünemann-Albers (M.A.), Systemische Familienberaterin, war lange in der ErzieherInnenausbildung tätig, arbeitet derzeit am Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) . Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der psychomotorischen Praxis mit Kindern und in der Fortbildung.

Gemeinsam arbeiteten beide viele Jahre in einer Psychomotorischen Ambulanz mit Kindern von zwei bis zwölf Jahren.





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