mehrere Kinder

Kita- Fachkräfteverbände: Verletzendes Verhalten im Kita-Alltag

12.12.2025 Kommentare (0)

Als Kita-Fachkräfteverbände engagieren wir uns für kindgerechte Kita- Rahmenbedingungen nach fachlichen Vorgaben. Gleichzeitig erleben wir und bekommen von zahlreichen Verbandsmitgliedern berichtet, wie herausfordernd es im Kita-Alltag sein kann, Kinder und Fachkräfte vor prekären Betreuungsbedingungen und Überforderung zu schützen.

Jede Kita in Deutschland muss eine pädagogische Konzeption sowie ein institutionelles Schutzkonzept vorweisen, die als Grundlage der pädagogischen Arbeit dienen. Gleichzeitig reißen Berichte nicht ab und zeigen Studien auf, dass verletzendes Verhalten in Kitas ein schmerzliches Thema ist, mit dem sich Fachkräfte, Träger und die Kita-Politik auseinandersetzen müssen.

Wir fordern alle Kita-Akteure auf, das Kindeswohl im Sinne einer qualitativ guten Bildung, Erziehung und Betreuung konsequent an die erste Stelle zu setzen. Konsequenter Kinderschutz im Kita-Alltag bedeutet, dass

  • Fehlverhalten gegenüber Kindern nicht relativiert oder unter den Teppich gekehrt, sondern benannt und angesprochen wird sowie zu entsprechenden Konsequenzen führt.
  • dem Kind den ganzen Tag über vertraute Bezugserzieher*innen zur Verfügung stehen, sei es in Kern- oder Randzeiten.
  • jedem Kind mit einer pädagogisch gut gestalteten Eingewöhnung die Zeit gewährt wird, die es braucht, um im Kita-Alltag gut anzukommen.
  • Gruppengrößen und räumliche Bedingungen in Kitas geschaffen werden, die fachlichen Vorgaben für eine gute Kita-Qualität entsprechen.
  • Personalschlüssel etabliert werden, die Raum für genügend Zuwendung, Assistenz und intensive frühpädagogische Arbeit bieten sowie Urlaub- Krankheits- und Fortbildungstage des Personals mitberücksichtigen.
  • Persönliche Eignung und eine fundierte Ausbildung Voraussetzung sind, um in Kitas zu arbeiten.
  • pädagogisches Personal verpflichtet wird, sich regelmäßig fort- und weiterzubilden und die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden.
  • ein ausreichendes und verbindliches Kontingent an mittelbarer Arbeitszeit für Besprechungen, organisatorische Abläufe, Vor- und Nachbereitung sowie Reflexion der pädagogischen Arbeit verbindlich festgeschrieben wird.
  • Kita-Träger verpflichtet werden, sich zu qualifizieren und verpflichtend zu entwicklungspsychologischen Themen sowie Belangen des Kinderschutzes und der Kinderrechte geschult werden.
  • in Zeiten personeller Unterbesetzung die Aufsichtspflicht und das Wohlergehen der Kinder nicht verhandelbar sind. Prekäre Betreuungsverhältnisse dürfen nicht toleriert werden, auch wenn Betreuungszeiten gekürzt werden, um das Wohlergehen der Kinder zu gewährleisten.

Deshalb setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass Politik, Träger und Fachöffentlichkeit nicht nur über Standards sprechen, sondern die strukturellen Voraussetzungen schaffen, unter denen Teams ihrer Verantwortung für den Schutz und das Wohl jedes einzelnen Kindes wirklich gerecht werden können. Dazu gehören angemessene Personalschlüssel, Zeit für Fachberatung und Reflexion sowie nachhaltige Investitionen in Ausbildung und Qualifizierung. Jeder Vorfall, der das Wohl eines Kindes gefährdet, ist einer Zuviel. Es reicht nicht, verletzendes Verhalten in Kitas zu thematisieren. Wir brauchen konkrete Maßnahmen und Strukturen, die Gewalt gegenüber Kindern in den verschiedenen Erscheinungsformen verhindern.

Mit freundlichen Grüßen,

im Auftrag der Kita-Fachkräfteverbände in Deutschland

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.