Kitafachtag „Kinder der Zukunft“ zeigt: Zeitgemäße Kindergärten sind digital, multikulturell und praktizieren Achtsamkeit
Erzieher und Eltern diskutierten auf Fachtag des Instituts für Klax-Pädagogik am 16. April über gegenwärtige Herausforderungen in Kindergärten
Berlin, 21. April 2016. Ob digitaler Wandel oder zunehmende Multikulturalität – wie unsere Gesellschaft ändern sich auch die Anforderungen an die Kindergärten grundlegend. „Dem Kindergarten muss bewusst sein, dass er heute die Kompetenzen vermittelt, die unsere Kinder in 20 Jahren brauchen werden. Daher ist es umso wichtiger, sich frühzeitig mit den weitreichenden technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen auseinanderzusetzen. Es ist unserer Aufgabe, die Lebenswelt der Kinder in den Kindergartenalltag einzubinden und Neues kritisch, verantwortungsbewusst und kreativ zu nutzen“, sagt Antje Bostelmann, Begründerin der Klax-Pädagogik. Um gemeinsam mit internationalen Experten, Fachleuten aus dem Bildungs- und Erziehungsbereich sowie Erziehern und Eltern über die aktuellen Herausforderungen der pädagogischen Arbeit im Kindergarten zu diskutieren, hat das Institut für Klax-Pädagogik am 16. April in Berlin den Kitafachtag „Kinder der Zukunft“ veranstaltet. In verschiedenen Workshops haben sich dabei vier zentrale Thesen herauskristallisiert.
1) Der moderne Kindergarten ist digital
Digitale Medien gehören zur Lebenswelt der Kinder – daher hat der Kindergarten den pädagogischen Auftrag, die moderne Technologie in die frühkindliche Bildung einzubinden und den Kindern somit frühzeitig Lernchancen zu eröffnen. Dabei sollen Kinder die digitalen Medien nicht passiv zur Unterhaltung konsumieren, sondern als Werkzeug nutzen, um pädagogische Projekte umzusetzen. So wird – unter pädagogischer Anleitung – die kritische und verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Informationen geschult, Wissen über die Funktionsweise technischer Geräte vermittelt und die Fähigkeit gestärkt, eigene Ideen mit Hilfe digitaler Medien aktiv und kreativ umzusetzen. Auch für Erzieher bringt die digitale Entwicklung Vorteile – schließlich vereinfacht beispielsweise das digitale Portfolio die Dokumentation der pädagogischen Arbeit und schafft mehr Transparenz in der Zusammenarbeit mit Eltern. Annett Hoffmann und Silke Schaper, Kita-Leiterinnen in Klax-Kitas, zeigten anhand von Beispielen aus skandinavischen Ländern, dass der Umgang mit den sozialen Netzwerken Youtube und Instagram bereits im Kindergarten sinnvoll sein kann und Eltern auf ganz neue Weise an der Bildungsarbeit teilhaben lässt.
2) Der moderne Kindergarten ist multikulturell
Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt gehören längst zum Kindergartenalltag – somit ist der Kindergarten das frühe Übungsfeld für das Zusammenleben in einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise, die Kindergärten vor die Aufgabe stellt, Kinder aus Krisengebieten in den Kindergartenalltag zu integrieren. Janine Hofmann, Leiterin des EU-Projekts „Education and Language acqiusition at childcare centres“ machte deutlich, dass vor allem den Erziehern eine zentrale Rolle zukommt – sind sie doch die Moderatoren für das Gelingen einer multilingualen und multikulturellen Gemeinschaft. Grundsätzlich gilt: Jede Kindergartengruppe ist und bleibt eine Gemeinschaft, zu der jeder Mensch – ob Kind oder Erwachsener – aktiv dazugehört. Dieses Credo heißt es im Kindergartenalltag umzusetzen.
3) Der moderne Kindergarten entschleunigt den Alltag
Mehr Achtsamkeit im Umgang mit Kindern war ein weiteres Schwerpunktthema des Fachtags. Die Autorin und international anerkannte Expertin für die frühe Kindheit, Penny Ritscher, diskutierte mit den Teilnehmern über Möglichkeiten, den Alltag im Kindergarten zu entschleunigen. Die Botschaft: Den alltäglichen Abläufen wie Essen, Anziehen, Händewaschen mehr Raum geben und entdecken, wie viele Möglichkeiten sich aus diesen kleinen Ritualen „zwischen“ den im Fokus stehenden primären Aktivitäten ergeben, wenn ihnen bewusst und aus der Sicht der Kinder Beachtung geschenkt wird.
4) Vom modernen Kindergarten in die Schule – wie ein gelungener Übergang gelingen kann
Kinder nehmen vor allem im Kindergarten- und Vorschulalter an den Phänomenen ihrer Umwelt teil, entwickeln eigene Sichtweisen und Hypothesen und versuchen ihren Alltag zu ergründen. Diese Neugier ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Lernprozesse in der Schule. Ulrike Stadler-Altmann, Professorin für Allgemeine Didaktik an der Freien Universität Bozen, diskutierte in ihrem Workshop die Möglichkeiten, wie unsere Kinder unter Berücksichtigung der heutigen Bedingungen adäquat auf den Schulalltag vorbereitet werden können.
Quelle: Pressemitteilung KLAX

