mehrere Kinder

Kungeln in Berlin

Hilde von Balluseck

10.01.2015 Kommentare (0)

Die Gentrifizierung in Berlin, das heißt, die Umwandlung ganzer Viertel in "Bereiche für Reiche" oder zumindest Wohlhabende macht sich an der stark gestiegenen Umwandlungsrate von Miet- in Eigentumswohnungen fest. Diese faktische Enteignung der Mieter soll jetzt gestoppt werden, indem neue Regeln für die Umwandlung aufgestellt werden, um die Mietwohnungen als solche zu erhalten. Die Idee kommt von der SPD, die in Berlin zusammen mit der CDU reagiert. 

Nun fragen Sie sich bestimmt: Was, bitte schön, hat das mit der Frühpädagogik zu tun, für die www.ErzieherIn.de doch steht? Das ist ganz einfach. Damit die CDU sich auf neue Regeln für die Schaffung von Eigentumswohnungen einlässt, musste die SPD bei einem anderen Thema klein beigeben, nämlich dem Einschulungsalter. Fast alle Bundesländer sind in diesem Punkt zurückgerudert: Kinder mit fünf einzuschulen, scheint doch nicht der Renner zu sein. Nur Berlin hielt an diesem frühen Einschulungsalter fest. Und nun, da der SPD die Maßnahmen gegen die Gentrifizierung wichtig sind, hat sie sich bereit erklärt, das Einschulungsalter wieder auf sechs Jahre hochzusetzen. Das schreibt die taz in ihrer heutigen Ausgabe.

Das ist wohl ein sehr vernünftiger Schritt. Es ist nur peinlich, dass er über eine Kungelei zustande kam. Denn was hat die Umwandlung in Eigentumswohnungen mit der Frühpädagogik zu tun? Gar nichts? Eben doch, wie man sieht.

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