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Kulturelle Heterogenität in Kitas: Wie Fachkräfte für eine inklusive Praxis qualifiziert werden können

27.04.2013 Kommentare (0)

WiFF veröffentlicht Wegweiser zur Gestaltung kompetenzorientierter Weiterbildungen

In der Kita treffen Kinder mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen aufeinander. Als erste außerfamiliäre Bildungsinstitution hat sie die Aufgabe, diese Heterogenität zu berücksichtigen und allen Kindern gleiche Chancen auf Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. Das Konzept der Inklusion bietet dafür neue Ansätze: Jedes Kind steht in seiner Einzigartigkeit im Mittel-punkt, seine Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen wird wahrgenommen und kulturelle Herkunft als eines unter vielen Merkmalen betrachtet. Mit Offenheit und Neugierde aufeinander zuzugehen und in Kontakt zu kommen, ermöglicht Teilhabe. Welche Anforderungen an die Fachkräfte damit verbunden sind und wie Weiterbildungen so gestaltet werden können, dass sie die Kompetenzen der Fachkräfte erweitern, zeigt Band 5 der Reihe Wegweiser Weiterbildung "Inklusion – Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen", den die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik erarbeitet hat.

Anforderungen an Fachkräfte
Das Praxishandbuch beschreibt aus wissenschaftlicher Perspektive die Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher: Sie benötigen die Fähigkeit, sensibel für kulturelle Unterschiede zu sein, diese im Handeln zu berück-sichtigen und sich kritisch gegenüber Abwertung und Diskriminierung zu verhalten. Dafür sind Fachkenntnisse unersetzlich, zum Beispiel über die Vielfalt von Familienkulturen in Deutschland, die rechtliche und soziale Situation zugewanderter Familien, Mechanismen von Diskriminierung oder über den Spracherwerb von Kindern. Hinzu kommt die Bereitschaft, sich mit der eigenen Reaktion auf Fremdheit auseinanderzusetzen, Situationen im pädagogischen Alltag zu reflektieren und kulturelle Besonderheiten von Kommunikation zu berücksichtigen.

Kompetenzprofil für die Gestaltung von Weiterbildungen
Wenn Weiterbildungen praxisnah gestaltet sind und an den Alltag von Kindertageseinrichtungen anknüpfen, unterstützen sie frühpädagogische Fachkräfte dabei, ihre Kompetenzen zu erweitern. Basierend auf den beschriebenen Anforderungen hat WiFF deshalb gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft und Politik ein Kompetenzprofil entwickelt, das bei der Gestaltung solcher Formate Orientierung gibt. Aufgabenstellungen aus dem Berufsalltag bilden als Handlungsanforderungen die Basis für die Beschreibung der Kompetenzen, aufgegliedert in Wissen, Fertigkeiten, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz. Die Orientierung an Kompetenzen trägt dazu bei, dass nicht der Aufbau von Wissen, sondern die Bewältigung von Anforderungen im Mittelpunkt steht. Das Kompetenzprofil setzt Ziele, an die sich die Teilnehmenden einer Weiterbildung annähern sollen und ist für Kita-Fachkräfte mit unterschiedlichen Voraussetzungen nutzbar. "Auf bildungspolitischer Ebene soll die Kompetenzorientierung Weiterbildungen vergleichbar und anrechenbar machen und dafür sorgen, dass Bildungswege durchlässiger werden. Auf pädagogisch-didaktischer Ebene soll sie dazu führen, dass Weiterbildungen passgenauer am Wissen und an den Fertigkeiten der Lernenden anknüpfen und dadurch effektiver und praxiswirksamer sind", erklärt WiFF-Referentin Anna von Behr.

Der Wegweiser Weiterbildung "Inklusion: Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen" beschreibt neben den Anforderungen an Fachkräfte und dem Kompetenzprofil Anforderungen an Weiterbildnerinnen und Weiterbildner. Er gibt Empfehlungen zur Gestaltung von Angeboten und zeigt die Umsetzung anhand eines Praxisbeispiels auf. Die Publikation kann auf dem Webportal der WiFF kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. Die Reihe Wegweiser Weiterbildung bearbeitet die wichtigsten Qualifizierungsbereiche frühpädagogischer Fachkräfte. Es gibt Bände zu den Themen Sprachliche Bildung (1), Kinder in den ersten drei Lebensjahren (2), Frühe Bildung – Die Rolle der Fachkraft (3) und Zusammenarbeit mit Eltern (4). Weitere Bände zu den Heterogenitätsdimensionen Behinderung und sozioökonomische Risikolagen erscheinen 2013 und 2014.

Über WiFF
WiFF ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern.

Kontakt
Uta Hofele, Projektmarketing
089/ 623 06-173

Annemarie Schuldt, Projektmarketing
089/ 623 06-249

 

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