mehrere Kinder

Laut neuen Berechnungen steht bald ausreichend pädagogisches Personal bereit - Jetzt die Chance nutzen, um Qualität zu verbessern!

28.01.2026 Kommentare (0)

Der kürzlich veröffentlichte IFP-Projektbericht 45/2026 „Handlungsfeld: Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung“ des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) zeigt deutlich, dass die Kindertagesbetreuung in Bayern in den letzten Jahren erheblich ausgebaut wurde, um den steigenden Bedarf an frühkindlicher Bildung und Betreuung zu decken.

Der Kita-Fachkräfteverband Bayern e. V. begrüßt den Ausbau der Kindertagesbetreuung, sieht jedoch weiterhin dringenden Handlungsbedarf. Die Arbeits- und Rahmenbedingungen müssen weiter verbessert werden. Dies ist notwendig für eine gute Bildung und Betreuung der Kinder sowie für das pädagogische Personal, das unter den aktuellen Bedingungen den Anforderungen zunehmend nicht gerecht werden kann.

Die Zahl der betreuten Kinder stieg zwischen 2015 und 2025 um 26,3 %, während die Anzahl der Fach- und Ergänzungskräfte um 55,8 % zunahm. Dennoch bestehen laut Bericht weiterhin erhebliche Versorgungslücken, insbesondere bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Der elterliche Bedarf liegt hier bei 47 %, die Betreuungsquote beträgt jedoch nur 33,8 %. Dies entspricht einer Lücke von 47.207 Plätzen und einem zusätzlichen Personalbedarf von 13.113 Fach- und Ergänzungskräften, sofern der Personal-Kind-Schlüssel auf dem aktuellen Niveau bleibt.

Als Verband für Kita-Fachkräfte Bayern e. V. fordern wir jedoch dringend eine Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Bildung, was zu einem höheren Personalbedarf führt. In dem Bericht heißt es dazu: „Legt man die von Böwing-Schmalenbrock et al. (2022) für Bayern ermittelten Personal-Kind-Schlüssel von 1:3,6 im U3-Bereich und 1:7,8 im Ü3-Bereich zugrunde, ergibt sich eine Bedarfslücke von 15.134 Fach- und Ergänzungskräften im nichtschulischen Bereich.“ Aus Sicht der pädagogischen Praxis und der Wissenschaft reicht dieser Schlüssel jedoch nicht aus. Wir fordern daher in Anlehnung an die Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung einen Personalschlüssel von 1:3 im U3-Bereich und 1:7,5 im Ü3-Bereich.

Die Prognosen bis zum Jahr 2031 zeigen, dass der Platz- und Personalbedarf in den kommenden Jahren insgesamt leicht zurückgehen wird, insbesondere bei den 3- bis unter 6,5-Jährigen und den Grundschulkindern. Dennoch bleibt der Bedarf an Fachkräften hoch, insbesondere im U3-Bereich, wo er bis 2031 weiter steigen wird.

Der Bericht zeigt außerdem, dass der Bedarf an Fach- und Ergänzungskräften, insbesondere im U3-Bereich, weiterhin hoch ist. Um die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung zu sichern, müssen die Arbeitsbedingungen für pädagogisches Personal dringend verbessert werden. Dazu gehören ein besserer Personalschlüssel und eine deutliche Reduzierung der Arbeitsbelastung.

Trotz des erheblichen Beitrags, den pädagogische Fachkräfte für die Gesellschaft leisten, fehlt es nach den Erfahrungen unserer Mitglieder häufig an der notwendigen Anerkennung und Wertschätzung. Deshalb fordern wir eine stärkere öffentliche und politische Unterstützung sowie eine engere Zusammenarbeit bei der Verbesserung der Bedingungen, der Attraktivität und der öffentlichen Wahrnehmung des Berufsbildes.

Auch wenn die Prognosen zeigen, dass der Fachkräftebedarf bis 2031 leicht zurückgehen könnte, darf die Gewinnung und Bindung von Fachkräften nicht vernachlässigt werden, um den Beruf langfristig attraktiv zu gestalten und die Qualität der Betreuung zu sichern. Alle Ausbildungsformen sollten geprüft, verbessert und gezielt auf die Bedürfnisse des pädagogischen Personals abgestimmt werden. Besonders kritisch ist dabei das modulare Weiterbildungskonzept zu betrachten, das aufgrund mangelhafter Qualität und unklarer Vorgaben in der Kritik steht.

Aus der Praxis heraus und mit Blick auf die Studie fordern wir eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch einen besseren Anstellungsschlüssel, die Anerkennung mittelbarer Tätigkeiten und ausreichende Leitungsfreistellung. Zudem sollen die Gruppengrößen reduziert werden, sobald ausreichend Personal zur Verfügung steht. Weiterhin fordern wir die Förderung von Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Berufs, eine stärkere öffentliche und politische Wertschätzung des Berufsstands sowie eine langfristige und realistische Fachkräfteplanung unter Berücksichtigung demografischer und regionaler Entwicklungen. Ziel muss eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung für alle Altersgruppen sein, insbesondere für Kinder unter drei Jahren, mit einer klaren Ausrichtung am Wohl und an den Bedürfnissen der Kinder.

Der Verband für Kita-Fachkräfte Bayern e. V. steht bereit, aktiv an der Gestaltung einer zukunftsfähigen und wertschätzenden frühkindlichen Bildungs- und Betreuungslandschaft mitzuwirken. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger dazu auf, die Interessen des pädagogischen Personals stärker zu berücksichtigen und gemeinsam mit uns nachhaltige Lösungen für die Herausforderungen in der Kindertagesbetreuung zu erarbeiten. Die Chance, die Bedingungen zu verbessern, sobald ausreichend Plätze ausgebaut wurden, darf nicht ungenutzt bleiben.


Quelle: Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V.


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