mehrere Kinder

Mauern gegen Kinder

Hilde von Balluseck

02.09.2014 Kommentare (0)

Auf der einen Seite wird in diesem Land von Kinderrechten geredet und dass sie ins Grundgesetz sollen. Auf der anderen Seite werden Mauern gegen Kinder hochgezogen. Beispiel Berlin:

Das Bezirksamt Zehlendorf in Berlin hat sich mit einem Investor geeinigt, drei fünf Meter hohe Wände um einen Spiel- und Bolzplatz für Kinder und Jugendliche zu bauen. Der Investor einer Luxuswohnanlage hatte entdeckt, dass der Kinder- und Jugendspielplatz nicht im Bebauungsplan eingetragen war. Da AnwohnerInnen zwar Kinderlärm nach einer Gesetzesnovelle 2011 hinnehmen müssen, nicht jedoch den Lärm, den jugendliche Skater über 14 in der Holzskateranalage fabrizieren, hätte das Bezirksamt einen Prozess gegen den Investor vermutlich verloren und einigte sich vorab.

Das ist nicht alles. Eine Kita musste 2011 - wohl vor dem oben genannten Gesetz - von einer Wohnstraße in Friedenau in eine Kirchengemeine umziehen. Der Grund war ein Anwohner, der gerichtlich gegen den Kinderlärm vorging- Er zog aus, als das Verfahren beendet war und vermietet seine Wohnung seitdem an Touristen.

In Charlottenburg-Wilmersdorf wurden im Sommer wegen Beschwerden der Anwohner die Öffnungszeiten für mehr als zwanzig Spiel- und Bolzplätze beschränkt, die Kinder müssen jetzt um 19 Uhr verschwinden. Am Prenzlauer Berg steht ein Poller am Eingang eines Cafés, der mit einem durchgestrichenen Kinderwagen Eltern mit Kinderwagen den Eingang untersagt. In einem anderen Café wurde ein kinderfreier Raum eingerichtet mit der Bezeichnung "Ältern ohne Kinder".

Und das Hans Wurst Puppentheater, das über 20 Jahre lang Kinderherzen erfreut hat, muss schließen, weil das Gebäude verkauft wurde. Alle Angaben sind dem Artikel "Ruhe jetzt" in der heutigen SZ entnommen.

Es ist zu befürchten, dass Geld und Intoleranz gegenüber Kindern auch an anderen Orten der Republik regieren.

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