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zwei U3 Kinder

Mediennutzung im Kindergarten

Hilde von Balluseck

04.05.2009 Kommentare (3)

Welche Bedeutung haben Medien in der Kita? Im Hinblick auf die Computernutzung im Kindergarten gibt es eine interessante Kontroverse zwischen dem Erziehungswissenschaftler Stefan Aufenanger und dem Kriminologen Christian Pfeiffer (http://bildungsklick.de/a/40020/pro-contra-computer-im-kindergarten/).
Während Aufenanger dafür plädiert, in jeder Kita eine Medienecke einzurichten und schon mit Kindern ab drei Jahren medienpädagogische Projekte durchzuführen, hält Pfeiffer diesen Vorschlag für völlig verfehlt, wenn er sagt:

„Medienkompetenz lernt man im Laufe des Lebens, aber doch nicht im zarten Alter von drei bis sechs Jahren. Es gibt Längsschnittuntersuchungen aus den USA über Kinder, die sehr frühzeitig an Bildschirme herangeführt wurden. Bei diesen Kindern hat die Hyperaktivität um 28 Prozent zugenommen im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die mit Bildschirmen vor dem Alter von sechs Jahren überhaupt nichts zu tun hatte.“

Pfeiffers Einwände haben jedoch das Bundesministerium für Bildung und Forschung nicht davon abgehalten, ein Weiterbildungsprogramm „Basisqualifizierung Medienkompetenz“ für ErzieherInnen auszuschreiben und zu finanzieren (http://www.jugendhilfeportal.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=5796).
Dabei ist das erste Ziel, dass ErzieherInnen selbst einen Zugang zu den neuen Medien bekommen, und das ist sicher sinnvoll.
Ob Kinder unter 5 damit in der Kita vertraut gemacht werden müssen, darf wohl bezweifelt werden. In vielen Elternhäusern spielen Computer und Fernseher ohnehin eine zu bedeutende Rolle.
Sinnvoll allerdings wäre es, wenn das Weiterbildungsprogramm für Gespräche mit Eltern qualifiziert, die ebenso wie viele Wissenschaftler die Folgeschäden von zu frühem und zu intensivem Medienkonsum unterschätzen. Und wenn pädagogische Methoden entwickelt werden, die es Kindern ermöglichen, ihre zu Hause erfahrenen Medieneindrücke in der Kita besser zu verarbeiten.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir freuen uns über Kommentare.

Kommentare (3)

  • Beate Lutze:
    18.05.2009 um 21:06 Uhr

    Ich arbeite seit fast 00 Jahren mit Kindern zwischen 3 und 00 Jahren mit Medien vom Buch über Fotoapparat bis zum Computer und mache sehr positive Erfahrungen. Tatsächlich erwartet die Schule immer rüher Grundkenntnisse im Umgang mit Computern und auch im Berliner Bildungsprogramm ist Medienbildung verankert. bits20.de bietet seit mehreren Jahren eine sehr gute Weiterqualifizierung für Erzieherinnen zur Mediepädagogin an, diese Qualifizierung kann ich besten Gewissens weiter empfehlen.

    Antworten

  • Ulrike Gohlke:
    15.06.2009 um 21:04 Uhr

    Warum ist die Medienbildung so verschrien? Vergessen wiir, was Medien sind? Bücher, Zeitungen, zeitschriften sind auch Medien. verbieten wir unseren Kindern die Welt zu entdecken? In jeder Wohnung steht ein Computer und die Kinder sehen zu wie Eltern und Geschwister daran spielen/arbeiten. Sie müssen frühzeitig den bewußten Umgang mit diesen Medien erlernen, um den negativen Einflüssen entgehen und wiederstehen zu können. Medienerziehung im Kindergarten fördert den kompetenten Umgang mit Computer und Co. und fördert unsere Kinder. Die zeiten ändern sich und nicht nur Bücher und Zeitungen sind das Tor zur Welt, sondern über Computer usw. können die Kinder aktiv lernen und ihre Kenntnisse erwerben und festigen. Die Kinder haben Spaß dabei und wenn die Eltern sie am Coputer begleiten wird auch gleich noch was für den Familienzusamenhalt getan.

    Antworten

  • Sandra Klünder:
    26.07.2009 um 21:55 Uhr

    Der folgende Link bietet Eltern Informationen zur gemeinsamen Nutzung des Mediums Fernsehen mit ihrem Kind. Die Sendung mit dem Elefanten liefert Eltern einen pädagogischen Untertitel. Könnte eine gute Empfehlung für Eltern sein. Bei eigener Betrachtung wirkte die Sendung zunächst befremdlich, pädagogisch jedoch durchaus sinnvoll. http://www.wdrmaus.de/elefantenseite/

    Antworten


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