Mediennutzung im Kindergarten
Welche Bedeutung haben Medien in der Kita? Im Hinblick auf die Computernutzung im Kindergarten gibt es eine interessante Kontroverse zwischen dem Erziehungswissenschaftler Stefan Aufenanger und dem Kriminologen Christian Pfeiffer (http://bildungsklick.de/a/40020/pro-contra-computer-im-kindergarten/).
Während Aufenanger dafür plädiert, in jeder Kita eine Medienecke einzurichten und schon mit Kindern ab drei Jahren medienpädagogische Projekte durchzuführen, hält Pfeiffer diesen Vorschlag für völlig verfehlt, wenn er sagt:
„Medienkompetenz lernt man im Laufe des Lebens, aber doch nicht im zarten Alter von drei bis sechs Jahren. Es gibt Längsschnittuntersuchungen aus den USA über Kinder, die sehr frühzeitig an Bildschirme herangeführt wurden. Bei diesen Kindern hat die Hyperaktivität um 28 Prozent zugenommen im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die mit Bildschirmen vor dem Alter von sechs Jahren überhaupt nichts zu tun hatte.“
Pfeiffers Einwände haben jedoch das Bundesministerium für Bildung und Forschung nicht davon abgehalten, ein Weiterbildungsprogramm „Basisqualifizierung Medienkompetenz“ für ErzieherInnen auszuschreiben und zu finanzieren (http://www.jugendhilfeportal.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=5796).
Dabei ist das erste Ziel, dass ErzieherInnen selbst einen Zugang zu den neuen Medien bekommen, und das ist sicher sinnvoll.
Ob Kinder unter 5 damit in der Kita vertraut gemacht werden müssen, darf wohl bezweifelt werden. In vielen Elternhäusern spielen Computer und Fernseher ohnehin eine zu bedeutende Rolle.
Sinnvoll allerdings wäre es, wenn das Weiterbildungsprogramm für Gespräche mit Eltern qualifiziert, die ebenso wie viele Wissenschaftler die Folgeschäden von zu frühem und zu intensivem Medienkonsum unterschätzen. Und wenn pädagogische Methoden entwickelt werden, die es Kindern ermöglichen, ihre zu Hause erfahrenen Medieneindrücke in der Kita besser zu verarbeiten.
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