mehrere Kinder

Müssen Kinder mit Migrationshintergrund zu Hause deutsch sprechen?

20.03.2010 Kommentare (1)

Aus vielen Untersuchungen wissen wir, dass diese Forderung Unsinn ist. Kinder sollten zuerst und zuvörderst zu Hause in ihrer Muttersprache sprechen. Dann haben sie ein gutes Fundament zum Erlernen einer zweiten Sprache (vgl. unsere Beiträge https://www.erzieherin.de/was-ist-bilingualitaet.php, https://www.erzieherin.de/was-sprachbildung-ab-der-geburt-bedeutet.php). Dies wurde auch auf früheren Tagungen der Integrationsbeauftragten erwähnt. Nun sagte Frau Böhmer, Inhaberin dieses Amtes, kürzlich das genaue Gegenteil: Kinder müssten zu Hause deutsch sprechen (Quelle: Presserklärung des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften vom 16. März). Wer kann diese Inkompetenz auf hoher politischer Ebene erklären? Wir nicht.

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Kommentare (1)

Anne Kirchhoff 25 März 2010, 10:33

Ich arbeite ja in einem Kindergarten, in dem bilingual gearbeitet wird, und zwar nach dem Immersionsprinzip. Die engl. Muttersprachler sollen NUR und AUSSCHLIEßLICH englisch sprechen, die deutschen Kollegen eben deutsch. Das gibt den Kindern Klarheit und so ist es doch zu Hause auch. Wenn „anderssprachige“ Eltern, vielleicht sogar noch gebrochen mit ihren Kindern deutsch sprechen ist keinem geholfen, vor allem den Kind nicht. Hab ich da nicht im Studium etwas von Semilingualität gelernt ?! Kürzlich war ich in Finnland, die ganz klar sagen, die ursprüngliche Muttersprache muss komplett unterstützt und gelernt werden um die zweite Sprache dazu zu lernen. Es wird ein weiter Weg.. und ich denke, Kinder sollen zu Hause die Muttersprache sprechen und nicht die Sprache des Landes in dem sie leben!!

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