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Mohamad Al Jounde aus Syrien gewinnt den International Children’s Peace Prize 2017

03.01.2018 Kommentare (0)

Mohamad Al Jounde aus Syrien hat den International Children’s Peace Prize 2017 gewonnen. Im niederländischen Den Haag wurde der Sechzehnjährige für seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte von geflüchteten Kindern aus Syrien geehrt. Entgegengenommen hat er den Preis von der Friendensnobelpreisträgerin und Gewinnerin des International Children’s Peace Price Malala Yousafzai. Mohamad musste sein Heimatland selbst infolge des Bürgerkriegs verlassen und hat – neben vielen anderen Projekten – eine Schule in einem libanesischen Flüchtlingslager errichtet. Der International Children’s Peace Prize ist eine Initiative der KidsRights Stiftung, die sich dem Schutz von Kinderrechten auf der ganzen Welt verschrieben hat. 
Malala würdigte während der Preisverleihung die Bedeutung von Mohamads Arbeit, besonders vor dem Hintergrund der zurzeit 28 Millionen vertriebenen Kinder weltweit. Der syrische Bürgerkrieg alleine ist Ursache für die Flucht von mehr als 2,5 Millionen Kindern, die größtenteils schlechten oder gar keinen Zugang zu Bildung haben. „Wie Mohamad sehr gut weiß, ist die Zukunft Syriens von den Kindern des Landes abhängig – deren Zukunft wiederum hängt größtenteils von Bildung ab. Trotz des Leids, das Mohamad und seiner Familie wiederfahren ist, haben sie anderen Kindern dabei geholfen zur Schule zu gehen. Ich bin sehr stolz, dass ich seine Bemühungen unterstützen kann und freue mich, ihm heute den International Children’s Peace Prize überreichen zu dürfen.“
Mohamad ist in Syrien aufgewachsen. Als sich die Sicherheitslage im Land verschärfte, waren er und seine Familie gezwungen, das Land zu verlassen und in den Libanon zu fliehen. Dort hatte Mohamad – ebenso wie die meisten geflüchteten Kinder aus Syrien – keine Möglichkeit zur Schule zu gehen. Gemeinsam mit seiner Familie hat er in einem Camp eine Schule aufgebaut, die mittlerweile 200 Kindern Zugang zu ihrem Recht auf Bildung ermöglicht. Schon als Zwölfjähriger hat Mohamad den Kindern so Mathe und Englisch beigebracht. Für seine Arbeit mit den Kindern setzt Mohamad heute außerdem Fotografie sowie Spiele ein und hilft ihnen somit, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, zu lernen und Spaß zu haben.
KidsRights: Lasst uns eine verlorene Generation aus Syrien verhindern. Kinder haben die Kraft positive Veränderung herbeizuführen – das Expertenkomitee sieht in Mohamad ein Paradebeispiel dafür. „Mahamad ist ein echter Changemaker: konfrontiert mit einer Situation, die viele von uns als unüberwindbare Herausforderung empfunden hätten, entschied er, sein Schicksal und das anderer Kinder im Flüchtlingscamp selbst in die Hand zu nehmen,“ sagt Marc Dullaert, Gründer und Vorsitzender der Stiftung KidsRights.
Dullaert betont dennoch, dass Kinder nicht alles alleine meistern können und fordert die Weltgemeinschaft dazu auf, ihre Versprechen an Geflüchtete aus Syrien zu erfüllen. Die Bildungsgelder bespielweise, die bei verschiedenen Spendenveranstaltungen zusammengekommen sind, wurden bisher nur teilweise ausbezahlt. Die Länder der Krisenregion, die den Geflüchteten Zuflucht gewähren, waren bisher nicht in der Lage ihnen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.
Dullaert warnte die Gäste in Den Haag vor einer verlorenen Generation in Syrien. „Für Kinder und Jugendliche ist Bildung der Schlüssel zur Zukunft. Um eine verlorene Generation entwurzelter Kinder aus Syrien zu verhindern, ist Zugang zu Bildung die grundlegende Voraussetzung. Es ist genau diese Generation, die Syrien wieder aufbauen wird, wenn der Krieg vorbei ist. Aus einem humanitären Standpunkt sind wir verpflichtet, ihnen einen Zugang zu Bildung zu geben. Wenn jegliche Zukunftsaussicht fehlt, sind Menschen gezwungen ihre Zukunft andernorts aufzubauen. Bildung ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis – sie fördert Stabilität und hilft, die psychologischen und sozialen Bedürfnisse von Kindern in Konfliktsituationen zu stillen.“

Quelle: Pressemitteilung von APCO Worldwide vom 4.12.2017

 

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