mehrere Kinder

Moral und Kindesmord. Wie irische Kinder durch Nonnen zu Tode kamen

Hilde von Balluseck

12.06.2014 Kommentare (2)

Eine Historikerin hat in Irland Verbrechen ans Tageslicht gebracht, die einem Horrorroman zu entstammen scheinen. In einem Heim für ledige Mütter wurden zwischen 1925 und 1961 fast 800 Kinderleichen in einem Abwassertank "entsorgt" oder in einem Massengrab verscharrt.  Die Nonnen des katholischen Ordens Bon Secours Sisters übernahmen das Heim 1925 und ließen den Abwassertank umbauen, damit sie die Leichen hineinwerfen konnten.

Die Nonnen sahen ihre Aufgabe darin, die Mütter und ihre Kinder für ihre "Sünden" büßen zu lassen. Ein Drittel der dort geborenen Kinder starb im ersten Lebensjahr an Masern, Lungenentzündung, Tuberkulose, die meisten aber sind verhungert. Kinder, die die ersten Jahre überlebten, wurden als Vierjährige gezwungen, sich um sechs bis acht Babys zu kümmern. Wenn sie 7 oder 8 Jahre alt waren, wurden sie in kircheneigene Arbeitslager verlegt, wo sie schwerste Arbeiten verrichten mussten und körperlich und sexuell misshandelt wurden.

Es gab mehrere dieser Heime, die Säuglingssterblichkeit betrug bis zu 50 Prozent. Überlebende Babys wurden, wenn sie Glück hatten, manchmal an kinderlose Ehepaare im Ausland, vorzugsweise in den USA, verkauft. Bis in die neunziger Jahre gab es diese Heime für  "gefallene Mädchen" und auch die kircheneigenen Arbeitslager.

Die Historikerin Catherine Corless hat das Thema nun in die Öffentlichkeit gebracht. Da der massenhafte Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen schon länger diskutiert wird, plant die irische Regierung nun eine Untersuchung aller Heime und der darin begangenen Verbrechen.

Alle Angaben in diesem Beitrag stammen aus dem Artikel "Ausgeburten des Satans" von Ralf Sotscheck in der tageszeitung vom 10. Juni 2014, S. 13.

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Kommentare (2)

Reggy 13 Oktober 2024, 18:04

Neben Irland auch Kanada und die USA , wo in katholischen Heimen indigene Kinder getötet wurden. Durch die Kirche sanktionierter Massenmord an den Schwächsten der Gesellschaft.

Sweeti 04 August 2014, 19:40

Ich bin sprachlos vor Ensetzen! Selbst im schlimmsten Horrorfilm könnte man sich kaum etwas
Grausameres vorstellen. Es tut mir in der Seele weh.
Man mag gar nicht darüber nachdenken. Endlich hat sich jemand dieser armen Kinder erbarmt und berichtet über ihr Schicksal, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Gebt den ermordeten Kindern eine Stimme!

Sweeti

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