Moral und Kindesmord. Wie irische Kinder durch Nonnen zu Tode kamen
Eine Historikerin hat in Irland Verbrechen ans Tageslicht gebracht, die einem Horrorroman zu entstammen scheinen. In einem Heim für ledige Mütter wurden zwischen 1925 und 1961 fast 800 Kinderleichen in einem Abwassertank "entsorgt" oder in einem Massengrab verscharrt. Die Nonnen des katholischen Ordens Bon Secours Sisters übernahmen das Heim 1925 und ließen den Abwassertank umbauen, damit sie die Leichen hineinwerfen konnten.
Die Nonnen sahen ihre Aufgabe darin, die Mütter und ihre Kinder für ihre "Sünden" büßen zu lassen. Ein Drittel der dort geborenen Kinder starb im ersten Lebensjahr an Masern, Lungenentzündung, Tuberkulose, die meisten aber sind verhungert. Kinder, die die ersten Jahre überlebten, wurden als Vierjährige gezwungen, sich um sechs bis acht Babys zu kümmern. Wenn sie 7 oder 8 Jahre alt waren, wurden sie in kircheneigene Arbeitslager verlegt, wo sie schwerste Arbeiten verrichten mussten und körperlich und sexuell misshandelt wurden.
Es gab mehrere dieser Heime, die Säuglingssterblichkeit betrug bis zu 50 Prozent. Überlebende Babys wurden, wenn sie Glück hatten, manchmal an kinderlose Ehepaare im Ausland, vorzugsweise in den USA, verkauft. Bis in die neunziger Jahre gab es diese Heime für "gefallene Mädchen" und auch die kircheneigenen Arbeitslager.
Die Historikerin Catherine Corless hat das Thema nun in die Öffentlichkeit gebracht. Da der massenhafte Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen schon länger diskutiert wird, plant die irische Regierung nun eine Untersuchung aller Heime und der darin begangenen Verbrechen.
Alle Angaben in diesem Beitrag stammen aus dem Artikel "Ausgeburten des Satans" von Ralf Sotscheck in der tageszeitung vom 10. Juni 2014, S. 13.
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