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mehrere Kinder

Nachdem die Coronaviren in Kitas ein Problem sind

Angelika Mauel

03.08.2020 | Fachkommentar Kommentare (15)

Nun steigt die Zahl der Infizierten und die der coronafreien Landkreise sinkt. Obwohl offiziell erst nach den Ferien die Öffnung zum Regelbetrieb kommen soll, sind in vielen Kitas schon jetzt alle Kinder da. Vielerorts ist der Personalmangel schlimmer als zuvor. Diejenigen die wirklich gern wieder an ihre Arbeitsstellen zurückgekehrt sind und diejenigen, die lieber woanders wären, finden freiwillig oder notgedrungen in ihre Berufsrolle zurück. Die FachschülerInnen sind erleichtert, dass die Pandemie nicht verhindert hat, dass sie ihre Prüfungen ablegen konnten und junge und ältere ErzieherInnen freuen sich einerseits auf die Kinder – aber es gibt viele „abers“...

Der Alltag ist strukturierter als vor Corona. Einige Erzieherinnen empfinden ihn dennoch als chaotischer.   Mehr Absprachen müssen getroffen und eingehalten werden und manches misslingt. (Die Flure sind zu schmal.) PraktikantInnen starten unter erschwerten Bedingungen. Spezifisches Erfahrungswissen zur Krise können ihnen die älteren KollegInnen nicht vermitteln. Und doch wird erwartet, dass sich alle Teammitglieder gemeinsam als Kompetenzteam präsentieren. Professionell gute Miene machen ist angesagt.

Als ob wir immun gegen diese Krankheit mit den noch nicht bekannten Spätfolgen wären. Auch wenn unser Immunsystem es gewohnt ist, einiges wegzustecken, bleibt ein ungutes Gefühl. So viele Nahkontakte zu kleinen und großen Menschen und die selbst genähten Alltagsmasken bieten nur geringen Schutz. Um unsere Sicherheit am Arbeitsplatz sieht es nicht gut aus. Auch für die Kinder wünschen wir uns mehr Schutz vor Covid 19 – und diversen anderen Krankheiten! 

Parole „We can do it“?

Die „beherzten“ Bekenntnisse in Kitafenstern „Kinder, wir vermissen euch!!!“ kamen gut an. Viele selbst gedrehte Videos für die Kinder und ihre Eltern wurden gelobt. Doch manches Rollenspiel vor der Kamera hat einigen von uns schlaflose Nächte oder Bauchschmerzen bereitet. - War nicht manches zu peinlich? Wie hätten wir die Zeit im Home Office besser nutzen können?

War es im Sinne der Berufsgruppe klug, mit Bastelaktivitäten und Fingerspielen online zu gehen und so zu tun, als würden uns die Eltern quasi einen Gefallen tun, wenn wir baldmöglichst wieder ein volles Haus haben könnten? Niemand scheint die Eltern daran erinnert zu haben, dass noch die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst anstehen. Warum wurde nirgendwo ausgehängt „Wir nehmen uns jetzt endlich die Zeit, gründlich über notwendige Veränderungen in Kitas nachzudenken!“? 

Betreuungstechnisches Roulette – Nein danke!

Was die Hygiene und das Einhalten von Vorschriften angeht, gehen die Kompetenzen und Meinungen in den Teams gewaltig auseinander. Es gibt ErzieherInnen, denen ein vorsichtiges Vorgehen wichtig ist. Andere machen sich „keinen Kopf“, warten auf Anweisungen oder hängen Verschwörungstheorien an. Wird von Ministerien übermittelt, wann Atteste vorgelegt werden sollen, werden sie von den Eltern gefordert. Kommt die erwartete Kehrtwende, passt man sich wiederum an. Noch haben wir ziemliches Glück gehabt, haben viele gedacht und fangen nun an zu zweifeln.

Dank der legalen Enge in unseren „Kinderparadiesen“ waren Kitakinder „traditionell“ viel zu oft krank. Und wir auch. An Herbsttagen sah es in manchen Gruppen aus, als wären die Gesunden zu Hause geblieben. Besonders eilig verließen manche Eltern den Gruppenraum. Wer panische Angst vor einer Ansteckung hat, ergreift in unseren „Kinderparadiesen“ schnell die Flucht. „Wie soll es weitergehen, falls die Fallzahlen stark ansteigen oder Coronaviren mutieren und aggressiver werden?“ fragen sich allerdings auch weniger ängstliche Naturen. – Worauf wir uns nach den Ferien einstellen können: Nachdem Kinder wochenlang nur drastisch reduzierte Sozialkontakte hatten, könnte ihr Immunsystem in der Kita plötzlich extrem gefordert sein. „So etwas  gab es bei uns noch nie“, sagte Gesamtkirchenpflegerin Ulrike Weiß nachdem extrem viele Kinder fehlten.

Es ist schon lästig genug, dass Kopfläuse und ansteckende Bindehautentzündungen regelmäßig die Runde machen. Gegen die Coronaviren aber gibt es noch keinen Impfstoff und keine sicher helfenden Heilmittel. Aus diesem Grund fürchten wir uns davor, in längst nicht jederzeit gut zu belüftenden Gruppenräumen (Mehrgeschossige Kitas!) ein betreuungstechnisches Roulette mit den uns anvertrauten Kindern zu veranstalten. WissenschaftlerInnen wissen noch so wenig über diese Krankheit und ihre Spätfolgen. Nicht wenige Eltern aber werden vor uns verstärkt als fordernde Besserwisser auftrumpfen. 

Wenn Eltern keine Alternative zur Kita-Betreuung sehen

Die beginnende Hand-Mund-Fuß-Krankheit wurde schon vor Corona öfter „vorbeugend“ von Eltern als „Brandbläschen“ bezeichnet. Das Kind habe den Kakao zu heiß getrunken. Es sei von Insekten gestochen worden... Kurze Zeit später mehrten sich die typischen Bläschen. Wie gut, dass das Hand-Mund-Fuß-Exanthem eine meist nur unangenehme, aber harmlose Krankheit ist, mit der man in Gemeinschaftseinrichtungen üblicherweise keine Probleme hat. Doch sobald immer wieder Kinder wegen des Verdachts auf einen ansteckenden Magen-Darm-Infekt nicht abgeholt werden, weil sie angeblich „nur etwas Falsches gegessen oder getrunken haben“ kann eine Gruppe, ja sogar ein ganzer Kindergarten schnell durchseucht sein und es über Wochen bleiben.

Bei manchen ErzieherInnen schrillen die Alarmglocken, wenn ein Anruf kommt, dass ein Kind nur einen Tag daheim bleibt, weil die Patentante oder Oma zu Besuch gekommen sei. Eltern fehlen bei einem Magen-Darm-Infekt ihres Kindes notgedrungen den ersten Tag. Am zweiten bringen sie es leider gern wieder in die Kita. Wenn es ihm nicht gut geht, muss es sich erleichtern: Brockenhusten. Während des Saubermachens sind manche ErzieherInnen empört. „Wenn die Eltern uns weiterhin so belügen, belüge ich sie demnächst auch“, gestand mir eine junge Kollegin.

„Bauchweh“ kann auch ein Symptom der Krankheit Covid 19 sein. Für manche Kleinkinder ist jeder Schmerz, den sie benennen wollen „Bauchweh“. Nicht jedes Missverständnis lässt sich klären, indem ein Kleinkind auf sein Ohr zeigt.

„Hast du wieder Bauchweh? Musst du schon wieder kotzen?“ Geschwister, die ihre Schwester oder ihren Bruder trösten wollen, verraten uns freimütig, dass er oder sie bereits in der Nacht ganz doll gespuckt hat. - Und wir sollen allen Ernstes darauf vertrauen, dass Eltern ausnahmslos ihre Kinder bei ernst zu nehmenden Symptomen daheim lassen würden? Ausgerechnet jetzt, wo alle Krankentage für das Kind aufgebraucht sind und von Arbeitgeberseite vermutlich noch mehr Druck ausgeübt wird als vor Corona? 

Welche neuen „Kompetenzen“ werden von uns erwartet?

ErzieherInnen sollen als medizinische Laien unterscheiden, ob Kinder nur ein vertretbares „Schnüpfchen“ haben oder einen hochgradig infektiösen Schnupfen, der nicht im Kindergarten verbreitet werden darf. Hört sich der Husten eines Kindes hart und trocken, also nach einem typischen Symptom für Sars-CoV-2  an - oder ist der Husten locker und das Kind darf weiter husten? Claudia Theobald spottet leicht ironisch zu dem, was uns im Berufsalltag erwartet in ihrer „Glücks-Kita in Rheinland-Pfalz“. 

Fachkräfte in allen Bundesländern wissen: Die künftigen Auseinandersetzungen mit Eltern darüber, ob ihr Kind die Kita besuchen darf oder nicht, werden anstrengender werden. Noch anstrengender, denn auch vor Corona war es vielerorts ein Problem, dass gewisse Eltern partout nicht hinnehmen wollten, wenn ihr Kind aufgrund von Krankheitssymptomen nicht im Kindergarten betreut werden konnte. - Nicht grundlos hat sich der unschöne Ausdruck „Elternarbeit“ in Kindergärten etabliert. „Erziehungspartnerschaft“ klingt zwar besser, doch wenn Eltern und Erzieher sich nur pro forma wie Partner behandeln, werden sie zu Sparringspartnern. 

Eltern und ErzieherInnen sind gleichermaßen „Experten“

Schon seit mindestens zwanzig Jahren wird dem Nachwuchs im Beruf an Fachschulen beigebracht, dass Eltern und ErzieherInnen Experten seien. Die Eltern seien Experten für ihr Kind, so wie es sich in der Familie und im privaten Umfeld zeigt und die ErzieherInnen seien Experten für das Kind in der Gruppe. Also sei ein Gespräch zwischen Eltern und ErzieherInnen immer ein „Gespräch unter Experten“. - Als ob das stimmen könnte! Angenommen es unterhalten sich eine Fachkraft mit wenig Talent für den Beruf und wiederholt vom Jugendamt beratene Eltern über die Probleme ihres daheim misshandelten, in Obhut genommenen Kindes...

„Experten“ wurden auch anlässlich eines so genannten „Schnupfengipfels“ in Baden-Württemberg befragt. 

Wann ist endlich Schluss mit dem Helden- und Expertenstuss?

Immerzu werden Menschen in unserer Gesellschaft entweder zu Experten oder zu Helden erklärt. Oftmals grundlos und nicht frei von Absichten und Machtansprüchen! „Experten“ – das erleben wir gerade im Hinblick auf Corona   – sollen die Expertise liefern, die vom Auftraggeber gewünscht wird. Und auch wir sollen quasi nach Bestellung Dienst nach Vorschrift leisten und bloß nicht parteiisch mit Herz und Verstand für Kinder eintreten. Dabei sollte eine demokratische Gesellschaft genau das von uns fordern – und nicht, dass wir kranke Kinder gesunde Kinder anstecken lassen! Wann infizieren ErzieherInnen sich nicht mehr immerzu mit „banalen Infekten“ - sondern mit kritischem Gedankengut? 

Den KinderärztInnen graust es vor überfüllten Wartezimmern. Eltern verlangen in den Praxen nach Attesten, heißt es und in den Medien wird der Eindruck erweckt, dass ErzieherInnen die Ursache des Übels für die Eltern und die Kinderärzte wären. Als ob sie scharenweise wegen eines banalen Schnupfens willkürlich Atteste verlangen würden! Kinderarzt Dr. Burkhard Voigt spricht von Attestitis.  

Auch der stete Hinweis in den Medien darauf, welcher volkswirtschaftliche Schaden drohe, wenn Kindergartenkinder nicht mehr verlässlich im „Regelbetrieb“ betreut werden, schiebt ErzieherInnen den schwarzen Peter zu.

Dabei wollen sie so gut es geht sich selbst und ihre Angehörigen und auch die Kinder der Einrichtung schützen. Am liebsten ohne auch nur einem von ihnen den tiefen Rachenabstrich zuzumuten. 

Vonwegen Attestitis!

Ein Attest zu fordern ist eigentlich nur eine Notlösung, eine Art Bankrotterklärung überlasteter ErzieherInnen, denen keine Zeit oder Gelegenheit für klärende Gespräche mit den Eltern bleibt. Notgedrungen wurde die Forderung nach Attesten zu einer pragmatischen Strategie gegenüber Eltern, die nicht mit sich reden lassen, wenn es um die Unterbringung ihres nicht symptomfreien Kindes geht. ErzieherInnen wissen, wie leicht Eltern auf die Schnelle Atteste ergattern können. Kaum ein Arzt nimmt sich die Zeit, beispielsweise einem immer wieder von Läusen befallenen Kind die Haare im Rahmen einer Untersuchung gründlichst durchzukämmen. Und wenn weder freundliches noch nachdrückliches Bitten oder gar die in die Bildungsdoku geklebte tote Laus nicht für Abhilfe sorgen konnten, sehen sich ErzieherInnen gezwungen andere Wege zu wählen. 

Sich untereinander austauschende ErzieherInnen haben bald erfahren, dass längst nicht alle Kinderärzte den tiefen Rachenabstrich bei Kindern vornehmen, der ein aussagekräftiges Ergebnis im Hinblick auf Sars-CoV-2 liefern könnte.  

Doch obwohl er für einen Moment unangenehm ist, legen ErzieherInnen Wert darauf, dass er nicht versäumt wird, wenn es um die Gesundheit geht und darum, eine Quarantäne für alle möglichst zu verhindern. Die Angst, dass man uns in einem Schadensfall ein Versagen vorwerfen könnte, ist eine Belastung, an die Eltern mit ausgeprägten persönlichen Interessen kaum denken. 

Wie (un)wichtig darf die Gesundheit der Kinder sein?

Der Verband für Bildung und Erziehung appelliert an Eltern das zu tun, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Kranke Kinder zu Hause zu lassen. Nun sind jedoch mit Sars-CoV-2 infizierte Kinder längst nicht immer erkennbar krank. Weder die Eltern des Kindes noch berufserfahrene Fachkräfte können hellsichtig diagnostizieren, wann Gefahr durch die Coronaviren droht. Vor diesem Hintergrund war die „apodiktische Forderung“ von Familienminister Joachim Stamp eigentlich gar nicht so falsch, wenn man den Fokus konsequent auf den Gesundheitszustand der Kindergruppe legt. Stamp hatte zunächst gefordert, "dass jeder Tropfen in der Nase zum Ausschluss von der Betreuung führen müsse.“  - Doch wie nicht anders zu erwarten, hat er sich bald darauf von dieser auf wenig Gegenliebe der Eltern stoßenden Forderung distanziert. Es wäre auch nicht im Sinne der Kinder, wenn von Allergien betroffene Mädchen und Jungen nicht in Kindergärten hätten betreut werden dürfen. - Doch Stamps zunächst strenger Maßstab hätte dafür gesorgt, dass der übertriebenen Lässigkeit, mit der Eltern gesundheitlich angeschlagene Kinder in Kitas betreuen lassen, die Grundlage entzogen worden wäre. Mehr Ruhe, eine bessere Ernährung und Eltern, die gern möglichst viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, würden einiges bewirken. Nicht nur Kinder brauchen Vorbilder, auch Eltern könnten andere Vorbilder gebrauchen als jene, die ihrem Kind noch eben im Wickelraum der Kita ein Fieberzäpfchen in den Po schieben.  

In welcher Kita hat sich Sozial-Staatsekretär Nikolaus Voss beraten lassen?

Kinder mit Schnupfen, leichtem Husten oder Halsschmerzen können in den Kitas im Land Mecklenburg-Vorpommern von August an wieder betreut werden. Sie dürfen nicht mit Verweis auf die Covid-19-Pandemie nach Hause geschickt werden, heißt es aus dem Sozialministerium. „Allgemeine und unspezifische Symptome wie erhöhte Temperatur oder Bindehautentzündung bei Kindern seien kein Ausschlussgrund für den Besuch der Kita, stellte Sozial-Staatssekretär Nikolaus Voss (SPD) am Freitag in Schwerin klar. Auch in Berlin sieht es nicht besser aus. Der „Musterhygieneplan“ wurde korrigiert. 

Sehr geehrter Herr Voss, haben Sie schon einmal stundenlang ein quengeliges Krippenkind mit „nur erhöhter Temperatur“ auf dem Arm umher getragen?

Erfahrungsgemäß wird aus erhöhter Temperatur am Morgen im Laufe des Tages Fieber. Die zweite Krippenerzieherin muss beispielsweise allein einen Kindergeburtstag organisieren und zahlreiche Windelwechsel nebenher erledigen. Würde „die belastete Erzieherin“ das überforderte Kind mit der überhöhten Temperatur vom Arm absetzen, wird es höchstwahrscheinlich weinen. Es will getragen werden. Und wehe, jemand meint, das Kind schlafe! Eine falsche Bewegung und nicht nur ein Kind fängt an zu weinen. Auch andere Kinder brauchen innige Zuwendung. Nur vier Augen, die aufpassen sind in Krippen und altersgemischten Gruppen nicht genug. Vor allem kurz vor Mittag sind einige Kleinkinder übermüdet. Manchmal fällt deswegen eins vom Stuhl. Aber zuhause haben viele dieser Kinder „nichts gehabt“ und sind angeblich nach dem Abholen wegen Krankheit quietschvergnügt durch die Wohnung getobt. - Das sagen uns die Eltern. Manchmal glauben wir ihnen, aber meistens schaffen wir das nicht. Was meinen Sie als fünffacher Vater? Können Sie nachvollziehen, in welcher Zwickmühle die ErzieherInnen stecken? Manchmal finden sie die Corona-Regelungen eines anderes Bundeslandes besser als die des eigenen. Gerade Mecklenburg-Vorpommern ist wahrlich nicht der Hit für ErzieherInnen. Dass sich mit mehr Respekt vor der Krankheit Covid 19 und einem Interesse am Schutz der ErzieherInnen und der Kinder andere Regelungen finden lassen, zeigt ein Blick auf andere Bundesländer. „Kinder dürfen generell nicht betreut werden, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Die Art und Ausprägung der Krankheitssymptome sind dabei unerheblich“, hieß es in NRW. Aber auch dort wurde „nachgebessert“. 

Wir wollten schon vor Corona keine gesundheitlich angeschlagenen Kinder betreuen und schon gar nicht jetzt, wo so viel anderes beachtet werden muss.

Zur Bindehautentzündung: Wir sind dagegen, dass sie sich hopp-hopp von einem Kind zum anderen bis hin zu uns, Eltern und Großeltern verbreitet. Zu oft fallen mittlerweile Großeltern als Babysitter im Krankheitsfall aus. Sie haben schlechte Erfahrungen mit der Betreuung der Enkel gemacht und wollen sich nicht ständig anstecken. Wegen einer ansteckenden Bindehautentzündung oder der Einnahme von Medikamenten nicht mehr Auto fahren zu können, hielt einige liebevolle Omas und Opas schon vor der Corona-Pandemie davon ab, ihre kranken Enkel zu besuchen. 

Eine familienfreundliche Politik braucht bessere Ideen.

Wie wäre es mit einer gehörigen Vervielfachung der Krankentage für die Kinderbetreuung? Denn wenn acht bis zehn oder zwölf Infekte pro Kind und Kindergartenjahr in „normalen Zeiten“ normal sein sollen, dann können nur zwanzig Kind-Krank-Tage derzeit definitiv nicht ausreichen.

Würden Eltern ganz selbstverständlich mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen, wäre das für die Arbeit der Fachkräfte in den Einrichtungen enorm entlastend. Die Kinder wären gesünder. - Doch welche Trends hat uns der chronische ErzieherInnenmangel beschert? Private Träger wollen eine Prämie zahlen, wenn ErzieherInnen überhaupt nicht während ihrer Arbeit fehlen. Die Prämie ist so hoch, dass vor allem in Metropolen mit hohen Lebenshaltungskosten sich langjährig ausgebildete Fachkräfte korrumpieren lassen dürften. Aber auch wir dürfen nicht krank in die Kitas gehen!

Was lernen Kinder eigentlich in Krippen und Kitas, wenn sie sehen, dass Eltern sich morgens konsequent von ihrem kränkelnden Kind entfernen, obwohl das Kind eindeutig dagegen ist? Sollen sie lernen, dass es normal sei, dass Eltern die empathische Zuwendung zum Kind dem jeweils anwesenden Personal überlassen? Sollen die immer wiederkehrenden Abschiedsszenen Anschauungsunterricht dafür sein, wie  selbstverständlich sich Erwachsene verbünden und über die Gefühle von Kindern hinwegsetzen?

Zahlen oder Fake-news?

In den Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen sind seit Anfang Juni insgesamt 45 Corona-Infektionen bei Kindern und 28 bei Mitarbeitern gemeldet worden. Das teilte das NRW-Familienministerium am Dienstag mit.

Weiter erklärt Stamp: „Rund sieben Prozent der insgesamt etwa 138 000 Kita-Beschäftigten fallen derzeit wegen Vorerkrankungen als Corona-Risikogruppe aus. Vor einiger Zeit seien es noch 20 Prozent gewesen. Viele Mitarbeiter, die eigentlich zur Corona-Risikogruppe zählten, ließen sich ausdrücklich gesundschreiben, um arbeiten zu können.“ 

Tatsächlich? - Wie viele ErzieherInnen waren es, die sich haben „gesundschreiben lassen“? Arbeitsrechtlich betrachtet gibt es die Gesundschreibung für ArbeitnehmerInnen nicht. Ein erneuter Arztbesuch, um sich wieder arbeitsfähig schreiben zu lassen, ist nicht nötig. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung enthält kein Arbeitsverbot. Das Wörtchen „voraussichtlich“ stellt klar, dass es sich lediglich um eine Prognose handelt. 

Kann es wirklich sein, dass diensteifrige ErzieherInnen eigens eine Gebühr für ein Attest bezahlt haben, um wieder arbeiten zu „können“? Oder war der Ablauf des letzten Tages einer Krankschreibung  die Ursache dafür, dass viele ErzieherInnen wieder zu den arbeitsfähigen Kräften gezählt werden können? Wer wochenlang keinen Kontakt zu einer Kindergruppe hatte, ist meist nicht mehr durch schwelende Infekte belastet. Zahlreiche ErzieherInnen haben in den Sommermonaten Urlaub genommen. Viele Kitas haben für drei Wochen in den Ferien geschlossen. Nachdem der „Telefonjoker“ für Krankmeldungen nicht mehr gilt, sank die Quote der arbeitsunfähigen ErzieherInnen vermutlich auch deshalb. Realistisch ist es ebenfalls, davon auszugehen, dass sowohl von KollegInnen als auch von Seiten des Trägers Druck auf lange fehlende ErzieherInnen ausgeübt wurde. Nach den Ferien findet die Eingewöhnung neu aufzunehmender Kinder unter erschwerten Bedingungen statt. Ein Plakat mit dem Bild von Schnullerbabys und den Worten „Bleibt zuhause!“ trauen Erzieherinnen sich nicht aufzuhängen. Wenn auch selten, kann es bei Babys sogar zu besonders schweren Krankheitsverläufen kommen.  

Wer glaubt an Spontanheilungen durch den MDK?

Kam es in den letzten Wochen vielleicht sogar öfter vor, dass langfristig krankgeschriebene ErzieherInnen vom medizinischen Dienst der Krankenversicherung einfach für arbeitsfähig erklärt wurden? Ohne dass ein erneuter Arztbesuch stattgefunden hätte? Krankenkassen wünschten, von krankgeschriebenen Mitgliedern angerufen zu werden. Diese sollten noch einige Fragen telefonisch(!) beantworten, obwohl der Fragebogen bereits ordnungsgemäß ausgefüllt worden war. Zusenden wollte man den Erzieherinnen die noch offenen Fragen, die vor der Überweisung des Krankengeldes abgeklärt werden sollten, nicht. 

Wann kommt die Umgewöhnung?

Kinder, Eltern und KollegInnen fanden es in der Vergangenheit nach kurzer „Gewöhnungszeit“ nicht mehr auffällig, wenn Auszubildende, Berufspraktikanten und ErzieherInnen erkennbar krank in die Kitas kamen. Heiser, hustend, schniefend, mit verquollenen Augen... Muss eine schlapp wirkende Kraft laut niesen, wird ihr schon mal reflexhaft „Gesundheit!“ gewünscht, aber oft genug wird es nicht beachtet und Eltern und KollegInnen sind nur froh, dass sie „nicht im Stich gelassen wurden“,

Wann wird umgedacht? Wann trauen wir alle uns wieder, Gesundheit als den Normalzustand anzusehen? Kinder in Waldkindergärten machen nicht die hohe Anzahl an Infekten durch, die laut dem Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte  angeblich dem Aufbau des Immunsystems dienen sollen.

„Kinder sind unser höchstes Gut“, sagen vor allem Politiker gern. Auch Gesundheit  soll ein hohes Gut sein.

Aktuelles zu Corona in Kitas und anderen Einrichtungen

Weil der ErzieherInnenmangel in vielen Kitas nicht die empfohlene strikte Trennung der Gruppen und ihre Betreuung durch allein für diese Gruppe zuständige Fachkräfte zulässt, kommt es schon jetzt zu vorhersehbaren Problemen. In einer Kita in Fischbach hat eine Erzieherin Kinder aus zwei Gruppen betreut und mit den Kindern dreier Gruppen im Garten gesungen. „Alle Hygieneregeln eingehalten“ heißt es, als ob es nichts zu beanstanden gäbe. Aber die Kinder von drei Gruppen mussten in die Quarantäne. Derartige Fälle werden sich mehren.

In einer Chemnitzer Kita wurde eine Erzieherin positiv getestet. Fünf Personen sind ebenfalls infiziert. In beiden Fällen wird noch auf weitere Untersuchungsergebnisse gewartet.

Es heißt immer wieder, dass Kinder nicht die Treiber in der Pandemie wären und es wird auch gesagt, dass Kita- und Schulschließungen das wirksamste Mittel zur Eindämmung der Ausbreitung wären. Andere Studien, andere Ergebnisse.  

Persönliche Entscheidungen müssen von uns getroffen werden: Gehen oder bleiben? Ab zum Psychiater wegen eines Attestes – obwohl in Wirklichkeit das Betreuungssystem krank ist? Keine übergroße Angst vor einem Neuanfang in einem anderen Arbeitsfeld haben oder tapfer, mutig und selbstbewusst das Beste aus der Situation machen, die wir vorfinden?

Früher habe ich gern sozial engagierte, unkonventionell denkende Menschen darin bestärkt Erzieher oder Erzieherin zu werden. Aufmüpfige Charaktere würden unserem Berufsstand und auch den Kindern nur guttun, habe ich mir gedacht. Heute rate ich niemandem mehr zu. Und wenn ich mit älteren ErzieherInnen spreche, dann plädiere ich für „Aufhören, wenn es am schönsten ist!“ - Es ist nicht schön, sich „verheizen“ zu lassen. Doch wer für seinen Traumberuf brennt, kann andere damit anstecken, sich gemeinsam für Verbesserungen stark zu machen. - Und „Zündstoff“ dafür können auch diejenigen beisteuern, die bereits aus dem Beruf ausgestiegen sind oder es noch tun werden. 

Nach außen hin schweigen und nur im Personalzimmer oder zuhause schimpfen, kann keine Lösung sein.

Eine Freundin und ehemalige Mitschülerin, zu Beginn unserer Erzieherausbildung die Jüngste in der Klasse, hat Covid 19 bekommen. Sie ist jetzt nicht mehr „positiv“, aber gut geht es ihr noch immer nicht.

Ihre Meinung ist gefragt!

Diskutieren Sie über diesen Beitrag.

Kommentare (15)

Grete 19 Oktober 2020, 14:30

Ein Dankeschöne an die Schreiberin des Artikels.
Ich rede schon seit einiger Zeit davon, dass Erzieher in diesem Coronasystem verheizt werden. Habe sogar an den zuständigen Sozialdezernenten geschrieben. Die Antwort war eine Ernüchterung. Es ist doch alles bestens, fragen sie ihre KITA-Leitung.
Ich bin über 60 Jahre, habe Asthma und Neurodermitis. Das Gesundheitsamt meint, ich könne bedenkenlos den Job als Erzieherin ausüben. Klar, die sitzen ja nicht zwischen 20 Kindern und wir brauchen Erzieher. Meine Rente wollte ich schon noch erreichen. Was bleibt einem übrig? Der Arzt ......

Netti 06 September 2020, 23:07

Mein Arbeitgeber will jetzt nochmal genau hinschauen ob die Mitarbeiter mit einem Attest auch wirklich so richtig zur Risikogruppe gehören oder doch in der Kita wieder eingesetzt werden könnten.
Ich gehöre zur Risikogruppe und stehe jetzt vor der Entscheidung :in meinen Traumberuf trotz bleibender Gesundheitsrisiken weiter zu arbeiten oder auszusteigen?
Es tut weh,aber meine Gesundheit sollte an erster Stelle stehen.
Keiner gibt mir eine Garantie .......und eine Impfung hilt auch nicht wirklich.

Angelika Mauel 18 August 2020, 21:30

Hallo Ute,



die Klagen über fehlende Vollzeitstellen kenne ich auch, aber mein Eindruck ist, dass sie weniger geworden sind, weil tatsächlich auch viele Vollzeitkräfte gebraucht werden. Umgekehrt klagen auch Erzieherinnen darüber, dass sie lieber in Teilzeit arbeiten würden und der Träger ihre Stundenzahl nicht reduzieren will. Gerade weil der Beruf anstrengend sein kann, möchten einige vor dem Renteneintritt nur noch tageweise arbeiten. Dabei kann man sich meiner Erfahrung nach besser regenerieren, als wenn man jeden Tag nur halbtags arbeitet.



Vielleicht hat ein neuer Vorstoß wegen einer Vollzeitstelle mehr Erfolg. Du könntest auch einfach nur nach einem Zwischenzeugnis fragen. Sobald die Aussicht besteht, eine bewährte Kraft könnte kündigen, könnte dir der Vertrag angeboten werden, den du gern hättest.



Alles Gute!



Angelika

Angelika Mauel 18 August 2020, 17:41

Hier in NRW kamen Bescheide aus den Ministerien auch reichlich spät an.



Das war auch schon früher so. Als dieser unsägliche Delfin-4-Test anstand, hatte eine Einrichtung in meiner Nähe den Test am Freitag in der Post. Die Erzieherinnen haben auf ihr Wochenende verzichtet (!!!) und den Test dann am Montag gemacht. Solange Erzieherinnen nicht begreifen, wann sie am besten konsequent Nein sagen, kann man sie immer wieder überrumpeln. Das ist nicht fair, aber so läuft es.



Dein letzter Gedanke lädt zum Nachdenken ein. Sobald wir dem Nachwuchs davon abraten würden, jetzt noch Erzieher zu werden, könnte unser Schutz vor einer Ansteckung auf der Arbeit ernster genommen werden.

Angelika Mauel 18 August 2020, 17:31

Hallo Steffi,



wenn du aussteigst, lass ruhig andere erfahren, warum. Sobald sich einige derjenigen, die jetzt wegen Corona vielleicht nur ein paar Monate früher aufhören, zusammentun, würde das Unbehagen der Erzieherinnen im Hinblick auf ihre Gesundheit und die der Kinder vermutlich ganz anders wahrgenommen. Wir müssen nicht immerzu so tun, als wäre alles supergut zu schaffen.



Alles Gute!



Angelika



Angelika Mauel 18 August 2020, 17:03

Kleine Gruppen wären generell besser und es ist schade, dass Erzieherinnen nicht schon früher auf einer Verkleinerung der Gruppen bestanden haben. - Wo finden eigentlich Elternabende zum Thema "Kinderbetreuung und Corona" statt? Wenn die Eltern wissen wollen, was Erzieherinnen denken, können sie Fragen stellen und wenn sie lieber nichts wissen wollen, sollten wir ihnen unsere Überlegungen erklären.



Dass Thema Corona ist auf jeden Fall nicht weniger wichtig als "gesunde Ernährung", das Lieblingsthema mancher Mütter...







Steffi Flender 18 August 2020, 14:46

Endlich wird es auf den Punkt gebracht ohne nette Verpackung. Auch ich bin Erzieherin mit Herzblut. Aber!!!! Ich möchte und werde auch aussteigen weil ich es nicht mehr mitverantworten möchte wie mit der Gesundheit aller umgegangen wird, vor allem den Kids zugemutet wird!!! Das was jetzt zusätzlich durch Corona passiert ist die größte Kindeswohlgefährdung!!!!

Stefanie Bach 18 August 2020, 13:15

Der Artikel zeigt sehr deutlich in welchem Zwiespalt das pädagogische Personal steckt. Auf der einen Seite freuen sie sich auf "ihre" Kinder und planen nun das neue Kitajahr, auf der anderen Seite wissen sie nie, ob der Schnupfen, das Bauchweh und Fieber eines Kindes nicht vielleicht doch eine Coronainfektion sein könnte, mit allen damit verbundenen Konsequenzen. Leider ist in den letzten Jahren das Bewusstsein, dass kranke Kinder nicht in eine Betreuungseinrichtung gehören immer mehr verloren gegangen. Neben Bildung und Betreuung der Kinder leisten die Erzieher heute immer mehr Krankenpflege. Es ist kein Wunder, dass im Herbst und Winter Teams nur noch in halber Besetzung arbeiten müssen. Hier wird uns Corona schnell an unsere Grenzen bringen. Das Personal darf nicht arbeiten, wenn es Erkältungssymptome zeigt, die Kinder kommen trotz leichter Krankheitssymptome. Die Gruppen sollen möglichst klein gehalten werden und die Kinder dürfen nicht gemischt werden. Theoretisch müsste die Zahl der pädagogischen Mitarbeiter drastisch erhöht werden. Aber der Arbeitsmarkt war schon vor Corona leer gefegt. Ein wirklich durchdachter Plan, wie Kinderbetreuung in Zeiten von Corona gelingen kann, wurde nie gemacht. Stattdessen kehren wir zu einem Regelbetrieb zurück, den es mitten in der Pandemie nicht geben kann. Die Verantwortlichen hoffen, dass es irgendwie schon gut gehen wird. Hier in Bayern überlässt das Staatsministerium den Trägern, ein Konzept für den eingeschränkten Betrieb zu erstellen, falls die Infektionszahlen wieder steigen. Der Aufruf erfolgte 6 Wochen vor Beginn des neuen Betreuungsjahres. In einer Phase in der die meisten Betreuungseinrichtungen für 2 -3 Wochen geschlossen haben und Leitungen nicht erreichbar sind. Warum hat sich niemand die Monate davor Gedanken gemacht, wie die Kinderbetreuung während der Pandemie aussehen kann? Werbung für den Beruf des Erziehers ist das nicht.

Anonym 17 August 2020, 18:22

Alle reden über die Lehrer, die sich beim Präsenzunterricht anstecken könnten.Was ist denn mit den Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und den Mitarbeitern in den Kitas?

Könnte nicht 1 Erzieherin 5 Kinder von 8-16 Uhr betreuen?

Wäre es möglich, wenn die Raumkapazität es nicht hergibt, Gemeindesaal, Feuerwehrraum, Wohnungen durch die Träger anzumieten?(Wenn ein Umbau der Kita bevorsteht, ist es doch auch möglich.)

So kämen auch Risikogruppen- Erzieherinnen wieder auf Arbeit, weil die Coronavirusansteckung überschaubar ist.

Vielen Dank für den Artikel!

Byni 14 August 2020, 15:06

Hallo zusammen,

endlich mal klare Worte, bei uns in Hessen sieht es auch nicht besser aus! Schnupfen ohne weitere Symptome oder leichter Husten und Halskrazen sind kein Ausschlussgrund für Kinder in Schulen und Kitas.

Nur das 21% der Coronainfizierten laut RKI Schnupfen hatten. Schon sonderbar was unsere Politiker tun um die Bevölkerung zu schützen !

Ute H. 13 August 2020, 11:44

Vielen Dank für den ausführlichen Artikel! Es wurden so viele Missstände beschrieben. Vielleicht ergänzend, dass sehr viele Erzieher nur Teilzeit beschäftigt werden, damit sie sich gegenseitig bei Urlaub, Krankheit, Fortbildung ec. vertreten können. Der Personalschlüssel wird akribisch regelmäßig durchgerechnet, damit auch ja nicht mehr als die mindeste Vollzeitbeschäftigungseinheiten bezahlt werden muss, was bedeutet, dass die Stunden einer Erzieherin je nach Alter und Anzahl der Kinder ständig hoch und runter gesetzt werden. Das macht den Beruf nicht attraktiver. Die Rahmenbedingungen sind schlecht. Wir müssen ausbaden, was die Politik versäumt. Und von Beachtung der Kinderrechte sind wir so weit entfernt, wie wir nicht ihre Bedürfnisse genügend berücksichtigen können.

Angelika Mauel 06 August 2020, 12:51

Hallo!



Herzlichen Dank für den regen Zuspruch hier und auch auf Facebook. Ich finde, dass wir uns selbst helfen müssen und nicht darauf warten sollten, dass andere es tun.



Nach dem Wochenende werde ich einen Link zum Artikel an Nikolaus Voss senden. Selbstverständlich mit der Bitte, die Kommentare auf sich wirken zu lassen. Es dürfen gern noch weiter Postings hinzukommen. Vor allem von Erzieherinnen, die wesentlich härtere Konditionen kennengelernt haben als ich. Zum Beispiel von Erzieherinnen - oder Erzieherteams aus Mecklenburg-Vorpommern!



Es ist wichtig, dass ihr eure Erlebnisse und eure Gedanken und Forderungen nicht für euch behaltet. Schreibt darüber, wie es in der Praxis aussieht, denn darüber kann niemand besser Auskunft geben als ihr!



Bestimmt haben "wie üblich" wieder vor dem Urlaub einige Eltern ihre gesunden Kinder rechtzeitig daheim betreut, damit zum Urlaubsantritt kein krankes Kind ungewollt ihre Reisepläne durchkreuzen konnte. Doch sobald im Herbst diese Kinder heftig erkältet sind, werden sie krank in die Betreuung gebracht. - Same procedere as every year...



Was sollen wir mit "Musterhygieneplanungen" anfangen, wenn KINDERÄRZTE(!) und Politiker meinen, wir müssten weiterhin kranke Kinder betreuen!!! Lesenswert: https://www.t-online.de/region/hagen/news/id_88322066/corona-in-hagen-fiebergrenze-bei-kita-kindern-wird-angehoben.html Eine Freundin hat mir vorhin den Link geschickt. (Danke!) Nach der "Anti-Corona-Maßnahme" des Fiebermessens (in asiatischen Ländern schon vor Corona üblich!) soll nun die Fiebergrenze erhöht werden! Eltern haben sich beschwert. Und bei der nächsten Beschwerde, könnte man die Fiebergrenze noch mal ein bisschen erhöhen.



Dabei spricht einiges für die Entscheidung der Hagener Erzieherinnen!



Alles Gute!



Angelika Mauel

















aka 05 August 2020, 21:00

Sehr gut geschrieben...hoffe es werden endlich viele Erzieherinnen nicht mehr alles ertragen und mutig werden

Andrea Schwarz 04 August 2020, 19:17

Ich wünschte, ich müsste nicht in so vielen Punkten mit dem Artikel übereinstimmen, aber leider trifft die Beschreibung die Situation viel zu genau...

Ann 04 August 2020, 10:02

Endlich!!!!!! 100 % richtig dargestellt....... Wann hört uns Erzieher endlich jemand und hilft uns???? Ganz lieben Dank für diesen Artikel....

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Annett Maiwald: Erziehungsarbeit. Springer VS (Wiesbaden) 2018. 897 Seiten. ISBN 978-3-658-21574-3.
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