NRW-Krippengipfel geplant
Vor dem Hintergrund der Feststellung aus den am 8.11.2011 veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes, nach denen NRW mit einer Bedarfsdeckungsqoute von 15,9 % für Kinder unter 3 Jahren das Schlusslicht in der Bundesrepublik ist, beabsichtigt die Ministerin, so Presseberichte, noch im Dezember in einem "Krippengipfel" mit den Kommunen nach Lösungen zu suchen, um das von der Landesregierung gesteckte Ziel, bis zum Jahr 2013 eine Bedarfsdeckung von 32 % zu erreichen, nicht zu verfehlen. Nach Aussage der Ministerin müssten dann 144.000 Plätze zur Verfügung stehen und bis dahin noch 44.000 geschaffen werden.
Nach einem Bericht des WESTENS, der Sich auf einen Beitrag der Bildzeitung beruft, habe die Ministerin geäußert: "Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen den Eltern bei der Suche nach einem Kitaplatz nicht weiter. Wir können unser Ziel bis 2013 nur erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen."
In einer Pressemitteilung der Landtagsfraktion DIE LINKE wird darauf hingewiesen, dass diese Initiative das Eingeständnis des Scheiterns der Ausbauplanung des Landes darstelle und die Ministerin zunächst die Vereinbarungen des Bundes-Krippengipfels 2007 einhalten sollte, nach dem auch das Land zugesagt hatte, in gleicher Weise wie der Bund Landesmittel einzusetzen. Das sei bislang nicht in ausreichender Höhe geschehen.
Kommentar:
Es ist zu begrüßen, dass die Ministerin auf die NRW verheerende Situation eingeht. Zwar hat die neue Landesregierung mit den Sofortmaßnahmen des Jahres 2010 und dem Landesinvestionsprogramm Versäumnisse der Vorgängerregierung korrigiert. Da jedoch die rot-grüne Landesregierung bereits vor dem Jahr 2005 Verantwortlichkeiten für die Unterstützung der Kommunen, die bereits im Jahr 1996 aufgefordert wurden, bedarfsgerechte Angebote zur Verfügung zu stellen, kann die bestehende Unzulänglichkeit in NRW nicht nur der schwarz-gelben Vorgängerregierung angelastet werden. Die Landesregierung hätte zumindest jetzt, und da ist die Kritik der Landtagsfraktin DIE LINKE berechtigt, mit der Übernahme der Verantwortlichkeit dafür sorgen können, dass ausreichend viele Mittel für das Schaffen zusätzliche Einrichtungen, Gruppen und einzelnen Plätzen bereit gestellt werden, aber auch Voraussetzungen für qualitaitve Verbesserungen geschaffen und die Aus- und Weiterbildungskapazitäten erhöht werden, damit überhaupt ausreichend viele qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Bei dem Gipfel sollte deutlich werden, dass die Ausbauplanungen der Landesregierung, die von einer selbst gesetzten Deckungsquote ausgehen, korrigiert werden müssen, zumal in Großstädten bereits heute erkennbar geworden ist, dass die Nachfrage über 50 % beträgt.
Es ist zu hoffen, dass bei den Treffen ein die Weichen für einen verstärkten Ausbau gestellt und vielfältige Kraftanstrenungen unternommen werden, dass bis zum 1.8.2013 tatsächlich gute zusätzliche Angebote geschaffen werden und nicht, so wie dies bei der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz im Jahr 1996 erfolgte, zusätzliche Kinder aufgenommen werden sollen in dem die sowieso schon zu großen Gruppenstärken weiter erhöht würden.
Es wäre zu hoffen, wenn die Ministerin vor dem Krippengipfel mit den Elternvertretungen in einen Dialog eintreten würde, damit deren Bedarfslage als wesentlicher Ausgangspunkt für notwendige Lösungen maßgeblich wird und nicht "finanzielle Machbarkeiten".
Quelle: bildungsklick.de

