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mehrere Kinder

Offene Grenzen - ja oder nein?

Hilde von Balluseck

18.09.2014 Kommentare (0)

Wir reden in der Frühpädagogik viel über die Integration von Flüchtlingskindern. Das Mitleid ist groß, das Engagement unterschiedlich. Aber de facto geht es ja bei der Frage, ob wir Flüchtlingskinder fördern wollen auch um die Frage, inwieweit die Grenzen für Flüchtlinge offen oder geschlossen sein sollten. Und mit Sicherheit sind viele frühpädagogische Fachkräfte der Meinung, die sich in den Wahlergebnissen der AfD ausdrückt, nämlich, dass die Zuwanderung begrenzt werden sollte. Wie es sich jetzt auch abzeichnet im Beschluss der Regierung, das Asylrecht für Flüchtlinge aus Serbien etc. einzuschränken.

Der Siegeszug der AfD beruht auf einer zunehmenden Angst vor Überfremdung und dem Eindruck, unser "Boot" sei voll. Dieser Ansicht sollte man nicht primär moralisch, sondern rational entgegentreten. Dies passiert in der Politik zu wenig. In diesem Zusammenhang ist ein Forschungsergebnis aus dem Wissenschaftszentrum Berlin hochinteressant, das über die Einstellungen von Eliten und von der "normalen" Bevölkerung Auskunft gibt. Als "Elite" werden Top-Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Justiz, Militär, Kirchen und Medien bezeichnet. Aus dieser Gruppe wurden 354 Personen befragt. Daneben wurden Daten zu Ansichten der Bevölkerung aus der Analyse anderer Daten gewonnen. Während die Elite sich einheitlich zur Einwanderung und zur stärkeren Öffnung nationaler Grenzen bekennt, ist die Bevölkerung mehrheitlich nicht dieser Auffassung. Wie kommt es zu dieser Differenz? „Wir nehmen an, dass die Lücke, die sich zwischen den Ansichten der Entscheidungsträger und der Bürger auftut, in Deutschland größer ist als in anderen Ländern, weil es hier aus historischen Gründen einen größeren Druck gibt, sich als Teil der Elite einem kosmopolitischen Ideal anzupassen“, sagt Marc Helbling, Mitautor der Studie.

Die Ergebnisse der Studie wurden unter dem Titel „How Denationalization Divides Elites and Citizens“ in der Zeitschrift für Soziologie, Jg. 43, Heft 4 veröffentlicht. Ein weiterer Teil der Studie wird in der Zeitschrift Global Networks erscheinen.

Einschränkend zum Gehalt der Studie sei jedoch bemerkt, dass Daten aus unterschiedlichen Quellen, mit unterschiedlichen Methoden gewonnen, immer mit Vorsicht zu "genießen" sind. Denn es wäre denkbar, dass "die Bevölkerung" bei den entsprechenden Fragen des Forscherteams ähnlich reagiert hätte wie "die Elite".

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