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Papilio-3bis6 mit der Augsburger Puppenkiste zu Gast in Frankfurt

08.10.2019 Kommentare (0)

Frankfurt. In dieser Woche war die Augsburger Puppenkiste zu Gast in Frankfurt. Sie stellte im Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde Dom St. Bartholomäus unter tatkräftiger Mithilfe hochemotionaler Kobolde das Kita-Präventionsprogramm Papillio-3bis6 vor. Im Rahmen eines Fachtags am Dienstag tauschten sich Expertinnen und Experten unter dem Titel „Kinder stärken – gemeinsam wachsen“ darüber hinaus zu Fragen gelungener Prävention in Kindertagesstätten aus. Veranstalterinnen waren die AOK Hessen, die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und die Papilio gemeinnützige GmbH. Bereits seit 2005 setzen sich die Partnerinnen gemeinsam für eine frühe Prävention in hessischen Kindertagesstätten ein. Mit dabei war auch der Schirmherr von Papilio in Hessen, Sozial- und Integrationsminister Kai Klose.

Er erklärt: „Das beeindruckende Programm setzt um, was gute Gesundheits-förderungs- und Präventionsangebote ausmacht: Sie sind vor Ort, beginnen in einem frühen Lebensalter und passen prima in den Kita-Alltag.“ In der Tat sprechen die Zahlen für sich: Bisher sind in Hessen insgesamt rund 1.700 pädagogische Fachkräfte ausgebildet und über 34.000 Kinder direkt erreicht worden. Von 2006 bis 2018 wurde Papilio-3bis6 zudem an 79 Tournee-Tagen in ganz Hessen präsentiert. Und das mit guten Gründen: Aus starken Kindern werden starke, selbstbewusste Jugendliche. Und starke Jugendliche greifen deutlich seltener zu Suchtmitteln oder Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung. Sozial-emotionale Fähigkeiten zu fördern und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindergartenkindern erheblich zu reduzieren: Das sind deshalb die Ziele des vielfach ausgezeichneten Präventionsprogrammes Papilio-3bis6.

Gesunde Kinder – Gesunde Zukunft
Das Stück der Augsburger Puppenkiste rund um Paula und ihre emotionalen Koboldfreunde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold ist dabei nur ein Teil von Papilio. Im täglichen Kita-Alltag kommen weitere Maßnahmen hinzu. Besonders beliebt ist dabei der „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“. Durch ihn sollen die Beziehungen der Kinder untereinander ausgebaut werden. Beim „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“ lernen Kinder spielerisch soziale Regeln und gegenseitige Unterstützung. „Je früher wir die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder fördern, umso erfolgreicher können wir Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken. Das Programm leistet hierzu einen ganz entscheidenden Beitrag“, erklärt Elton Sheme, selbstständiger Papilio-Trainer und systemischer Berater (DGSF) im Raum Frankfurt.

Detlef Lamm, der Vorstandsvorsitzende der AOK Hessen, ist von Papilio-3bis6 überzeugt: „Kindergesundheit ist das zentrale Thema für die AOK Hessen. Das machen wir nicht zuletzt seit 2007 mit unserer Initiative ‚Gesunde Kinder – Gesunde Zukunft‘ deutlich. Papilio passt bestens dazu, weil es vielfach bewährt und evaluiert ist und weil die Kinder richtig viel Spaß daran haben. Das merken wir heute hier vor Ort und das ist einfach großartig anzusehen.“ Die AOK Hessen hat bislang 1,2 Millionen Euro in Papilio-3bis6 investiert. 2017/18 wurden Papilio-Fortbildungsstipendien an 82 ErzieherInnen in 13 hessischen Kitas vergeben.

Keynote zur Gesundheitsförderung
Für die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e. V. (HLS) – sie koordiniert die flächendeckende Umsetzung des Programms – setzt Papilio-3bis6 genau an der richtigen Stelle an: „Die Förderung einer stabilen selbstbewussten Persönlichkeit und die zielgerichtete Stärkung der psychosozialen Gesundheit der Kinder sind Leitziele von Papilio – beides ist von größter Bedeutung“, erklärt Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS. Heidi Scheer, geschäftsführende Gesellschafterin der Papilio gemeinnützige GmbH, unterstreicht das: „Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, wie sich süchtiges Verhalten entwickelt und dass man dieser Entwicklung entgegenwirken kann. Bereits in der Kita gegen Sucht- und Gewalttendenzen zu arbeiten heißt also, Kinder in ihrer normalen Entwicklung zu unterstützen.”

Hauptredner des Fachtags war Prof. Dr. Thomas Kliche von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er befasst sich mit der Frage, wie Gesundheitsförderung in der Kita gelingen kann: „Leitungen, Teams, Fachberatungen und Träger müssen also überlegen, wie sie Gesundheit klug voranbringen. Zusammenarbeit ist gewiss immer wichtig – aber wozu, mit wem, in welcher Reihenfolge? Drei Wege stehen offen: pädagogische Einzelförderung, die Durchführung von Programmen wie z.B. Papilio, und die gesundheitsgerechte Organisationsentwicklung. Diese wird gerade für Familienzentren künftig immer wichtiger.“ Nach Kliches Keynote und einer thematischen Kaffeepause ging es am Nachmittag im Rahmen von fünf Workshops „zur Sache“. Dort befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer u.a. mit kultursensitivem Handeln im Kita-Alltag, sozial-emotionalen Kompetenzen als Schutzfaktor oder der Bedeutung von Feinfühligkeit im Umgang mit unter Dreijährigen.

Erwachsene sensibilisieren
Entwickelt und wissenschaftlich überprüft wurde das Programm Papilio-3bis6 in Augsburg. Gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste veranstaltet das Sozialunternehmen Papilio jene bundesweite Präventionskampagne, die auch nach Hessen führt. Katja Pfalzgraf, Trainerin und im Implementierungsteam bei Papilio, zu den bisherigen Erfahrungswerten: „Insgesamt profitieren bereits über 144.000 Kinder durch mehr als 7.200 fortgebildete pädagogische Fachkräfte von dem Programm. Damit wir noch mehr Kinder in ihrer psychosozialen Gesundheit schon früh fördern können, ist es notwendig, die Erwachsenen in ihrer Verantwortung für die Zukunft der Kinder stetig zu sensibilisieren.“ Näheres zu Papilio und den Gefühlskobolden gibt’s im Internet unter www.papilio.de.

Quelle: Papilio gemeinnützige GmbH

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