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Picky Eaters: Wenn Kleinkinder wählerisch beim Essen sind

20.05.2026 Kommentare (1)

Nudeln ohne Sauce, trockenes Brot und auf keinen Fall grünes Gemüse: Viele Kleinkinder sind beim Essen zeitweise sehr wählerisch. Was Eltern durch diese Phasen hilft, verrät das Netzwerk Gesund ins Leben.

Bonn, 20. Mai 2026. Etwa bis zum zweiten Geburtstag sind die meisten Kinder offen für neue Geschmäcker, probieren begeistert bisher unbekannte Lebensmittel und wollen essen wie „die Großen“. Danach beginnt oft eine Phase, in der sie zu Picky Eaters – wörtlich übersetzt „wählerischen Essern“ – werden. Häufig essen sie dann nur wenige ausgewählte Lebensmittel und weigern sich, Neues zu probieren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Manchmal lehnen Kinder ein Lebensmittel tatsächlich wegen des ungewohnten Geschmacks oder der neuen Textur ab. Aber auch Trotzphasen und alterstypische Autonomiebestrebungen können Gründe sein.

Eltern sind in diesen Phasen oft beunruhigt. Isst mein Kind genug? Bekommt es alle wichtigen Nährstoffe? In der Regel können sie gelassen bleiben: Lehnt ihr Kind bestimmte Lebensmittel eine Zeit lang ab, isst es sich an anderen satt. Sie sollten darauf vertrauen, dass Neugierde, Gewöhnung und Freude am Essen bei ihrem Kind langfristig gewinnen. Folgende Tipps können die natürliche Neugierde der Kinder auf Essen fördern:

  • Neue Zubereitungsarten ausprobieren: Weil ein Kind keine rohen Möhren mag, heißt es nicht, dass es auch den Möhren-Bratling oder die Suppe daraus ablehnt. Es kann bei wählerischen Essern also helfen, Lebensmittel unterschiedlich zuzubereiten und anzurichten.
  • Kinder in Vorbereitung der Mahlzeiten einbeziehen: Lebensmittel gemeinsam mit allen Sinnen zu entdecken, sie genau anzusehen, daran zu riechen und mit den Händen zu fühlen, kann die Akzeptanz dafür bei den Kindern erhöhen.
  • Eltern sind Vorbilder: Kleinkinder erlernen viele Verhaltensweisen durch Beobachten. Erleben sie im Alltag, dass ihre Eltern bestimmte Lebensmittel genussvoll essen, sind sie eher dazu bereit, diese ebenfalls zu probieren. Das gleiche gilt für Geschwister und andere Bezugspersonen, die mit den Kindern essen.

Wichtig ist bei alldem: Das Kind entscheidet selbst, was es probieren möchte. Tricks, Überredungskünste oder gar Zwang sind keine Lösung. Stattdessen sollten Eltern geduldig bleiben und einmal abgelehnte Speisen immer wieder anbieten. Meistens lohnt es sich und die Phase des Picky Eating endet bald ganz von alleine.

Weitere Informationen:
Artikel: Was tun, wenn Kleinkinder sehr wählerisch beim Essen sind?
Artikel: Kindliche Esstypen (BZfE)
Artikel: So lernen Kleinkinder essen
Infomedium: Was Kleinkinder brauchen (Download startet automatisch)

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Kommentare (1)

Dr. Erika Butzmann 26 Mai 2026, 15:59

Dass viele Kinder zum Ende des zweiten Lebensjahres wählerisch mit dem Essen werden, hat einen menschheitsgeschichtlichen Hintergrund. Wenn die Kinder unserer Vorfahren laufen konnten und allein auf Entdeckungstour gingen, musste es einen Schutz vor giftigen Pflanzen geben. Die Kinder haben also eine Abwehr gegen alles Bunte und Grüne in ihrer Umwelt entwickelt. Damit haben einige Kinder unbewusst auch heute noch zu tun, ebenso wie mit den Urängsten aus dieser Zeit (Butzmann 2025, S. 112). Deshalb probieren sie über lange Zeit nichts Neues beim Essen.

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