mehrere Kinder

Plan will weibliche Genitalverstümmelung in Europa beenden

12.02.2014 Kommentare (0)

Weibliche Genitalverstümmelung verletzt grundlegende Menschenrechte – auch in Deutschland sind Mädchen und junge Frauen aus afrikanischen Familien davon betroffen, wie eine Studie des Kinderhilfswerks Plan in Hamburg belegt. In Europa sind bis zu 180.000 Personen mit Migrationshintergrund von dem Eingriff bedroht und damit von einer Verletzung ihres Rechts auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit. „Alle Formen von Kinder- und Menschenrechtsverletzungen müssen ein Ende haben – vor allem diese einschneidende Praktik“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. „Wir müssen die Gefahren für Mädchen bannen. Dazu brauchen wir Netzwerke und Partnerschaften, insbesondere auch mit den afrikanischen Gemeinden in Deutschland.“

Das Kinderhilfswerk Plan hat sich mit anderen europäischen Organisationen zusammengeschlossen, um gegen weibliche Genitalverstümmelung vor der eigenen Haustür vorzugehen. Im Rahmen des EU-Projektes CHANGE werden betroffene Migrantengruppen in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden gestärkt, damit sie sich für die Abschaffung der Praktik in ihren Reihen einsetzen. Eine Tabuisierung des Themas und der soziale Druck, an der Praktik festzuhalten, sollen verringert werden. Ziel ist es, ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung herbeizuführen – also auch des Vorgehens, eine zwangsweise Beschneidung der Töchter während eines Aufenthaltes im Heimatland durchführen zu lassen. Der Eingriff hat neben Traumata oft Infektionen und Komplikationen bei der Geburt zur Folge, die zum Tod führen können.
Im Rahmen des aus dem Daphne-Programm der Europäischen Kommission ko-finanzierten Vorhabens kooperiert Plan International Deutschland in Hamburg mit Migrantengruppen, in denen weibliche Genitalverstümmelung verbreitet ist. Zu diesen so genannten „Change Agents“ gehören 17 Vertreterinnen und Vertreter aus Benin, Burkina Faso, Gambia, Mali, Mauretanien, Senegal und Togo. Die Multiplikatoren erarbeiten Aktionspläne, organisieren Dialogveranstaltungen mit Frauengruppen, Gespräche in religiösen Einrichtungen oder Vorträge und Beratungen, die längerfristig zu einer Verhaltensänderung führen sollen. Eingebunden ist auch medizinisches Personal, das die dramatischen Folgen der Genitalverstümmelung erörtert.
www.plan-deutschland.de/fokus-maedchen/maedchen-staerken/ und www.change-agent.eu

Quelle: OTS: Plan International Deutschland e.V. vom 4.2.2014

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