mehrere Kinder

Porno im Klassenzimmer?

Hilde von Balluseck

31.03.2015 Kommentare (0)

Das ist in Deutschland (noch) undenkbar, nicht aber in Dänemark. Der dänische Sexualwissenschaftler Christian Graugaard plädiert dafür, Pornografie im Schulunterricht zu thematisieren (Interview in der SZ vom 27.3.). Dass so ein Vorschlag überhaupt möglich ist, ohne Stürme der Entrüstung zu entfachen, liegt daran, dass in Dänemark Sexualkundeunterricht schon lange etabliert ist. Und auch Graugaard betont, "dass mein Vorschlag nur für Länder wie Dänemark gilt, wo es einen vorgeschriebenen Sexualkundeunterricht gibt. Sonst ergibt das Ganze wenig Sinn." Graugaard fordert auch nicht, er schlägt vor, sexualisierte Werbung, erotische Texte und eventuell Softcore-Pornos zum Thema im Unterricht zu machen. Die Begründung, warum sich SchülerInnen damit befassen sollen, ist schlicht und einfach: " Weil sie das ohnehin schon tun, allerdings ohne Hilfe und Erklärungen. Pornografie ist etwas, mit dem sich heute fast alle jungen Menschen beschäftigen. Es ist ein fester Bestandteil ihres Lebens, ob wir das gutheißen oder nicht." Dem Wissenschaftler geht es "um eine kritische Diskussion". Er weist darauf hin, dass es "die" Pornografie nicht gibt, sondern sehr unterschiedliche Formen.

Neben dem freimütigen Umgang mit dem, was ohnehin ist, gibt es allerdings auch eine puritanistische Gegenbewegung, vor allem aus Teilen der USA. Darin wird alles Sexuelle unter Verdacht gestellt und mit Scham besetzt. Graugaard nennt dies "eine bösartige Form des Puritanismus".

Die hatten wir ja in Europa schon vor langer Zeit, als die "Schwarze Pädagogik" Triumphe der Erniedrigung junger Menschen feierte.

 

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