Positiver Trend auf Weiterbildungsmarkt hält an
"Die gute Wirtschaftslage bringt einen hohen Qualifizierungsbedarf mit
sich. Die Unternehmen investieren zu Recht in Weiterbildung, um ihren
Fachkräftebedarf zu sichern", betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert
Esser. Allerdings gilt das positive Klima nicht für alle Teilbereiche
der Weiterbildung: Überwiegend durch die Arbeitsagenturen finanzierte
Anbieter berichten von gesunkenen Einnahmen und anhaltend negativem
Wirtschaftsklima.
Der auf Basis der Umfrage ermittelte
wbmonitor-Klimawert lag 2012 bei +25 für alle Anbieter und ist damit
gegenüber dem Vorjahr um zwei Punkte gestiegen. Überwiegend betrieblich
finanzierte Anbieter weisen mit +62 ein hervorragendes wirtschaftliches
Klima auf und profitieren von anhaltend hohen
Weiterbildungsinvestitionen ihrer Kunden. Bei den von Kommunen, Bund,
Ländern und/oder EU überwiegend öffentlich finanzierten Anbietern
steigerte sich der Klimawert um 15 Punkte auf +23. Überwiegend durch
Teilnehmende finanzierte Anbieter erreichen erneut einen positiven Wert
von +37.
Demgegenüber befinden sich überwiegend durch die
Arbeitsagenturen finanzierte Einrichtungen trotz einer leichten
Klimaverbesserung mit einem Wert von -20 auch 2012 im Tief. Zwar hat
sich die Distanz zwischen dieser Anbietergruppe und den überwiegend
betrieblich finanzierten Weiterbildungsanbietern mit 82 Punkten
gegenüber dem Vorjahr (89 Punkte) leicht verringert, dennoch sind die
gegensätzlichen Bedingungen in diesen Geschäftsfeldern deutlich. "Vor
dem Hintergrund der prognostizierten Fachkräfteengpässe ist das
bedenklich. Es gilt, auch die Qualifikationspotenziale Arbeitsloser
bestmöglich auszuschöpfen, um die Versorgung der Wirtschaft mit
Fachkräften sicherzustellen", so Esser.
Die negative
Stimmungslage der überwiegend von Arbeitsagenturen finanzierten Anbieter
korrespondiert mit Angaben über gesunkene Einnahmen, der Erwartung
eines Personalabbaus, insbesondere bei befristet Beschäftigten, sowie
mit einem Bedeutungsverlust dieses Hauptfinanzgebers. Waren 2008 noch 19
% aller Weiterbildungseinrichtungen überwiegend durch Arbeitsagenturen
finanziert, ist deren Anteil auf aktuell 14 % gesunken.
Mit der
wbmonitor-Umfrage 2012 wurden erstmalig repräsentative Daten aus
Anbietersicht zum Thema "Weiterbildung und Behinderung" gewonnen. Die
Ergebnisse zeigen, dass noch erhebliche Anstrengungen zur Verwirklichung
des Anspruchs erforderlich sind, inklusive Bildung für alle anzubieten.
Zur
wbmonitor-Umfrage hat das DIE ebenfalls eine Pressemitteilung
veröffentlicht - mit Schwerpunkt "Weiterbildung und Behinderung" www.die-bonn.de.
Zum Hintergrund:
Der
wbmonitor ist ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE. Mit einer
jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner oder beruflicher
Weiterbildung will der wbmonitor zu mehr Übersicht über die
Weiterbildungslandschaft und die Anbieterstrukturen beitragen und
Veränderungen aufzeigen. An der wbmonitor-Umfrage 2012 beteiligten sich
rund 1.300 Weiterbildungsanbieter.
Weitere Informationen unter www.bibb.de/wbmonitor

