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Professorin Dr. Mareike Kunter neue Direktorin am DIPF

18.05.2020 Kommentare (0)

Eine wichtige Führungsposition am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation konnte jetzt mit einer ausgewiesenen Expertin besetzt werden: Die Bildungsforscherin Professorin Dr. Mareike Kunter ist neue Direktorin an dem Institut in Frankfurt am Main. Damit übernimmt sie dort die Leitung einer der fünf Abteilungen und wird Mitglied des Vorstands. Zugleich wird die Wissenschaftlerin in Kooperation mit dem DIPF auf die Professur für „Empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt: Professionelles pädagogisches Handeln“ im Fachbereich „Psychologie und Sportwissenschaften“ an der Goethe-Universität Frankfurt berufen.

„Wir sind mehr als glücklich, dass wir mit Mareike Kunter eine exzellente Wissenschaftlerin für diese Position gewinnen konnten. Ihre inhaltliche Expertise fügt sich in idealer Weise in das Spektrum der am DIPF behandelten Themen ein. Auf diesem Weg wollen wir noch stärker dazu beitragen, Lehrkräfte bestmöglich zu qualifizieren und den Unterricht zu verbessern“, betont Professor Dr. Kai Maaz, der Geschäftsführende Direktor des DIPF.

„Ich gratuliere Mareike Kunter ganz herzlich: einmal zu ihrer Berufung als Direktorin und Vorstandsmitglied an das DIPF, zum anderen zu ihrer Professur für Empirische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt professionelles pädagogisches Handeln an der Goethe-Universität. Damit kann die langjährige und erfolgreiche Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem DIPF auf dem Gebiet der Bildungsforschung weiter intensiviert werden“, sagt Professorin Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität.

Mareike Kunter war zuletzt Professorin für Pädagogische Psychologie an der Goethe-Universität Frankfurt, wo sie zahlreiche Forschungsarbeiten vor allem zur Qualifizierung von Lehrkräften und zur Qualität von Unterricht geleitet hat. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich „Erziehungswissenschaft und Bildungssysteme“ des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 als „Scientist of the Year“ von der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung und 2018 als eine der fünf produktivsten Pädagogischen Psychologinnen der Welt in einer Umfrage zentraler internationaler Verbände der Bildungsforschung. Die Wissenschaftlerin ist derzeit Präsidentin der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF). Mit dem DIPF arbeitet sie bereits seit langer Zeit zusammen. Unter anderem ist sie stellvertretende Sprecherin des Forschungszentrums „Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA), welches das DIPF koordiniert und an dem gemeinsam mit der Goethe-Universität und dem Sigmund-Freud-Institut Entwicklungs- und Lernprozesse in den ersten zwölf Lebensjahren untersucht werden.

Fokus auf der Kompetenz von Lehrkräften und der Qualität von Unterricht

„Das DIPF ist die zentrale Einrichtung der Bildungsforschung und Bildungsinformation in Deutschland, die auch international äußerst anerkannt ist und viel Wert auf den Austausch mit Schulen und Kitas sowie der Politik und der Verwaltung im Bildungsbereich legt. Ich freue mich ungemein, diese Arbeit mit weiteren Impulsen unterstützen zu können“, so Professorin Kunter. Die von ihr nun geleitete Abteilung am DIPF untersucht das professionelle pädagogische Handeln anhand von zwei miteinander verbundenen inhaltlichen Schwerpunkten: (1.) der Kompetenz von Lehrkräften und (2.) der Unterrichtsqualität. Es geht darum, welche Merkmale qualitativ hochwertiger Unterricht aufweist, der Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen optimal fördert. Daran schließen sich weitere Fragen an: Welche Merkmale haben Lehrkräfte, die solchen Unterricht umsetzen können, und wie lassen sie sich bei der Entwicklung dieser Merkmale unterstützen? Als methodischen Schwerpunkt wird die Abteilung Assessmentverfahren für Lehrkräfte und für die Unterrichtsforschung entwickeln. Neben einem starken Forschungsfokus wird der Transfer von Wissen in die pädagogische Praxis eine zweite wesentliche Säule der Abteilung bilden.

Zu der neuen Abteilung gehört eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Emmy-Noether-Gruppe – unter der Leitung von Dr. Charlotte Dignath, die bisher Mitarbeiterin im Team von Mareike Kunter an der Goethe-Universität war. Die Gruppe dient dazu, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu qualifizieren. Thema der Gruppe ist „Selbstregulation beim Lernen“. Andere Projekte der Abteilung werden sich zum Beispiel mit innovativen Formaten für die Lehrerbildung befassen – für den Umgang mit Heterogenität oder den Einsatz digitaler Medien – und untersuchen, wie sich Unterricht anhand kurzer Video-Clips beurteilen lässt. Alle Arbeiten sollen dem Gedanken von „Open Science“ verpflichtet und damit möglichst transparent für die Öffentlichkeit sein. Am DIPF folgt Mareike Kunter auf Professor Dr. Eckhard Klieme, der im März in den Ruhestand gegangen ist und die Arbeit des Instituts in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich mit geprägt hat. Die Unterrichtsforschung war auch ein Schwerpunkt seiner Abteilung, worauf das Team um Professorin Kunter aufbauen wird.

Forschung und Information im Bildungsbereich

Das DIPF ist das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation mit Standorten in Frankfurt am Main und in Berlin. Es will dazu beitragen, Herausforderungen im Bildungswesen zu bewältigen, den Zugang zu Bildung zu erleichtern und die Qualität von Bildung zu verbessern. Dafür unterstützt das Institut Schulen, Kindertagesstätten, Wissenschaft, Verwaltung und Politik mit empirischer Forschung, wissenschaftlichen Infrastrukturen und Wissenstransfer. Wichtige Angebote und Arbeiten des DIPF sind zum Beispiel die Koordination des nationalen Bildungsberichts, das Forschungszentrum IDeA, Beiträge zu den großen internationalen Schulvergleichsstudien, das Zentrum für technologiebasiertes Assessment (TBA), der Deutsche Bildungsserver, das Fachportal Pädagogik, der von drei Instituten verantwortete Verbund Forschungsdaten Bildung und die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF).

Quelle: DIPF

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