zwei U3 Kinder

Putzen als Bildungserlebnis

Hilde von Balluseck

30.05.2011 Kommentare (0)

Die Kinder in der Kita erleben, wenn sie nicht aus begüterten Elternhäusern kommen, eine Welt, in der die alltäglichen Anforderungen weitgehend ausgeblendet sind. In der Küche kochen hauswirtschaftliche Fachkräfte, die Putzfrauen kommen nach der eigentlichen Schließung der Kita ins Haus.

Wir reden viel über die Bildung. Zur Bildung gehört aber auch die Fähigkeit, den Alltag miit seinen ständigen Wiederholungen des Aufräumens, des Saubermachens, der Essenszubereitung zu gestalten. Kinder aus armen Verhältnissen erleben Eltern (-teile), die ständig mit diesen simplen Herausforderungen zu kämpfen haben - für hochwertigere Bildungserlebnisse haben diese Eltern - je nach kulturellem Kapital - keinen Raum, keine Energie, und auch nicht genug know how. Viel wird über die Förderung von armen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund geredet. Geld spielt da eine Rolle, Kompetenzen und Räume. Aber bislang habe ich noch niemanden laut darüber nachdenken hören, dass die Unterstützung der armen Familien und die Integration von armen und weniger armen Kindern eigentlich durch eine gemeinsame Erfahrung mit den "Dingen des Lebens" geschehen könnte, eine Erfahrung, die über das Aufräumen der Spielsachen und das gemeinsame Essen hinausgeht.

Die Erzieherin als Bildungsarbeiterin ist ein hohes Gut. Aber genau diese Distanzierung von den alltäglichen Pflichten bringt die Kinder, die zu Hause keine Hilfskräfte haben, in Loyalitätsnot. Denn natürlich kann eine Mutter mit der Erzieherin dann nicht konkurrieren.

Aus Heft 3 von TPS haben wir daher mit freundlicher Genehmigung der Redaktion den Beitrag von Petra Stellwag "Putzlappenwissenschaft: Wie kommt der Fleck in den Lappen?" übernommen, der einen Hinweis für eine andere Denkrichtung gibt.

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