mehrere Kinder

Qualitätsmanagement in China

Hilde von Ballueck

15.03.2015 Kommentare (0)

Eine beeindruckende Studie stellen Bi Ying Hu, Keang-Ieng Vong und Miranda Chi Kuan Mak in der neuen Ausgabe von Early Years vor. Sie berichten über ihre Evaluation des Qualitätsmessungssystems fürKindergärten, das in der Profinz Zhejiang angewendet wird. Vorab aber erhalten wir einen faszinierenden Einblick in die Frühe Bildung in China.

Wir erfahren, dass alle chinesischen Provinzen für die ingesamt 48 Millionen chinesischen Kinder von 3 bis 6 Jahren Kindergärten bereitstellen und dafür auch Qualitätsmaßstäbe anlegen wollen. Ein großer Teil der Kindergärten, insbesondere in ländlichen Gegenden,  befindet sich in privater Hand und ist von Förderung durch private Geldgeber abhängig. Da die Mittel- und Oberschicht vorzugsweise in den Städten wohnt, erhalten die ländlichen Kindergärten nicht ausreichend Mittel für hochqualifiziertes Personal u.a.. Ihre Qualität ist daher meist schlechter.

In den chinesischen Provinzen werden Qualitätsmessungsverfahren für Kindergärten schon angewendet. Das System, das in der Provinz Zhejiang angewendet wird, wurde von den ForscherInnen unter die Lupe genommen. Zhejiang hat insgesamt über 51.000000 EinwohnerInnen. Von sechs Städten ausgehend wurden 91 Kindergärten in städtischen und ländlichen Regionen  ausgewählt und 177 Gruppen untersucht. Evaluiert wurden u.a. Raum und Ausstattung, Pflegeroutinen (womit wohl das pädagogische Verhalten gemeint ist) , Curriculum-Planung und Implementation, Leitung und Interaktion, Eltern und Personal.

Wie schon aus dieser Aufzählung ersichtlich, ist in China das freie Spiel der Kinder nicht primär im Focus der Fachkräfte. Davon abgesehen ergaben sich große Unterschiede in der Qualität der Kindergärten, die teilweise auf die unterschiedliche Ausstattung mit Fachkräften und anderen Ressourcen zurückgeführt werden können. Die ForscherInnen hoffen, dass ihre Ergebnisse für eine Verbesserung der Qualität von Kitas genutzt werden.

Es ist bemerkenswert, dass in China der Forschungsprozess zur Verbesserung der Qualität schon so weit gediehen ist, dass wir Deutschen uns einigermaßen klein vorkommen müssen. Die NUBBEK-Studie wird das hoffentlich ändern.

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.