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Schöpferisch sein - Der musikalische, tänzerische und sprachliche Ausdruck von Kindern

Johannes Beck-Neckermann

02.09.2016 | Fachbeitrag Kommentare (0)

Jedes Kind kann kraft seiner Präsenz verschiedenste Lebenssituationen mit den individuellen inneren Konzepten mitgestalten. Diese schöpferische Kraft ist zunächst unbewusst, geschieht spielerisch. Sie wird nach und nach über Bewegung, Stimme und Gefühle zur bewussten Ausdruckskraft. 

Musizieren – tanzen – sprechen, das ist dreifache Ausdruckskunst. Jede dieser Aktivitäten für sich und alle drei miteinander entfalten sich nonverbal, kreativ und spielerisch. Diese drei Ausdruckswege sind Zugang zu kultureller Bildung und Chance für künstlerisch-gestalterische Erfahrung. Und – grundlegender betrachtet – manifestiert sich in diesen kreativen Ausdrucks- und Interaktionsweisen die schöpferische Vitalität des Menschen.

Dieser Artikel plädiert dafür, das Musizieren, Tanzen und Sprechen als wesentliche Elemente jeder menschlichen Handlung wahrzunehmen, und als eine wertvolle Möglichkeit, Kinder in ihren Prozessen der (Persönlichkeits-)Entwicklung und (Identitäts-)Bildung zu begleiten.

Die schöpferische Energie alles Lebendigen

Natur kreiert beständig Vielfältigkeit. Arten- und Formenvielfalt zu entwickeln, scheint eines ihrer Grundprinzipien zu sein. So ist Moos etwas anderes als Gras, Busch und Baum. Jede dieser Panzenarten bildet verschiedenartige Formen aus. Und so wie kein Blatt eines Baumes einem anderen gleicht, ist auch jeder Mensch einzigartig. In der individuellen körperlichen Ausprägung jedes Menschen zeigt sich die vitale Kraft und schöpferische Natur des Lebens.

Dieses schöpferische Prinzip des Lebens Vielfalt zu entwickeln und variierende Unterscheidung auszubilden, gilt ebenfalls für das individuelle Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln von Menschen. Auch auf der Ebene psychologischer und sozialer Phänomene entwickeln Personen eine individuelle „Handschrift“. So sind Menschen an ihrem Gang, ihrem Stimmklang, der Art, wie ihre Emotionen entstehen und vergehen, und vielem mehr, identizierbar. Und mit ihrer persönlichen Art sich zu bewegen, zu empfinden, zu wollen, zu denken und zu handeln, wirken sie gestaltend in ihre Lebenswelt hinein und prägen diese mit. Dabei lassen sich zwei Aspekte schöpferischen Handelns unterscheiden:

Zum einen prägt und gestaltet eine Person die aktuelle Situation allein dadurch, dass und wie sie anwesend ist. Zum anderen gibt es das bewusste schöpferische Gestalten durch willentliche motorische Aktivität und durch den Ausdruck von Gefühlsregungen und Gedankenbewegungen. Beides wird im Folgenden kurz skizziert.

Ein beliebiger Ort in der Kita lädt ein, Beobachtungen zu machen; zum Beispiel die Strecke zwischen Eingangstür und Garderobe, morgens in der Ankommzeit. 

Ankommen
Ein Kind schlendert nahe an der Wand entlang, nicht eindeutig wahrnehmbar, ob sein Blick eher nach außen oder innen gerichtet ist. Ein anderes sitzt mit hohem Tempo zwischen sich und der begleitenden Mutter hin und her, dabei tönt es „tatütata, ich bin die Polizei“. Ein Kind bremst an der Hand des Vaters das Gehtempo und hält sich mit der anderen Hand sein Schnuffeltuch vor die Augen, es macht den Eindruck: Egal was geschieht, Hauptsache Papa lässt meine Hand nicht los. Ein weiteres Kind schleudert schwungvoll seinen Rucksack. Die letzten Meter zur Garderobe schlittert dieser über den Boden – das Kind ihm nach.  

 

In all diesen Szenen ist zu erahnen, dass jedes Kind einem eigenen Konzept folgt. In jenem Moment auf dem Flur fließen mehrere Aspekte ein: Die individuelle Wahrnehmung des Flurs als Bewegungsraum; die ebenso individuelle Bedeutung des aktuellen Momentes zwischen „Ich-komme-an“ und „Wir-verabschieden-uns“; der Aufforderungscharakter der vorhandenen Materialien und Gegenstände; das persönliche Handlungsrepertoire. Alles zusammen erzeugt einen Möglichkeitsraum, der von jedem Kind auf jeweils eigene Art und Weise bewältigt, erobert, durchlitten, sich angeeignet etc. wird. Die achtsame Wahrnehmung dieser Situation hilft zu erkennen, dass und wie die unverwechselbare Präsenz des einzelnen Kindes diesen Moment erst erzeugt. Die beteiligten Kinder erschaffen und gestalten diese Situation. Die Atmosphäre, die Anmutungen und Wirksamkeiten der Handlungen – neuhochdeutsch: die Performance dieses Momentes – entsteht, weil die Beteiligten in der Art und Weise wahrnehmen, empfinden, denken und handeln, wie sie es in diesem Moment tun. So verstanden, können wir Menschen nicht anders, als schöpferisch sein. Unsere Anwesenheit reicht dafür aus. Und ein Großteil dessen, wie eine Person den aktuellen Moment durch die eigene Art der Anwesenheit mitgestaltet, ist ihr in diesem Moment in der Regel nicht bewusst. 

Schöpferisch sein wollen 

Neben dieser größtenteils unbewussten Prägung von alltäglichen Situationen, gibt es viele Momente, in denen erlebbar wird, dass ein Kind, ganz bewusst über seine Bewegung, sein Tönen und Sprechen, über den Ausdruck seiner Befindlichkeit und die Mitteilung seiner Gedanken eine Situation steuert und gestaltet.

Mira beispielsweise flicht gerne aus den beiden Hosenbeinen ihrer Turnhose einen „Zopf“. Karim legt mit Gurkenscheiben die Ziffer 2 auf den Teller. Moritz singt der Babypuppe Gemüsenamen vor, während er sie füttert. Die drei folgen mit ihrer Handlung einer inneren Neugier und einem inneren Auftrag. Dabei entsteht ein schöpferisches Werk. Die Möglichkeiten schöpferisch zu sein sind vielfältig: sich selbst und Dinge bewegen, Empfindungen stimmlich zum Ausdruck bringen, Gedanken in Worte formen, willentlich innehalten, sich aufmerksam umschauen, Spuren und Zeichen hinterlassen, Dinge formen und mit ihnen konstruieren etc.

Die schöpferische Dimension wird deutlich, wenn erkannt wird, dass Verlauf, Anmutung und Ergebnis einer Aktivität hochgradig situationsbezogen und individuell ausgeprägt sind. Selbst wenn alle drei – Mira, Karim und Moritz – Hosenbeine geflochten, Gurkenscheiben gelegt oder Gemüsenamen gesungen hätten, dann würde sich sowohl ihr Tun als auch das Ergebnis jeweils unterscheiden. In diesem Sinn kann jede motorische, emotionale und kognitive Bewegung als ein individueller schöpferischer Akt wahrgenommen und begriffen werden. 

Musik – Tanz – Sprache 

Musikalische, tänzerische und sprachliche Aktivitäten sind zunächst mehr menschliche Ausdrucksbewegungen als ästhetisch-künstlerische Disziplinen. Sie sind in der Alltagserfahrung sehr spezfische Weisen die Lebenswelt und sich selbst wahrzunehmen, sich zur Lebenswelt in Beziehung zu setzen und mit anderen zu interagieren. 

  • Im Modus MUSIZIEREN entsteht Achtsamkeit für das, was klingt. Dafür, wie es klingt, welche Resonanzen dieses Klingen auslösen kann und welche Möglichkeiten bestehen, dieses Klingen zu wiederholen, zu variieren, zu kontrastieren. Dafür, was mit diesem Klingen eventuell bei anderen bewirkt werden kann.
  • Im Modus TANZEN entsteht Achtsamkeit für das, was sich bewegt. Dafür, wie es sich bewegt, welche Resonanzen diese Bewegung auslöst und welche Möglichkeiten bestehen, Bewegungen zu wiederholen, zu variieren, zu kontrastieren. Dafür, was mit diesem Bewegen eventuell bei anderen bewirkt werden kann.
  • Im Modus SPRECHEN entsteht Achtsamkeit für das Erleben und seine Bedeutungen und Zusammenhänge. Dafür, welche Möglichkeiten bestehen, das Erlebte in Worte zu fassen und mitzuteilen. Dafür, was sich in der Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zur Lebenswelt verändert, wenn Erlebnisse und Dinge benannt werden. Dafür, wie Erkenntnisse abgeleitet und kommuniziert werden können.

Musik, Tanz und Sprache wurzeln im alltäglichen Tun 

Ein erster Zugang zu Musik, Tanz und Sprache in Kitas ist, sich dessen bewusst zu werden, dass musizieren, tanzen und sprechen die alltäglichen Handlungen der Kinder durchdringen. Begleitet man beispielsweise die Kinder aus dem Eingangsbeispiel neugierig mit der eigenen Wahrnehmung auf ihrem Weg durch den Gang, dann entdeckt man die Ausdruckskraft ihrer Bewegung, der von ihnen ausgelösten Geräusche und von ihnen benutzen Worte. Sich in dieser Art wahrnehmend auf die Kinder einzulassen, verändert die Perspektive, und es entsteht die Erlaubnis, diese alltäglich Situation – über die rein funktionale Ebene des Ankommens hinaus – als schöpferischen Moment der Gestaltung von Klang, Bewegung und Sprache anzuerkennen. Dabei wird die elementare Verwurzelung von Musik, Tanz, Sprache in alltäglicher Aktivität erlebbar. Und die schöpferische Dimension, das kreative Potenzial auch gewöhnlicher und routinierter Handlungen, wird deutlich.

Ein Krabbel-Rassel-Tanz
Milla greift sich eine Rassel aus dem Rasselkorb und schüttelt diese sofort. Während sie immer intensiver schüttelt, sucht sie den Augenkontakt mit mir. In der Bewegungsintensität entgleitet ihr die Rassel. Diese fällt auf den Boden und rutscht von ihr weg. Milla deutet mit ihrem Zeigefinger auf die Rassel, schaut mich an und sagt: „Da“. Sie krabbelt mit kurzen Unterbrechungen zur Rassel und tönt: „dadeidadadeida“. Bei der Rassel angekommen, stößt sie diese zufällig mit dem Knie weiter. Jetzt beginnt ihr geräuschvoller Krabbeltanz mit ihrer speziellen Art zwischen krabbeln und sitzen abzuwechseln, mit den Geräuschen, der über den Boden rutschenden Rassel, der auf den Boden patschenden Hände und mit ihren Stimmklängen. 

 

Die Einheit von Musik, Tanz und Sprache

Musik, Tanz und Sprache sind drei menschliche Ausdrucksbewegungen. Sie entstehen alle drei aus innerer und äußerer Bewegung. Das verbindet Musik mit Tanz, Tanz mit Sprache und Sprache mit Musik. Oder noch basaler gedacht: Musik-Tanz-Sprache ist – wie das oben stehende Beispiel zeigt – eine einzige Ausdrucksbewegung. Milla erschafft ein Gesamtkunstwerk aus Musik-Tanz-Sprache. Sie zeigt, dass in ihrem Kontakt mit der Lebenswelt, Klang aus Bewegung entsteht, Bewegung klingt und emotionale Erlebnisse mimisch-gestisch-stimmlich artikuliert werden wollen. 

Entwicklungs- und Bildungsprozesse begleiten 

Geräusche, Klänge, Rhythmen, Körperbewegungen und Bewegung im Raum, Laute, Worte oder Sätze erzeugen und gestalten – dies alles eröffnet viele neue Erfahrungsräume für Kinder. Die Erfahrungen regen individuelle Entwicklungs- und Bildungsprozesse an. Die Quelle für diese Aktivitäten liegt in dem beständigen Strom an wahrnehmen – empfinden – denken – wollen – handeln. Und das schöpferische Tun wirkt zurück, regt die individuelle Weiterentwicklung und Verfeinerung des Wahrnehmungsvermögens, der emotionalen Zustände, der Reflexion, der Willensenergie und des Handlungsrepertoires an. Aus der elementarpädagogischen Perspektive auf Musizieren-Tanzen-Sprechen, entsteht für Pädagoginnen und Pädagogen die Aufgabe, die Erfahrungen der Kinder in den Blick zu nehmen und welche Bedeutungen diese Erfahrungen für die Kinder haben. Auf dieser Grundlage lässt sich sowohl intuitiv, als auch (im kollegialen Gespräch) reflektiert das eigene Handeln, mit Blick auf das Kind, weiterentwickeln. Die wesentlichsten Erfahrungsfelder von Musizieren- Tanzen-Sprechen sind:

Wirksam sein

Kinder erleben, dass ihre Musik, ihr Tanz, ihre Sprache andere berührt, in Bewegung bringt, inspiriert, zum Mittun einlädt, Widerstand weckt. 

Teilhaben

Kinder erfahren, dass ihr Musizieren-Tanzen-Sprechen in ein größeres Ganzes gemeinsamer Aktivität ein fließt. Sie beziehen sich auf das gemeinsame Tun und beziehen andere mit ein.

Bedeutungen bilden

Kinder sammeln beim schöpferischen Tun subjektiv bedeutsame Erfahrungen. Über die Exploration von und Gestaltung mit Musik-Tanz-Sprache entstehen individuelle Bedeutungen für das, was wahrgenommen und empfunden wird. 

In Beziehung sein

Kinder erleben sich musizierend-tanzend-sprechend in Interaktion mit anderen. Sie entdecken, wie aus einem nebeneinander, miteinander, gegeneinander oder füreinander Handeln Beziehung entsteht. Urheber/Urheberin sein Kinder erzeugen schöpferische Ergebnisse, mit denen sie sich identifizieren oder von denen sie sich abgrenzen. Kinder werden von anderen als Schöpfer von Musik, Tanz, Sprache wahrgenommen und anerkannt. 

Prozesse schöpferischen Gestaltens 

In der pädagogischen Praxis sollte die schöpferische Dimension von musikalischen, tänzerischen und sprachlichen Aktivitäten im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Damit rücken die Lehr- und Vermittlungsanliegen eher in den Hintergrund. Diese konzeptionelle Haltung wird von dem Anliegen getragen, Kindern zu ermöglichen, ihre eigenen Ausdrucksweisen zu entwickeln; auf der Suche nach dem musikalischen, dem tänzerischen oder dem sprachlichen Ausdruck des Kindes. Dafür bedarf es keiner ausgefeilten kleinschrittigen didaktischen Vorplanung. Vielmehr ist es wesentlich, Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen und eine Umgebung zu entwickeln, die den Kindern Impulse gibt und ihnen gleichzeitig erlaubt, eigene Impulse zu entwickeln. 

Raum und Zeit 

Damit Kinder ihr eigenes Ausdruckspotenzial entdecken und weiterentwickeln können, ist es notwendig, ihnen Raum und Zeit zu geben, ihren Interessen und Themen zu folgen. Die „Materialien“, die dabei exploriert und gestaltet werden, sind: Klänge, Rhythmen, Töne, Bewegungsqualitäten, Bewegungen im Raum, Laute, Worte, Sätze. Außerdem ist es notwendig, dass die Pädagoginnen und Pädagogen sich selbst Raum und Zeit geben, um mit den Kindern in einen schöpferischen Kontakt eintreten zu können, um Ideen der Kinder aufgreifen und eigene Ideen anbieten zu können, um Prozesse offen halten zu dürfen. Das erfordert von den Pädagoginnen und Pädagogen, direkt im Kontakt mit den Kindern zu sein und weniger vorneweg zu denken. Die eigentliche Anforderung an die Pädagoginnen und Pädagogen ist, die eigene Sensibilität, Spontanität, Kreativität, Resonanz- und Interaktionsfähigkeit beständig weiterzuentwickeln. 

Wahrnehmen, explorieren, gestalten 

Eine individuelle musikalische, tänzerische, sprachliche Ausdrucksweise entsteht in Zyklen von wahrnehmend entdecken, forschend erkunden, planend gestalten, Erlebnisse und Entdeckungen kommunizieren und beständig weiter wahrnehmen, erkunden, ausformen, verwerfen, wiederentdecken und alles gleichzeitig und vielfach durcheinander. 

Wahrnehmen

Kindern die Gelegenheit schenken, sie inspirieren, herausfordern, sich selbst, die anderen, die Dinge ihrer Umgebung, die aktuellen Situationen achtsam wahrzunehmen. Aus aufmerksamer Wahrnehmung entstehen wie nebenbei Resonanzen, Fragen und Handlungsimpulse. 

Schuhe im Licht, Schuhe im Schatten
In der Garderobe steht ein Teil der Schuhe im Sonnenlicht ein Teil im Schatten. Hat das was zu bedeuten? Für wen oder was? Werden Schuhe dadurch lauter/leiser die Treppe hinunter gehen ... größere/kleinere Schritte machen? Welche Schuhe? Welcher Tanz entsteht, wenn ich einen Licht- und einen Schattenschuh anziehen würde? 

 

Erkunden

Kindern die Gelegenheit schenken, sie inspirieren bis herausfordern, das eigene Handlungspotenzial, die Beschaffenheit und den Spielraum der Dinge ihrer Umgebung, die Möglichkeiten der aktuellen Situationen zu erkunden. Es entsteht ein intensiver Kontakt zu dem, was erkundet wird und es werden Wirksamkeitserfahrungen gesammelt. 

Lila-Butzemann
Ein Kind „versingt“ sich, andere nehmen dies wahr. So wird aus „Bi-Ba-Butzemann“ ein „Lila- Butzemann“. Jetzt jagt eine Farbe die andere: „Rosa-Butzemann“, „Rot-Butzemann“ gelingt nicht. Daraus muss „Ro-ot-“ oder „Rot-rot-“ werden. Ein anderes Kind findet „Bi-Ba-Butze- mann“ klingt wie „Zwiebel-Butzemann“. Durch eine neue Frage ändert sich plötzlich die Aufmerksamkeitsrichtung: Unterscheiden sich die Tänze von „Lila-/Ro-ot-/Zwiebel-Butzemann“? Worin? ... Ausprobieren!  
 

Wiederholen, variieren, kontrastieren

Kindern die Gelegenheit schenken, sie inspirieren bis herausfordern, das Eigene zu wiederholen, von exakt bis ähnlich. In den Wiederholungen können Orientierung, Sicherheit, der Wunsch nach Veränderung entstehen, nach der zweiten, dritten Lösung oder dem, was sich ganz anders anfühlt, anhört, aus- drückt. 

Xylophonimprovisationen
Die Kinder haben bereits ausgiebig erkundet, dass sich, abhängig vom Gebrauch des Schlägels – Filzkopf und Kunststoffstab sei Dank – die Klangqualitäten verändern. Das hindert die Kinder nicht daran, dies heute nochmals auszuprobieren. Es gilt zu bestätigen: was gestern war, gilt heute auch. Dabei wird eine Reihenfolge entwickelt: Zuerst „Kopf“ dann „Stab“. Dabei entsteht zufällig eine Variation: Anstatt anzuschlagen, kann mit dem Schlägel auch über die Klangstäbe gestrichen werden. Auch hier gibt es unterschiedliche Klangqualitäten von Filzkopf und Kunststoffstab. Eine neue Reihenfolge muss vereinbart werden: Zuerst „Kopf- schlagen-reiben“ dann „Stab-schlagen-reiben“. Danach lässt eines der Kinder den Schlägel fallen und spielt mit den Händen, als ob das Xylophon eine Trommel wäre. 

 

Ausformen und strukturieren

Kindern die Gelegenheit schenken, sie inspirieren bis herausfordern, eine Lösung/eine Form zu finden, an die sie sich morgen noch erinnern können. Ein musikalisches, tänzerisches, sprachliches Werk aus eigenen Ideen erschaffen. 

Explorieren quer durch den Raum

Über mehrere Explorationsmomente entsteht folgende Choreografie: Ein Kind sitzt an den Musikinstrumenten und begleitet mit seiner musikalischen Improvisation die Bewegung der anderen. Diese queren gemeinsam den Raum, von einer zur gegenüberliegenden Ecke. Immer ein Kind soll vorneweg die Bewegung führen. Dabei sollen sich „vierbeinige“ und „zweibeinige“ Fortbewegung abwechseln. 

Quelle: Wir übernehmen den Beitrag mit freundlicher Genehmigung der Redaktion Theorie und Praxis der Sozialpädagogik (TPS), Ausgabe 06/2016, S. 5-9.

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