zwei U3 Kinder

Sexualfreundliche Erziehung in Kitas

Stefan Timmermanns

07.07.2014 Kommentare (1)

Oft hören wir von den Gefahren, die der Umgang mit Sexualität für Kinder bedeuten kann. Mit Recht wird auf die Katastrophen hingewiesen, die Kinder erleben, wenn die Erwachsenen übergriffig werden. Aber Sexualität ist nicht nur Gefahr, sie ist auch Lust am eigenen Körper und am Leben mit anderen. Wie dies den Kindern zu vermitteln ist, beschreibt der Autor in seinem Beitrag, den wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion aus der neuen Ausgabe von frühe Kindheit übernehmen.

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Kommentare (1)

21 August 2014, 22:10

Ich bin gelernte Erzieherin ( DDR ), arbeite seit 0982 in meinem Beruf und habe zwei erwachsene Töchter.
Ich habe den Beitrag über Sexualerziehung im Kindergarten gelesen, weil ich zur Zeit auch noch als Leiterin fungiere und dieses Thema immer mal im Team heiß diskutiert wird.Ich hatte mir mehr davon versprochen.
Leider muß ich auch bei diesem Beitrag feststellen, dass man um den heißen Brei herum redet oder einfach zu viele Floskeln benutzt. Warum werden uns umständliche wissenschaftliche Formulierungen um die Ohren geworfen und nicht ganz klar Dinge beim Namen bzw. ganz konkrete Beispiele genannt und Lösungswege aufgezeigt, mit denen wir arbeiten und uns identifizieren können? Wie soll ich ganz konkret mit einem Kind umgehen, das mehrmals im Tageslauf, nicht nur beim Mittagsschlaf, sich selbst befriedigt?( Nennt man dass überhaupt so bei Kindern? Ich weiß, dass das nichts mit der Selbstbefriedigung Erwachsener zutun hat und dass das Kind sich selbst ergründet dabei.) Was wenn dieses Kind sich seinen Gefühlen so hingibt und seine Umwelt nicht mehr wahr nimmt ? Was erzähle ich den Kindern die sich um das Kind versammeln und mich fragen, was das Kind da macht und warum es nicht aufsteht obwohl alle anderen Kinder schon aufräumen oder zum Vesper am Tisch sitzen? Soll ich es auf dem Teppich liegen lassen?
Schon vor 30 Jahren gab es diese Thematik und auch damals haben wir instinktiv gehandelt und das Kind abgelenkt und versucht dem Kind nichts zu unterstellen.
Aber wie soll man es denn nun ganz konkret handhaben? Was ist normal, wenn man überhaupt von Normalität reden kann?
Wir Erzieherinnen sollen so umfassend auf allen Gebieten informiert und gebildet sein, mit wissenschaftlichen Begriffen um uns werfen,dass man eigentlich keine Psychologen, Ergotherapeuten, Logopäden etc. bräuchte.
Zu DDR Zeiten mußte eine Erzieherin einen 00 Klassen Abschluß mit sehr guten Zensuren in allen Fächern haben und außerdem einen Sprach- und Eignungstest im musikalischen Bereich bestehen. Heute kriegen wir Praktikannten vorgesetzt mit teils nur erweitertem Hauptschulabschluß, schlechtem matthematischem Wissen, null Allgemeinwissen, schlechter Aussprache und Ausstrahlung, Unmusikalität usw. ( Es gibt auch mal Ausnahmen ).
Wie soll die fachliche Qualität,die da gefordert wird, überhaupt erreicht werden?
Wenn wir mehr Zeit für die Kinder und für Vor- und Nachbereitung durch einen viel besseren Personalschlüssel hätten, dann würden sich viele Probleme in Luft auflösen...auch die Bournout Erkrankungen der Erzieherinnen!
Ich habe den Eindruck, je mehr man meint zum Wohle der Kinder etwas verändern zu müssen, desto mehr werden unsere Kinder und Erzieher unter Druck gesetzt.
Jedem soll man es recht machen, dem Träger. den Eltern, dem Jugendamt, der Unfallkasse , dem Gesundheitsamt, der Schule etc und oft widersprechen sich diese und wir Erzieher und Leiterinnen stehen mittendrin. Wir haben kaum noch Mitsprache- oder Widerspruchsrecht.Ich sage nur Qualitätsmanagement! Das Schlagwort überhaupt!
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob dass alles noch das ist was ich mit dem Erlernen des Berufes und meiner Liebe zu den Kindern erreichen wollte.
Ich komme dermaßen an meine Grenzen, dass ich nicht glaube den Beruf bis 67 Jahre ausüben zu können oder zu wollen.

Danke für ihre Aufmerksamkeit!


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