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SOS-Kinderdorf fordert bessere Rahmenbedingungen für Care-Leaver

20.06.2019 Kommentare (0)

Berlin, 6. Juni 2019 SOS-Kinderdorf e.V. diskutierte heute im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft über die Frage, wie bessere Rahmenbedingungen für junge Menschen geschaffen werden können, die einen Teil ihres Lebens in öffentlicher Erziehung verbracht haben. Fazit der Debatte war: Die Chance der bevorstehenden SGB VIII-Reform muss genutzt werden, um sogenannten Care-Leavern einen reibungsloseren Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen.

„Care-Leaver haben auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit dieselben Entwicklungsschritte zu durchlaufen wie Gleichaltrige, die in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen“, erklärte Dr. Kristin Teuber, Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorfvereins in ihrem Impulsvortrag. „Jedoch müssen sie diesen Prozess der Verselbständigung deutlich früher und oftmals unter erheblich schlechteren Rahmenbedingungen vollziehen. So endet für Care-Leaver die stationäre Betreuung in der Kinder- und Jugendhilfe in der Regel bereits mit 18 oder 19 Jahren, häufig ohne eine nachfolgende Unterstützung zu erhalten. Viele von ihnen verfügen kaum über ein tragfähiges soziales Netzwerk oder über ausreichend materielle Ressourcen. Diesen besonderen Herausforderungen von Care-Leavern muss sich die Politik schnellstmöglich annehmen“, forderte Teuber weiter. 

Auf den dringenden Handlungsdruck verwies auch Katja Dörner MdB, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Als Schirmherrin der Veranstaltung führte Dörner mit einem Grußwort in das Thema ein: „Die wenigsten jungen Menschen sind an ihrem 18. Geburtstag plötzlich erwachsen und kommen dann ganz alleine klar. Das trifft auch und besonders auf Jugendliche zu, die nicht in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen. Deshalb muss der Rechtsanspruch auf Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus ausgeweitet werden." 

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer, wie Care-Leavern ein besserer Zugang zur Beratung und Hilfe gewährt werden kann. Wertvolle Einblicke boten hierbei die Erfahrungsberichte einiger ehemaliger Betreuter von SOS-Kinderdorf. 

Der SOS-Kinderdorfverein legte im Rahmen der Veranstaltung ein Forderungspapier vor. Er plädiert für einen bundesweiten Ausbau von Ombudsstellen. Seine langjährige Praxiserfahrung im Umgang mit Care-Leavern und darauf basierende Forschungsergebnisse zeigen, dass mehr ausgewiesene Anlaufstellen nötig sind, um diese jungen Menschen dabei zu unterstützen, ihr Recht auf Hilfe durchzusetzen.

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V. 

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