mehrere Kinder

SOS-Kinderdorf fordert gerechtere Familienförderung!

07.03.2015 Kommentare (0)

 Zu den geplanten Anpassungen der staatlichen Familienleistungen erklärt Prof. Dr. iur. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V.:

„Der deutsche SOS-Kinderdorfverein begrüßt die geplante Erhöhung des Kindergeldes sowie die Anpassung des Kinderfreibetrages. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die angekündigten Anhebungen vor allem finanziell besser gestellten Familien zugutekommen. Gerechte staatliche Familienleistungen, die alle Kinder gleichermaßen fördern, sehen anders aus!

Dass die Kindergelderhöhung auch künftig auf die Hartz IV-Regelleistungen für Kinder angerechnet wird, steht im Widerspruch zu einer gerechten Familienförderung. Kinder, deren Eltern Hartz IV beziehen, werden somit weiterhin massiv benachteiligt. Dies gilt auch für Kinder von Alleinerziehenden. Dass der steuerliche Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, entgegen der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, nicht erhöht werden soll, ist enttäuschend. Studien belegen eindeutig, dass Alleinerziehende und ihre Kinder in Deutschland besonders häufig von Armut betroffen sind. Eine Anpassung des Entlastungsbetrages, zehn Jahre nach seiner Einführung im Jahr 2004, ist daher unumgänglich. SOS-Kinderdorf fordert die Bundesregierung nachdrücklich auf, den entsprechenden Ankündigungen im Koalitionsvertrag endlich Taten folgen zu lassen.

Das Ziel gerechter Familienleistungen muss es sein, dass der Staat alle Kinder gleichermaßen fördert. Und zwar unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern, etwa in Form einer Kindergrundsicherung. Die geplante Erhöhung des Kinderzuschlages ist hierfür ein Schritt in die richtige Richtung – die Anpassung der Hartz IV-Regelsätze für Kinder und die bessere Förderung von Alleinerziehenden müssen folgen!"

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