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Start wissenschaftlicher Untersuchung von Sprachfördermaßnahmen in Kitas und Schulen

12.03.2015 Kommentare (0)

In 120 Kitas und Schulen in zehn Bundesländern hat die Untersuchung von sprachfördernden Maßnahmen im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Bildung durch Sprache und Schrift" (BiSS) begonnen.

Sprachförderung wird in Deutschland in allen Kitas und Schulen mit verschiedenen Instrumenten und Methoden umgesetzt. Über die Bedingungen der Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist bisher wenig bekannt. Mehrere wissenschaftliche Projektgruppen wurden nun mit der Untersuchung der vor Ort angewandten Sprachfördermaßnahmen beauftragt. Ihre Evaluationsprojekte werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt ca. 2,5 Millionen Euro finanziert. Sie laufen bis Ende 2017 und beinhalten zunächst eine Bestandsaufnahme der Sprachfördermaßnahmen in den Kitas, in Grundschulen und in weiterführenden Schulen. Anschließend erarbeiten die Wissenschaftler gemeinsam mit den Einrichtungen Vorschläge für einen wirkungsvolleren Einsatz der Maßnahmen.

Durch alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kita werden Kinder in ihrer natürlichen Sprachentwicklung umfassend und systematisch gefördert. Wie diese alltagsintegrierte Sprachbildung in der Praxis angewandt wird, welche Rahmenbedingungen die Erzieherinnen und Erzieher brauchen und wie sie bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützt werden können, untersucht die Projektgruppe des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Sie begleitet Erzieherinnen und Erzieher in 34 Kitas in Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland.

Schülerinnen und Schüler lernen die deutsche Sprache nicht nur im Deutschunterricht, sondern auch im Fachunterricht und bei außerunterrichtlichen Aktivitäten. 23 Grundschulen aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und aus dem Saarland haben hier ihren Schwerpunkt. Sie wollen die bildungssprachlichen Kompetenzen insbesondere im Mathematik- und im Sachunterricht sowie im Nachmittagsangebot fördern. Die Zielgruppe der Sprachförderung sind dabei sowohl Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache als auch Kinder deutscher Herkunftssprache mit geringen Kompetenzen in der Bildungssprache Deutsch. Die Projektgruppen der Universität Potsdam, der Universität Wuppertal und der Technischen Universität Dortmund untersuchen die Verfahren, mit deren Hilfe der Sprachförderbedarf festgestellt wird, in Hinblick auf ihre Qualität und ihre Aussagekraft. Zudem werden die Fördermaßnahmen selbst ausgewertet. Und schließlich wird auch die Weiterbildung der Lehrkräfte für die Sprachförderung in den Blick genommen. Die Schulen erhalten fortlaufend Rückmeldungen über die Zwischenergebnisse. Am Ende der Projektlaufzeit sollen verbesserte Maßnahmen und Materialien für die Sprachförderung zur Verfügung stehen.

Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger sind Kinder und Jugendliche, die im schulpflichtigen Alter nach Deutschland einwandern und meist über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen. Bislang fehlt in Deutschland ein übergreifendes Konzept für die Sprachförderpraxis mit neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern. Das Evaluationsprojekt für die Förderung dieser Kinder und Jugendlichen findet an 63 weiterführenden Schulen in Berlin, Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt. Neben einer Bestandsaufnahme der bestehenden Sprachförderung wird auch die Unterrichtsqualität untersucht. Ziel des Projekts ist die Evaluierung bestehender Sprachfördermaßnahmen und deren Umsetzung. Dies ist eine Voraussetzung für die Entwicklung eines praxistauglichen Konzepts für die schulische Integration von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern in der Sekundarstufe I. Das Projekt wird von dem Forschungsverbund EVA-Sek der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Bielefeld und der Europa-Universität Flensburg durchgeführt.

„Bildung durch Sprache und Schrift" (BiSS) ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Konferenz der Jugend- und Familienminister (JFMK) der Länder zur Verbesserung der Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung. Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache der Universität zu Köln, das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main und die Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) übernehmen als Trägerkonsortium die wissenschaftliche Ausgestaltung und Gesamtkoordination des Programms.

Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie unter www.biss-sprachbildung.de

Quelle: Pressemitteilung des Projekts „Bildung durch Sprache und Schrift" vom 5.3.2015

 

 

 

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