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Studien zeigen, dass Väter und Mütter bei der Medienerziehung oft unterschiedliche Ansätze verfolgen

18.05.2016 Kommentare (0)

Für Kinder ist es wichtig, dass Regeln verbindlich sind und von der ganzen Familie gelebt werden, so „SCHAU HIN! Was Dein Kind macht“, der Medienratgeber für Familien.  

Studien wie die der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen („Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie“) zeigen, dass das Thema „Medien“ zu Konflikten in Familien führen kann. Dies liegt auch daran, dass Mütter und Väter unterschiedliche Ansichten haben, was Vereinbarungen zur Mediennutzung betrifft. Mütter sehen sich oft als restriktiver, während sich Väter oft für medienkompetenter und -affiner halten. Mütter haben häufig die Funktion des Haupterziehers und sind wichtigster Ansprechpartner bei vielen Medienthemen, während Väter dies meist für „Internet und Computer“ und Medientechnik sind. Nach eigener Ansicht kennen sich Kinder jedoch bei Computerspielen, Fernsehprogrammen und -sendungen und auch beim Thema Handy innerhalb der Familie am besten aus.

Sich auf verbindliche Regeln einigen
Im Alltag umgingen vor allem Väter bisweilen mit den Kindern die medienbezogenen Regeln, etwa was und wie lange gespielt wird, was Streit zwischen den Eltern provoziert. „Kinder brauchen klare Regeln, auch bei der Medienerziehung. Deshalb sollten Mütter und Väter auch hier an einem Strang ziehen und sich, am besten zusammen mit dem Kind, auf gemeinsame Regeln verständigen, die möglichst für alle in der Familie gelten“ so SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Dies gilt gerade auch für Eltern, die getrennt oder geschieden sind. So weiß das Kind, das Regeln immer gelten, bei Mama und bei Papa, oder auch bei Großeltern und Freunden. Auf www.mediennutzungsvertrag.de finden Eltern Vorlagen zur Erstellung individueller Vereinbarungen. 
 
Medienregeln vorleben
Medienkompetenz von Kindern wird nicht nur durch Worte und Regeln, sondern durch eigenes Verhalten und eigene Haltungen beeinflusst. Wichtig ist, dass sich Väter und Mütter ihrer Vorbildrolle auch in der Medienerziehung bewusst sind und mit gutem Beispiel vorangehen. Gemeinsame Regeln sollten nicht nur gut begründet sein, sondern möglichst für alle in der Familie gelten, damit Kinder diese nachvollziehen können.

Eigenes Medienverhalten reflektieren
Am besten beobachten sich Eltern selbst, wie oft sie welche Medien wozu nutzen. Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy? Läuft der Fernseher bei anderen Freizeitaktivitäten? Sind Computer oder mobile Geräte ständig auf Empfang? Wird jedes Familienerlebnis gleich auf Facebook gepostet? Haben Eltern ein Profil in sozialen Netzwerken ist es hilfreich, die Einstellungen zu überprüfen und genau darauf zu achten, welche Inhalte sie mit wem teilen, vor allem was Informationen oder Bilder zum Kind betrifft. In einem Onlinetest auf www.schau-hin.info/mitmachen/elterntest können Eltern ihr eigenes Medienverhalten reflektieren. 

Medien gemeinsam entdecken – unabhängig vom Geschlecht      
Die gemeinsame Mediennutzung von Eltern und Kindern ist oft auch vom Geschlecht beeinflusst. So spielen Väter laut Studien eher öfter mit ihrem Sohn Computerspiele und schauen Filme, die oft auch Gewalt enthalten können, während Mütter tendenziell ihre Vorlieben für Fernsehen (z. B. Castingshows) und romantische Filme meist mit ihren Töchtern teilen. Um Rollenmustern vorzubeugen, können Mütter auch mal das neue Computerspiel testen und Väter eine Folge der Lieblings-Soap anschauen. Dies zeigt Kindern, dass bestimmte Medieninhalte nicht einseitig einem Geschlecht zugesprochen werden müssen. Zudem erhalten Eltern so einen möglichst umfassenden Einblick in die Medienvorlieben ihrer Kinder und können dazu im Gespräch bleiben. 

Geschlechterklischees in den Medien besprechen
Auch in den Medien selbst werden oft Klischees und tradierte Geschlechterrollen transportiert, ob bei „Germanys next Topmodel“, in Computerspielen mit supermännlichen Avataren oder auf Instagram. Dies können Eltern anhand konkreter Beispiele mit ihrem Kind diskutieren. Ein guter Anhaltspunkt für Eltern bietet auch der YouTube-Kanal „Lu Likes“, auf dem die Schauspielerin Lara-Maria Wichels die teils oberflächliche Medienwelt thematisiert. 

Quelle: SCHAU HIN!

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