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Tagungsdokumentation: „Von großen Linien zum Handeln vor Ort. Hilfen zur Erziehung im Dialog“

21.09.2018 Kommentare (0)

Im Rahmen der Transferstrategie für das landesweite Berichtswesen in NRW findet alle zwei Jahre eine Fachveranstaltung zu aktuellen Entwicklungen im zweitgrößten Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe statt. Ausgehend von den empirischen Befunden der Kinder- und Jugendhilfestatistik diskutierten ca. 130 Teilnehmende am 28. Juni in Gelsenkirchen. Die Tagungsdokumentation steht jetzt online zur Verfügung und gibt Einblicke in das breite Themenspektrum. 

„Von großen Linien zum Handeln vor Ort“. So lautete der Titel der diesjährigen Fachveranstaltung des landesweiten Berichtswesens in NRW, die alle zwei Jahre in der Reihe „Hilfen zur Erziehung im Dialog“ von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) gemeinsam mit den beiden Landesjugendämtern durchgeführt wird.

Etwa 130 Vertreter(inne)n der Fachpraxis, -wissenschaft und -politik diskutierten ausgehend von den empirischen Befunden der Kinder- und Jugendhilfestatistik und ergänzt durch Erfahrungen aus der Praxis zu unterschiedlichen Themen, die das zweitgrößte Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe aktuell bewegen.

Empirische Befunde der Kinder- und Jugendhilfestatistik

Nach der Begrüßung durch Frau Dr. Weber vom LWL-Landesjugendamt Westfalen-Lippe machte Dr. Jens Pothmann von der AKJStat (TU Dortmund) mit seinem Vortrag den Anfang und formulierte auf Basis der statistischen Befunde Fragestellungen zu den Themen des Fachtags. Dabei wurden beispielsweise Zusammenhänge zwischen Ausgaben- und Fallzahlenentwicklungen in den Blick genommen oder auch Schnittstellen der Hilfen zur Erziehung zu anderen kommunalen Leistungsbereichen innerhalb und außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe. 

Ein zentrales Thema des Arbeitsfeldes wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion aufgegriffen. Vertreter/-innen aus der Wissenschaft sowie der Praxis diskutierten kontrovers über allgemeine Themen, wie z.B. das Verhältnis von Fallzahlen und präventiven Angeboten und den damit verbundenen Schwierigkeiten der Wirkungszusammenhänge, aber auch über konkrete präventive Strategien vor Ort. Beispiele boten hierzu die beiden Jugendamtsleitungen aus Bochum und Kerpen.

Tagungskonzept „Empirie trifft Praxis“

Mit dem Tagungskonzept „Empirie trifft Praxis“ ging es auch in den Foren weiter. In neun Foren wurden verschiedene Themen aufgegriffen. Beiträge aus den Arbeiten des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund und der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik umfassten empirische Befunde, jeweils ergänzt durch Expertenbeiträge aus der Praxis und/oder dem Wissenschaftskontext.

Diskutiert wurde in den Foren zu unterschiedlichen Themen: Aktuelle Entwicklungen beim Personal in den Hilfen zur Erziehung und den Allgemeinen Sozialen Diensten gehörten genauso dazu wie aktuelle Herausforderungen bei der Integration von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen oder auch Fragen nach der Kooperation im Kinderschutz ausgehend von den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter (§ 8a SGB VIII).

Beteiligung als zentrales Qualitätsmerkmal von Hilfeverläufen

In einem weiteren Forum wurde der Blick auf die Beteiligung als zentrales Qualitätsmerkmal von Hilfeverläufen gerichtet, während wiederum in einem anderen über die Unterstützungsmöglichkeiten für die jungen Volljährigen in den Hilfen zur Erziehung diskutiert wurde.

Zwei Foren widmeten sich den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in zwei Hilfearten, nämlich den Erziehungsberatungen und den Eingliederungshilfen gem. § 35a SGB VIII. In beiden Foren wurde insbesondere über die Bedeutung der beiden Hilfen in den Regeleinrichtungen – Kindertageseinrichtungen und Schulen – diskutiert.

Chancen und Herausforderungen von Monitoringsystemen 

Der Blick wurde in einem Forum auch auf das allgemeine Thema der Steuerung gerichtet. Hier wurden allgemeine Fragen nach den Steuerungsmöglichkeiten von Monitoringsystemen erörtert, aber es wurde auch speziell über Chancen wie Gefahren von inter- und intrakommunalen Vergleichen debattiert.

Die Foren zeichneten sich durch lebhafte und z.T. kontroverse, aber immer fundierte Diskussionen aus. Erkenntnisse und Erfahrungen wurden ausgetauscht und spannende Gedanken zur Zukunft der Hilfen zur Erziehung im Allgemeinen und dem landesweiten Berichtswesen in Nordrhein-Westfalen im Besonderen entwickelt.

Perspektiven und Herausforderungen für das Arbeitsfeld 

Zum Schluss der Fachtagung zog Herr Walhorn – Leiter der Abteilung für Kinder und Jugend im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalens – nicht nur Bilanz der Fachtagung, sondern richtete den Blick auch auf zukünftige Herausforderungen.

So appellierte er beispielsweise an die Akteure des Arbeitsfeldes die Entwicklungen in anderen Bereichen – von Frühen Hilfen, über Regeleinrichtungen bis hin zu anderen Unterstützungsagenturen des Bildungs- und Sozialwesens im Bereich der Care Leaver – nicht nur in den Blick zu nehmen, sondern mitzugestalten, Schnittstellen zu schaffen und auszugestalten.

Damit wird deutlich, dass bedeutsame, wenn auch herausfordernde Aufgaben das Feld der Hilfen zur Erziehung in naher und ferner Zukunft bewegen werden. Empirische Beobachtungen und der Transfer der Ergebnisse, aber noch mehr der Dialog darüber werden deshalb weiter von zentraler Bedeutung sein.

Hintergrund

Die Fachveranstaltung mit dem Reihentitel „Hilfen zur Erziehung im Dialog“ ist Teil einer Transferstrategie für das landesweite Berichtswesen in NRW – ein Projekt, welches durch das Land gefördert und gemeinsam von den beiden Landesjugendämtern und der AKJStat durchgeführt wird. Der nächste HzE Bericht – als weiterer Baustein der Transferstrategie – wird im Sommer 2019 erscheinen.

Die Tagungdokumentation „Von großen Linien zum Handeln vor Ort“ steht online auf den Seiten des LWL - Landesjugendamt Westfalen zur Verfügung. Dort kann auch eine Printversion bestellt werden. 

Weitere Informationen zum HzE-Berichtswesen Nordrhein-Westfalen und zur Transferstrategie finden sich auf der Webseite der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik. 

Quelle: Forschungsverbund Deutsches Jugendstitut/ Technische Universität Dortmund 

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