ErzieherIn.de
zwei U3 Kinder

Therapie bei fast jedem zweiten Schulkind

Hilde von Balluseck

20.02.2010 Kommentare (0)

Die Techniker Krankenkasse hat eine repräsentative Forsa-Umfrage bei 1000 Eltern schulpflichtiger Kinder durchführen lassen. Das Ergebnis gibt zu denken. Fast die Hälfte der Eltern gab an, dass ihr Kind (6 bis 18 Jahre) schon einmal eine Therapie gemacht hat oder sich noch in einer Therapie befindet. Mehr als jedes vierte Kind erhielt Sprachtherapie, fast jedes fünfte Ergotherapie und ähnlich viele Krankengymnastik. Mindestens eines von 10 Kindern war in psychotherapeutischer Behandlung. Und noch ein interessantes Ergebnis: Bei Kindern mit Therapieerfahrung ist der Anteil derjenigen höher, die mehr als zwei Stunden täglich fernsehen http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/940535.

Man muss nicht Psychologe sein, um in tiefes Nachdenken zu versinken, was diese Zahlen bedeuten. Einige Hypothesen erlaubt sich die Redaktion - ohne sich tiefer in das Thema einarbeiten zu können:

Therapeuten/-innen sind heute die unentbehrlichen Helfer für sehr viele Eltern, die ihren Kindern kein gutes soziales Umfeld und keine gesunde Lebensweise bieten können. Wenn Kinder zu früh viel fernsehen, entwickeln sie keine Sprachkompetenz, erst recht nicht, wenn die Eltern sich nicht mit ihnen unterhalten. Wenn Kinder keine ausreichende Bewegung haben, brauchen sie irgendwann therapeutische Unterstützung, weil sich ihre Körperfunktionen gar nicht richtig entwickeln können. Was die seelische Verfassung unserer Kinder angeht, so gibt es viele Erklärungen - angefangen bei den Eltern, aber auch die Schule ist hier nicht zu vernachlässigen. Wenn diese Aussagen zutreffen, dann wäre mehr Elternbildung angesagt, die den Eltern deutlich macht, was sie ihren Kindern antun, wenn sie nichts mit ihnen tun. Zu klären wäre aber auch, inwieweit die ungesunden Lebensweisen nicht auch ein Ausfluss sozialer Unterprivilegierung sind. Ferner wäre erneut ein Blick auf die Schule als - manchmal - krank machende Instanz zu richten. Wir warten gespannt darauf, ob die Techniker Krankenkasse ihre Ergebnisse weiter mit wissenschaftlichen Methoden analysiert.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir freuen uns über Kommentare.

Kommentare (0)


Kommentar schreiben



Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Erlaubte Tags: <strong><em><br>Kommentar hinzufügen:


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.




Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.

ErzieherIn.de wird gefördert von:

Wehrfritz

Seit über 80 Jahren ist Wehrfritz Komplettausstatter für Krippen und Kindergärten. Das Sortiment umfasst innovative Möbel, Raumkonzepte, Außenspielgeräte, ausgewählte Spiel- und Lernmaterialien.
www.wehrfritz.de

Stellenmarkt

20.11.2019 Teamleitung (w/m/d) für Wohngemeinschaft, Lindlar
Lebenshilfe Service Bergisches Land gGmbH
19.11.2019 Fachkraft (w/m/d) in der Betreuung für Wohngemeinschaft, Berlin
Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH
19.11.2019 Fachkraft (w/m/d) in der Betreuung für Wohngemeinschaft, Berlin
Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH
weitere Stellen

Newsletter für Fachkräfte

Alle zwei Monate kostenlose Infos jetzt abonnieren.

Aktuelle Rezensionen

Buchcover

Ullrich Böttinger, Klaus Fröhlich-Gildhoff (Hrsg.): Teilhabe aller Kinder ermöglichen. FEL Verlag Forschung Entwicklung Lehre (Freiburg) 2017. 91 Seiten. ISBN 978-3-932650-84-0.
Rezension lesen   Buch bestellen

Buchcover

Christiane Arens-Wiebel: Autismus. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2019. 220 Seiten. ISBN 978-3-17-034781-6.
Rezension lesen   Buch bestellen

weitere Rezensionen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Feed Icon RSS-Feed abonnieren
RSS der Kommentare abonnieren

Feed Icon Folgen Sie uns auf Facebook

Nutzen Sie auch die Angebote unseres Herausgebers socialnet: