mehrere Kinder

Und jetzt das nächste Kapitel: Hortplätze!

Hilde von Balluseck

14.07.2013 Kommentare (0)

Das war fällig! Nachdem nun die Betreuung der unter Dreijährigen zwar noch nicht in trockenen Tüchern, aber doch immerhin in Arbeit ist, erhebt die GEW eine neue Forderung, nämlich auf den Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung für Schulkinder!

Welche berufstätige Mutter, welcher verantwortungsvolle Vater atmet nicht tief durch bei dieser Forderung, weil sie längst fällig wäre, aber bisher immer unter den Tisch gefallen ist? Welche Mühen bereitet es berufstätigen Eltern, insbesondere die Grundschulkinder nach dem Schulunterricht zu versorgen, wenn man aus Lust oder Not am Nachmittag berufstätig ist! Ständig muss organisiert werden oder man hat ein schlechtes Gewissen, weil das Kind ein echtes "Schlüsselkind" ist, das alleine nach Hause gehen und sich eine Stulle machen muss.

Als mein Sohn in die Schule kam, habe ich mit drei anderen Müttern gemeinsam eine Selbsthilfegruppe gegründet, in der wir abwechselnd den Kindern Essen zubereitet und sie bei den Hausaufgaben unterstützt haben. Das war ein Glück, denn in den fürchterlichen Hort, den es immerhin gab, wollten die Kinder nicht gehen. Aber die Selbsthilfe funktioniert nicht immer, von daher ist dieser neue Schritt der GEW ein wunderbares Signal für die nächste Legislaturperiode.

Nun aber zur Meldung selbst, die wir dem Tagesspiegel von heute - auf der ersten Seite! - entnehmen konnten. Der Rechtsanspruch auf Betreuung soll - wenn es nach der GEW geht - für Sechs- bis Zwölfjährige gelten. Es gibt inzwischen in vielen Ländern Ganztagsschulen, die das Problem angepackt haben. Aber der größte Teil der Schulkinder im Westen Deutschlands hat keinen Hortplatz.

Meine eigenen Erfahrungen zeigen aber, dass es auch hier mit der Erhöhung der Quantität nicht getan ist. Wesentlich ist auch ein neuer Blick auf die Qualität der außer- oder innerschulischen Betreuung am Nachmittag. Nur wenn Kinder gerne in der Ganztagsschule bleiben, nur wenn sie gerne in den Hort gehen, wird der Anspruch auf Bildung und Betreuung auch wirklich eingelöst. Und nur dann können Eltern ohne schlechtes Gewissen Beruf und Familie vereinbaren.

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