mehrere Kinder

Und noch eine Katastrophe: Flüchtlingskinder im Südsudan

06.08.2014 Kommentare (0)

Nach der hoffnungsvollen Staatsgründung 2011 sind Kämpfe zwischen verfeindeten Ethnien ausgebrochen. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder: Eltern werden ermordet, Frauen vergewaltigt, Kinder als Kämpfer missbraucht. Tausende Kinder irren auf der Suche nach Sicherheit alleine durch das Land. Schlagzeilen macht das alles nicht.

„Die Leichen von Männern, Frauen und Kindern lagen überall“ – Garang, 12 Jahre

Über ihr Schicksal erfahren wir in den Nachrichten kaum etwas.
Ich möchte Ihnen deshalb an dem Beispiel eines Jungen berichten, was die Kinder im Südsudan durchmachen müssen. Das ist die Geschichte des 12-jährigen Garang in seinen eigenen Worten: „Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich Männer mit Gewehren vor mir. Ich habe jede Nacht Alpträume und wache schreiend auf. In Bor habe ich viele Tote gesehen, darunter auch Verwandte von mir. Häuser wurden niedergebrannt, die Leichen von Männern, Frauen und Kindern lagen überall.

Garang aus Südsudan

Der 12-jährige Garang aus dem Südsudan
© UNICEF

Meine Familie ist in den Wald geflüchtet, wo wir uns sieben Tage lang versteckt haben. Es war schrecklich, wir sind die ganze Zeit gelaufen, das hohe Gras hat uns in die Füße geschnitten und wir hatten große Angst vor den Schlangen. Es gab kein sauberes Wasser und Essen war ein Luxus, den sich keiner getraut hat zu erwähnen. Wir haben tagelang nichts gegessen außer ein paar Beeren.

Wir haben Glück, dass wir jetzt in Mingkaman in Sicherheit sind. Aber das Leben hier ist sehr hart. Es gibt keine Schulen, keine Gesundheitsversorgung und die meiste Zeit nichts zu essen. Unsere Eltern haben keine Jobs. Manchmal höre ich meine Mutter nachts weinen, und ich weiß nicht, wie ich sie trösten soll. Ich würde ihr gerne sagen, dass bald alles wieder gut wird. Aber ich weiß, dass im Moment gar nichts gut ist und ich habe keine Ahnung, wann wir wieder ein normales Leben führen werden.“

Nothilfe für Südsudan nur zu einem Viertel finanziert

Auch ohne Schlagzeilen: UNICEF ist vor Ort, um den Kindern und Familien zu helfen.
Zum Beispiel mit mobilen Helferteams in Akobo, Melut, Mazendit und Nyal, die sich um Trinkwasser, Behandlung von mangelernährten Kindern, um Suche nach Angehörigen von unbegleiteten Kindern und um den Aufbau von Notschulen kümmern. Auch in den Nachbarländern Äthiopien, Kenia, Sudan und Uganda kümmert sich UNICEF um die bislang 250.000 Flüchtlinge aus Südsudan. Aber der Bedarf ist riesig, die zunächst bis Juni geplanten Nothilfe-Einsätze sind bisher nur zu einem Viertel finanziert.

Quelle:Newsletter Unicef

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