Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V. startet Petition gegen den Gesetzentwurf zur BayKiBiG-Reform – Verband fordert echte Qualität statt Verwaltung des Mangels
Der Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V. sagt: Nein zum aktuellen Entwurf und ruft pädagogisches Fachpersonal, Eltern und Menschen in Bayern auf, das ebenfalls zu tun. Bayern hat gerade die historische Chance, seine Kitas grundlegend zu verbessern. Sinkende Geburtenzahlen, ausreichend Personal - die Bedingungen sind günstig. Und die Politik? Verpasst die Chance. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) werden die strukturellen Probleme in Bayerns Kitas nicht gelöst, sie werden verwaltet.
Ca. 10.000 Kitas, fast 650.000 betreute Kinder, rund 130.000 pädagogische Fachkräfte: das BayKiBiG (Bayerisches Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen) ist das Herzstück der frühkindlichen Bildung in Bayern. Auf eine Reform des bayerischen Kitagesetzes wurde lange gewartet.
Der aktuelle Entwurf enthält Bürokratieabbau und eine Aufstockung der Betriebskostenförderung. Das ist richtig und wird anerkannt. Doch an den entscheidenden Stellschrauben wird nicht gedreht: Das Fachkraft-Kind-Verhältnisbleibt unverändert. Gruppengrößen werden nicht begrenzt. Leitungskräfte werden nicht freigestellt. Notfallpläne fehlen. Arbeitszeiten für die Vor- und Nachbereitung von Bildungsangeboten für die Kinder, Elterngesprächen, Teambesprechungen: gesetzlich immer noch nicht verankert.
Das Ergebnis: Pädagogisches Personal kann den Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) in der Praxis nur unzureichend umsetzen. Nicht aus fehlendem Willen, sondern weil die Rahmenbedingungen es kaum zulassen.
Die Landesregierung hat den Gesetzentwurf bereits verabschiedet, welcher demnächst im Landtag abgestimmt werden soll. Der Verband Kita-Fachkräfte e.V. hat, um auf die Problematik aufmerksam zu machen eine Petition ins Leben gerufen, um zu fordern, dass die Gesetzesveränderung auch die wichtigen Stellschrauben für die Qualität verbessert.
Seit dem Start am 03.05.26 haben über 1000 Personen die Petition unterzeichnet und über 500 Kommentare hinterlassen. Diese zeichnen ein einheitliches und eindeutiges Bild von der täglichen Überlastung des Kita-Systems und der qualitativ mangelnden Bildung.
Die Zitate lauten unter anderem: „In über 30 Jahren Berufserfahrung in der Kita erlebe ich, wie sich die Qualität schleichend verschlechtert. Die Anforderungen an uns Fachkräfte steigen kontinuierlich – doch Zeit, Personal und finanzielle Mittel werden nicht entsprechend angepasst.”
“Seit fast 40 Jahren bin ich als Erzieherin tätig. Schon so lange werden Reformen versprochen - v. a. kleinere Gruppen - und nichts passiert. Jetzt, da die Kinderzahlen rückläufig sind, entlässt man Personal und legt Gruppen zusammen, anstatt endlich den Betreuungsschlüssel so anzupassen, dass Kinder und Personal davon profitieren. Es wird Zeit! “
“Weil die ganze Qualität meines Berufes immer mehr verliert und weil es um das Wertvollste geht, was wir besitzen, die Kinder“
“Weil Kitas eine Bildungsstätte sind und keine Aufbewahrung von Kindern “
Der Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V. fordert die Staatsregierung und den Bayerischen Landtag auf, den Gesetzentwurf grundlegend zu überarbeiten. Bayerns Kinder haben das Recht auf eine gute Kita-Qualität. Frühkindliche Bildung ist keine Sozialausgabe - sie ist die wirksamste Investition, die Bayern tätigen kann. Es ist Zeit, das auch gesetzlich einzulösen.
Jetzt handeln — für die Kinder, die keine Stimme haben.
Quelle: Verband Kita-Fachkräfte Bayern e.V.
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