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mehrere Kinder

Verbindliche regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen in Kitas und Tagespflegestellen gefordert

10.06.2020 Kommentare (3)

Noch ist die Schuld der tatverdächtigen Erzieherin nicht bewiesen. Und wir sollten bei aller nachvollziehbaren Betroffenheit daran denken, wie viele hoch engagierte Erzieher*innen unter schwierigen Rahmenbedingungen tagtäglich eine bewundernswerte pädagogische Arbeit mit unseren Kindern leisten, die ohne Wenn und Aber sehr viel mehr Anerkennung bedarf, als sie tatsächlich erhält. Kinder sind in einer Kindertagesstätte oder Tagespflegestelle gewöhnlich sogar sicherer als zu Hause oder in seinem sozialen Nahbereich.

Dennoch können und sollten wir aus Gretas Tod erste Lehren ziehen. Auch wenn es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben wird, gibt es Möglichkeiten, die Sicherheit unserer Kinder weiter deutlich zu erhöhen. Neben einer verbindlichen Berücksichtigung des Themas „Prävention von Gewalt gegen Kinder“ in den Ausbildungs- und Studienplänen für angehende Erzieher*innen und mehr regelmäßigen und damit nachhaltigeren Fortbildungsmaßnahmen zu dem Thema sollten ähnlich dem sogenannten TÜV verbindlich vorgegebene und vor allen Dingen ebenfalls regelmäßige so genannte Sicherheitsaudits in Kindertagesstätten und Tagespflegestellen erfolgen.

Bei den Überprüfungen sollte durch externe Experten in bestimmten Abständen, z. B. alle zwei Jahre, die jeweilige Einrichtung unter Sicherheitsgesichtspunkten beurteilt und ggf. Nachbesserungen für die jeweilige Leitung bzw. den Träger empfohlen werden. Überprüft werden sollten über das eingesetzte und für den Einsatz vorgesehene Personal und seine Qualifikation und seine Fortbildung zu Fragen der Sicherheit hinaus die Räumlichkeiten und die vorhandene Technik in Hinblick auf Straftaten, Unfälle und Erkrankungen begünstigende Faktoren. Dies würde weiterhin für die tägliche Ablauforganisation in der Einrichtung und nicht zuletzt für vorgesehene Kontrollen und Meldewege insbesondere bei Hinweisen auf eine Kindeswohlgefährdung gelten.

Am Ende würden Empfehlungen für Weiterentwicklungen oder auch gebotene Nachbesserungen abgegeben und dokumentiert. „Die für die Genehmigung des Betriebs gesetzlich vorgegebene „Grundüberprüfung und Überprüfungen aus gegebener Veranlassung sind zu wenig und erfolgen vor allen Dingen gewöhnlich nicht überprofessionell und zu spät. Darüber hinaus vermögen außenstehende Experten anderer Fachrichtungen die Dinge nicht selten besser und kritischer einzuschätzen als Fachkräfte des jeweiligen (Landes-)Jugendamtes“, erläutert Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e. V. seine Anregung. „Wenn wir unsere Kinder besser schützen wollen, brauchen wir mehr Verbindlichkeit und eine höhere Kontrolldichte, um die Wahrscheinlichkeit einer Aufdeckung von Schwachstellen im System zu erhöhen“, so Becker.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Kinderhilfe vom 2.6.20

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Kommentare (3)

  • Marita Berski:
    07.07.2020 um 19:58 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich denke es ist ja nicht nur eine Erzieherin in den Kitas angestellt, in so einem Falle von Kindesmisshandlungen sind auch die Kollegen/innen in der Verantwortung man muss doch bemerken wenn eine Kollegin/Erzieherin oder Kollege/Erzieher ständig genervt oder agressiv zu den Kindern ist. Man kann doch die Person ansprechen und dann eventuell, dieses Verhalten der Kita-Leitung oder eventuell dem Träger zu melden dürfte doch nicht so schwer sein.

    Ich verstehe nicht, daß so etwas passieren muss wo waren da die Kollegen/innen!

    Antworten

    1. Lisa Jares:
      08.07.2020 um 09:49 Uhr

      Guten Tag Frau Berski,
      vielen Dank für Ihren Kommentar, gerne möchte ich Sie auf den Beitrag von Frau Mauel aufmerksam machen, der Ihre Gedanken aufgreift: https://www.erzieherin.de/es-gab-keine-chance-hellhoerig-zu-werden-gedanken-zum-gewaltsamen-tod-eines-kitakindes-in-viersen.html
      Herzliche Grüße

      Antworten

  • Angelika Mauel:
    09.07.2020 um 09:39 Uhr

    Der absolute Ausnahmefall, in dem der Verdacht besteht, dass eine Erzieherin ein Kind willentlich getötet und andere Kinder eventuell gequält hat, rechtfertigt für mein Empfinden noch nicht, dass "externe Experten" ungebeten in die Kitas kommen, um nach dem Rechten zu sehen. Erzieherinnen, die Kinder anbrüllen oder sie eventuell schubsen oder nötigen, werden sich in Anwesenheit von Kontrolleuren, die man natürlich anders bezeichnen würde, bestimmt nicht gehen lassen. - Wichtig allerdings wären regelmäßige Überraschungsbesuche in Krippen und Kitas. Kontrolliert werden müsste, ob der Personalschlüssel eingehalten wird und ob nicht unqualifizierte Kräfte allein eine Gruppe übernommen haben.

    Es löst Beklemmungen aus, dass die ausgebildete Erzieherin Sandra M. zum Kolloquium zugelassen wurde und dass nur die Kita in Tönnisvorst ihr nicht die Probezeit verlängert hat. Die ErzieherInnen in anderen Kitas aber waren mit ihrer Art auf Kinder zuzugehen, ebenfalls nicht einverstanden gewesen. Die Frage, die Marita Berski gestellt hat, habe ich mir auch immer wieder gestellt. Dass eine Erzieherin vorsätzlich gewalttätig gegenüber Kindern sein könnte, ist für uns extrem schwer vorstellbar, ja fast undenkbar. Wie sehr man seine eigene Menschenkenntnis überschätzen kann, merken viele erst, wenn sie von einem Sexualdelikt oder einer anderen Straftat hören, die sie dem ihnen persönlich bekannten Täter niemals zugetraut hätten. - Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr erfahren werden, sobald es zum Prozeß kommt. Bei allen ErzieherInnen, die mit Sandra M. gearbeitet haben, dürften vermutlich noch viele Erinnerungen hochkommen. Besonders schwer dürfte es für Gretas Bezugserzieher sein.

    Antworten


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