Studentin im Hörsaal

Warum alle Studierenden heute auf ihre digitale Privatsphäre achten sollten

Digitale Privatsphäre ist heute ein unglaublich wichtiger Aspekt, der leider immer häufiger in den Hintergrund rückt. So sammeln Suchmaschinen und Social Media viele Informationen zu ihren Nutzern, um Dienste und Werbung gezielt anbieten zu können. Studierende sind dabei eine besonders beliebte Zielgruppe, weil sie die kaufkraftstarke Gesellschaft von Morgen bilden.

Leider geschieht das aber oft zum Nachteil einer Studentin oder eines Studenten. Dieser Artikel gibt einen kurzen Einblick und zeigt, wie Studierende ihre digitale Privatsphäre während und nach dem Studium besser wahren können.

Was steckt hinter dem Begriff digitale Privatsphäre?

Obwohl die meisten Studierenden mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, sagt ihnen der Begriff digitale Privatsphäre häufig nichts. Dabei ist es gar nicht mal so kompliziert: Es ist das Recht, selbst bestimmen zu können, was mit den eigenen persönlichen Daten im digitalen Raum passiert. Das umfasst die Erfassung, Nutzung, Speicherung und Löschung.

Eine hohe digitale Privatsphäre stärkt also einerseits die Selbstbestimmung und sorgt andererseits für hohe Datensicherheit im Internet. Dazu gehört auch beispielsweise der Schutz vor Tracking, also der Nachverfolgung durch Cookies und anhand der eigenen IP-Adresse. Am Ende trägt das alles zur digitalen Autonomie und persönlichen Freiheit bei.

Wie wichtig dieses Thema bereits heute ist, wird unter anderem durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unterstrichen. Dieses EU-weite Regelwerk schreibt Unternehmen genauestens vor, wie sie personenbezogene Daten innerhalb der EU verarbeiten müssen. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung für alle betroffenen EU-Bürger.

Warum sind speziell Studierende ein beliebtes Ziel?

Wie anfangs bereits angesprochen, sind Studierende oft eines der attraktivsten Ziele für sogenannte Datenkraken wie Suchmaschinen und Social Media. Die Gründe dahinter sind relativ einfach. Zum einen ist diese Zielgruppe mit der Digitalisierung aufgewachsen und von sich aus bereits sehr aktiv im Internet. Zum anderen lockt sie mit zukünftiger Kaufkraft.

Darüber hinaus hinterlassen Studierende überall einen digitalen Fußabdruck, ob bei der Nutzung des öffentlichen WLANs in der Universitäts-Bibliothek oder beim kurzen Recherchieren im Café auf dem Campus. Viele Prozesse haben sich ohnehin ins Internet verlagert, so zum Beispiel die Immatrikulation oder das Herunterladen von Lernmaterialien.

Selbst im Auslandssemester bleibt man für die großen Konzerne oft nachverfolgbar. Zwar ist die IP-Adresse dann komplett anders und suggeriert einen Auslandsaufenthalt, doch Konten und Cookies erlauben weiterhin eine personenbezogene Zuordnung. Das zeigt, ohne entsprechende Vorsorge werden Studierende die gläsernen Kunden von Morgen.

Wie lässt sich die digitale Privatsphäre steigern?

Glücklicherweise können Studentinnen und Studenten einige praktische Tipps beachten, um ihre digitale Privatsphäre im Internet zu steigern. Das erfordert weder besondere Kenntnisse noch einen hohen Zeitaufwand – es gibt also keine Ablenkung vom Studium.

Möglichst wenige Informationen preisgeben

Viele Studierende sind heute auf fast allen sozialen Medien aktiv, ob Facebook, Instagram, TikTok oder LinkedIn. Während einige Plattformen nur mit dem eigenen Klarnamen sinnvoll zu nutzen sind, sollten auf anderen Seiten eher Pseudonyme verwendet werden. So haben es Konzerne und andere Nutzer schwieriger, einen nachzuverfolgen.

Zudem schützt das einen auch vor möglichen Phishing-Angriffen und Social Engineering, bei dem Betrüger persönliche Daten für einen Betrugsversuch nutzen. Vorsicht: Viele Hochschulen nehmen die Gefahr durch Cyberangriffe immer noch nicht ernst genug. Studierende sollten also mit ihren privaten Daten selbst im Universitätsumfeld besonders vorsichtig sein.

Den Inkognito-Modus des Browsers nutzen

Die meisten modernen Browser bieten heutzutage einen Inkognito-Modus an, um die digitale Privatsphäre ihrer Nutzer zu stärken. So fängt man eine frische Sitzung ganz ohne Browserverlauf und alte Cookies an. Das macht es für Unternehmen schwieriger, einen Studierenden über mehrere Sitzungen nachzuverfolgen.

Doch es gibt auch Limitationen: Die eigene IP-Adresse bleibt weiterhin einsehbar, sodass besuchte Dienste, Seiten und Einrichtungen einen weiterhin nachverfolgen können. Wer zudem beispielsweise das öffentliche WLAN der Universität-Bibliothek nutzt, hinterlässt alle Online-Aktivitäten als digitalen Fußabdruck einsehbar im Netzwerk.

Mit einem VPN die digitale Privatsphäre steigern

Ein VPN auf dem PC bzw. Laptop ist aufgrund der oben genannten Limitationen ein perfekter Zusatz. Es kann die eigene IP-Adresse maskieren und alle Übertragungen verschlüsseln, sodass Studierende selbst im öffentlichen WLAN von hoher digitaler Privatsphäre profitieren.  Auch Handys und Tablets können dadurch effizient geschützt werden.

Außerdem lassen sich dank VPN-App selbst während eines Auslandssemesters alle Dienste so nutzen, als sei man in Deutschland. Man muss sich hierfür lediglich mit dem entsprechenden VPN-Server verbinden. Weitere Bonuspunkte: Moderne VPNs können Tracking blockieren und sogar vor falschen Job-Angeboten bzw. Phishing-Versuchen warnen.

Cookies und Browserverlauf regelmäßig löschen

Am Ende kann es auch sinnvoll sein, hin und wieder alle Cookies und den Browserverlauf zu löschen. Auf diese Weise haben Seiten und Dienste keinen direkten Anhaltspunkt mehr zum eigenen Surfverhalten im Internet. Formulardaten und gespeicherte Passwörter lassen sich ebenfalls löschen, um die Anzahl an dauerhaft gespeicherten Informationen zu reduzieren.

Ein dedizierter Passwort-Manager ist ohnehin meistens besser zur Verwahrung von sensiblen Daten geeignet. Studierende müssen heute schließlich eine Vielzahl verschiedener Konten verwalten, ob privat oder als Teil des Studiums. Ein Passwort-Manager kann also genau die richtige Hilfe bieten und bei der einfachen Verwaltung aller Passwörter unterstützen.

Fazit: Digitale Privatsphäre ist heute vor allem für Studierende eine zunehmend wichtiges Thema

Viele Seiten und Dienste sammeln heute eine Vielzahl an Daten zu ihren Nutzern. Studierende sind dabei eine attraktive Zielgruppe und sollten selbst für eine hohe digitale Privatsphäre sorgen. Bereits einfache Tipps reichen hierfür aus. So sollte man heutzutage nicht alle privaten Daten in den sozialen Medien angeben und beim Teilen extra Vorsicht walten lassen.

Der Inkognito-Modus und eine VPN-App tragen darüber hinaus zu mehr Privatsphäre im Internet bei. Datenkraken haben es dann umso schwieriger, die Aktivitäten ihrer Nutzer nachzuverfolgen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.