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Warum fallen QuereinsteigerInnen durch? Die Prüfungen für "NichtschülerInnen", "Externe", "Schulfremde" auf dem Prüfstand

Hilde von Balluseck

22.08.2012 Kommentare (31)

Der Fachkräftemangel in der Frühpädagogik ist in aller Munde, und das nicht erst seit diesem Jahr. Schon lange werden in vielen Bundesländern Prüfungen für Quereinsteiger Innen mit und ohne pädagogische Erfahrungen durchgeführt, die nach bestandener Prüfung als ErzieherInnen staatlich anerkannt werden. Diese so genannte „Nichtschülerprüfung“ (z.B. Berlin, Brandenburg) bzw. „Schulfremdenprüfung“ (Baden-Württemberg) bzw. z.B. „Externenprüfung“ (Hessen) endet jedoch in der Mehrheit der Fälle mit einem Durchfall für die Prüflinge.  Die Quote beträgt in Berlin und Brandenburg zwischen 71 und 78 %.

Bei jeder Ausbildung würden sich die Ausbilder fragen lassen müssen, worin ihr Versagen besteht. In Berlin hat das erst ein Netzwerk von durchgefallenen BewerberInnen  geschafft, die sich empört und die Presse alarmiert haben

Um zu verstehen, wie die Durchfallquote  zustande kommt und wer dafür verantwortlich ist.  habe ich folgende Personen und Institutionen persönlich oder per Mail befragt:

  • Die für die Ausbildung von ErzieherInnen zuständigen Ministerien in den Bundesländern (1)
  • Einige Träger in Berlin, die Weiterbildungen für Nichtschüler anbieten oder ein solches Angebot planen
  • Zwei Fachschulen in Berlin, die die Prüfung abnehmen
  • Die Fachkundigen Stellen, die die Weiterbildungsträger zertifizieren
  • Die Deutsche Akkreditierungsagentur (DAkkS)
  • Die Arbeitsagentur in Berlin und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg
  • Durchgefallene NichtschülerInnen in Berlin

Das Ergebnis ist: Wir haben derzeit zwei getrennte Bildungssysteme (nicht nur) für die Ausbildung von ErzieherInnen.

  • Die Fach- bzw. Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen, die von staatlicher Seite geführt oder legitimiert werden und in denen reguläre, auch berufsbegleitende Ausbildungen zum/zur ErzieherIn oder zum/zur KindheitspädagogIn stattfinden.
  • Die Weiterbildungsträger, die, häufig von der Bundesagentur finanziert, TeilnehmerInnen auf eine Prüfung vorbereiten, die dann an der Fachschule abgenommen wird.

Die beiden Systeme sind, abgesehen von der Abnahme der Prüfung, die durch staatliche Fachschulen erfolgt, unverbunden,  es finden erst in jüngster Zeit Absprachen statt.

DAkkS und Fachkundige Stellen

Seit 2010 fördert die Bundesagentur BewerberInnen für die Nichtschülerprüfung für angehende ErzieherInnen.  Bedingung ist die Teilnahme an einer Weiterbildung bei einem zertifizierten Träger.  Derartige Zertifizierungen sprechen sogenannte Fachkundige Stellen aus, von denen es 31 gibt. Die fachkundigen Stellen werden von der Deutschen Akkreditierungsstelle DAkkS akkreditiert:

„Die DAkkS  übernimmt … von der Anerkennungsstelle der Bundesagentur für Arbeit (BA) die Überwachung und Akkreditierung der ‚fachkundigen Stellen‘ (FKS). Diese Neuerung ergibt sich aus der ‘Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung‘ (AZAV), die seit dem 1. April 2012 in Kraft ist. …Die fachkundigen Zertifizierungsstellen bewerten im Rahmen der Arbeitsförderung die Qualität von Bildungsträgern und deren Maßnahmen. Ohne das Bestehen eines erfolgreichen Zertifizierungsprozesses kann der Bildungsträger keine mit öffentlichen Geldern geförderte berufliche Qualifizierung durchführen“ (http://www.dakks.de/content/arbeitsf%C3%B6rderung-dakks-akkreditiert-fachkundige-stellen). Die Akkreditierung erfolgt primär nach formalen Kriterien, eine fachkompetente Beurteilung der z.B. pädagogischen Qualifikationen einer Fachkundigen Stelle ist nicht vorgesehen.  Die Fachkundigen Stellen finanzieren sich über die Honorare der Maßnahmenträger.

Im April 2012 hatten 31 Fachkundige Stellen 93.000 Maßnahmen von 5.400 Bildungsträgern zertifiziert.  Dies bedeutet, dass bei den Bildungsträgern nur Stichproben genommen werden konnten. Dabei handelt es sich primär um eine Begutachtung anhand formaler Kritierien. Es kann dann ein Bildungsträger als Empfänger von Leistungen der Bundesagentur für die geförderten TeilnehmerInnen zertifiziert werden, ohne dass die Bedingungen für die Weiterbildungen im pädagogischen Bereich genau geprüft werden. Dieses Verfahren wird als Qualitätssicherung bezeichnet.

Ich habe alle Fachkundigen Stellen angeschrieben und gebeten, mir mitzuteilen, ob sie über pädagogisch qualifizierte Fachkräfte verfügen, um pädagogische Maßnahmen zu zertifizieren. Es gab drei Antworten. Zwei gaben keine Auskunft, die dritte (im Rahmen eines Telefonats) räumte ein, dass es bei der Zertifizierung um formale Kriterien geht.  Es ist zu befürchten, dass  die Fachkundigen Stellen  nicht über Personal verfügen , das in der Lage ist, die Spiegelung der frühpädagogischen Entwicklungen der letzten Jahre in den Lehrplänen zu prüfen. Wenn dies aber so ist, dann  fallen mögllicherweise NichtschülerInnen durch die Prüfung, weil sie mit nicht aktuellem Unterrichtsmaterial und Lehrkräften konfrontiert waren, die nicht den neuesten Stand des Wissens hatten. Das Fehlen fachkompetenter Kräfte widerspricht aber auch  dem § 177 SGB III, in dem die Bedingungen für die Zertifizierung niedergelegt sind. Dort heißt es in Absatz 2:

„Eine Zertifizierungsstelle ist von der Akkreditierungsstelle als fachkundige Stelle zu akkreditieren, wenn …2. die bei ihr mit den entsprechenden Aufgaben beauftragten Personen auf Grund ihrer Ausbildung, beruflichen Bildung und beruflichen Praxis befähigt sind, die Leistungsfähigkeit und Qualität von Trägern und Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung einschließlich der Prüfung und Bewertung eines Systems zur Sicherung der Qualität zu beurteilen; dies schließt besondere Kenntnisse der jeweiligen Aufgabengebiete der Träger sowie der Inhalte und rechtlichen Ausgestaltung der zuzulassenden Maßnahmen ein (Hervorhebung durch die Verfasserin).“ 

Angesichts der Vielzahl und Vielfalt der Angebote der Weiterbildungsträger können die Fachkundigen Stellen ihrem Auftrag kaum gerecht werden. Eine Mitarbeiterin der Bundesagentur meint, nur eine Spezialisierung könne dafür sorgen, dass die Fachkundigen Stellen die Angebote fachkundig bewerten können.

Die Bundes- bzw. Arbeitsagentur

Die Bundesagentur finanziert Weiterbildungen über die Ausgabe von Bildungsgutscheinen. Dabei richtet sie sich nach der Bildungszielplanung. Die Bundesagentur darf Bildungsgutscheine nur für Maßnahmen bei zugelassenen Bildungsträgern einlösen (§81 Abs. 2 Punkt 3 SGB III n.F.). Sie bietet den Landesministerien an, ihre Fachschulen durch fachkundige Stellen als Bildungsträger zertifizieren zu lassen. Mehrere Länder, z.B. Berlin, wehren sich dagegen, da sie schon ausreichend Maßnahmen für die Qualitätssicherung ihrer Fachschulen getroffen haben. Die Bundesagentur besteht jedoch auf der Prüfung durch die fachkundigen Stellen, bevor sie TeilnehmerInnen die Ausbildung finanziert.

Die Bundesagentur hat sich mit ihren Maßnahmen – Reduzierung der Erwerbslosenzahlen durch Förderung von Weiterbildungsangeboten privater Träger -  um die Arbeitslosenzahlen gekümmert.  Die Idee ist nicht schlecht: „Gute Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt sind ohne eine qualitativ hochwertige Bildung kaum zu erreichen. Daher kommt der systematischen Weiterbildungsplanung eine besondere Bedeutung zu. Anhand von Integrationschancen in den Berufen wird jedes Jahr eine Bildungszielplanung erstellt, unter Beteiligung der Arbeitsmarktpartner wie IHK,HWK, DGB, Unternehmensverband und DGB. Anschließend erfolgt die Veröffentlichung im Internet für Bildungsträger, Kunden sowie Vermittlungsfachkräfte (Link:http://www.arbeitsagentur.de/nn_354/Navigation/Dienststellen/RD-BB/Berlin-Sued/Agentur/Institutionen/Bildungszielplanung/Bildungszielplanung-Nav.html).“ (Mail der Bundesagentur).  Dass dabei die staatliche Seite des Bildungssystems und die gesamte fachliche Expertise von Fach- und Hochschulen übersehen wurden, erscheint aufgrund des enormen Einflusses der Bundesagentur auf die Bildungsmärkte als problematisch. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Antwort des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung per Telefon: Das Nebeneinander von staatlich legitimierter auf der einen und über die Arbeitsagentur geförderter  Weiterbildung auf der anderen Seite sei kein Thema.

Die Länder

Die föderale Vielfalt hat unterschiedliche Reaktionen auf das Nebeneinander staatlicher und privater Bildungsträger  zur Folge.

Die Senatsverwaltung in Berlin wie auch andere Ministerien sehen keine rechtliche Zuständigkeit für die Begutachtung oder gar Kontrolle der Vorbereitungskurse für die Nichtschülerprüfung.  Die zuständige Referatsleiterin in Berlin schreibt: „Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Berlin hat für die Inhalte und die Durchführung von Vorbereitungskursen für die Nichtschülerprüfung zum Erzieher/ zur Erzieherin keine rechtliche Zuständigkeit und ist nicht berechtigt diese Kurse entweder zu begutachten noch zu kontrollieren.“ Das bedeutet, dass diese Ministerien die Lehrpläne und das Personal, anders als bei den Fachschulen, nicht kontrollieren. Die Ministerien in Berlin und Brandenburg, die diese Haltung einnehmen, gehen davon aus, dass die  Bildungsträger damit ein privates Risiko eingehen, ebenso wie die TeilnehmerInnen an den Kursen.

Wer zweimal bei der Prüfung durchgefallen ist (Berlin, Brandenburg) kann in keinem Fall mehr ErzieherIn werden. Für diesen Fall hat jedoch Brandenburg eine spezielle Regelung geschaffen: Für Kräfte, die "persönlich und gesundheitlich geeignet sowie fachlich vorbereitet sind" gibt es die Möglichkeit, dass sie von einem Träger beschäftigt werden, " wenn mit dem Träger der Einrichtung eine individuelle Bildungsplanung zur Erreichung gleichartiger und gleichwertiger Qualifikationen abgestimmt ist. Die individuelle Bildungsplanung erfolgt bezogen auf das Einsatzfeld tätigkeitsbegleitend und hat die Vorerfahrungen und Vorkenntnisse der einzusetzenden Kraft zu berücksichtigen. Sie kann sich aus verschiedenen Modulen zusammensetzen, wie z.B. einer Fortbildung, einer supervidierten oder von besonders kompetenten Fachkräften angeleiteten relevanten praktischen Tätigkeit oder einer im Selbststudium bearbeiteten Fragestellung. Diese Variante ist interessant, wenn kein formaler Berufsabschluss angestrebt wird und wenn in nennenswertem Umfang bereits relevante Kenntnisse vorliegen" (Stellungnahme des Ministeriums).  

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg sieht ebenfalls keinerlei Handhabe, wenn Bildungsträger Kurse außerhalb der schulischen Struktur anbieten. „Daher sind wir nicht befugt, das Personal und die Inhalte zu kontrollieren, auch wenn dies wünschenswert wäre. Kursträger, die von der Arbeitsverwaltung beauftragt werden, unterliegen leider nicht automatisch der Aufsicht der Schulverwaltung, es sei denn, es handelt sich um öffentliche Schulen.“

In Baden-Württemberg muss man zudem unterscheiden zwischen Maßnahmen, die Kursträger anbieten und Vorbereitungskursen, die das Land im Rahmen von Berufsfachschulen zum Erwerb von Zusatzqualifikationen anbietet, und die dann auch der Aufsicht des Ministeriums unterliegen. Diese Berufsfachschulen zum Erwerb von Zusatzqualifikationen sind an Schulstandorten angesiedelt, an denen es zugleich auch Fachschulen für Sozialpädagogik gibt.

Bemerkenswert ist die niedrige Durchfallquote bei der Schulfremdenprüfung in Baden-Württemberg, sie lag 2011 bei 15 %. Diese niedrige Quote kam zustande, weil ein Großteil der Personen, die die Prüfung ablegten, einen Vorbereitungskurs an einer Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen besucht hatten. Im letzten Jahr wurden die Vorbereitungskurse fast ausschließlich von Schulen angeboten, die der Aufsicht des Kultusministeriums unterliegen. Im nächsten Schuljahr wird sich dies voraussichtlich insofern ändern, als vermehrt Vorbereitungskurse von Maßnahmeträgern (mit AZAV-Zertifizierung und somit Finanzierung über die Agentur für Arbeit) angeboten werden, die diese Kurse außerhalb der schulischen Struktur anbieten. Das Ministerium würde es befürworten, auch die Personengruppe, die eine Förderung über die Bundesagentur für Arbeit erhalten kann, an den staatlichen Schulen zu qualifizieren und wäre deshalb sehr daran interessiert, dass das BMAS die Zertifizierungspflicht von Fachschulen für Sozialpädagogik nach AZAV aufhebt. Dies zumal alle öffentlichen beruflichen Schulen in Baden-Württemberg der Schulaufsicht unterliegen und ein Qualitätsmanagementverfahren durchführen. “ (Stellungnahme des Ministeriums).

Die Frage ist, ob sich die bisherigen Erfolgsquoten in Baden-Württemberg halten lassen, wenn Kurse „außerhalb der schulischen Struktur“ angeboten werden.

Baden-Württemberg ist mit dem Ansinnen an das Arbeitsministerium, das Vorgehen der Arbeitsagentur zu flexibilisieren, einen großen Schritt gegangen. Man kann nur hoffen, dass Frau von der Leyen die Idee aufnimmt.

In Bremen gibt es  Schulfremdenprüfungen, jedoch keinen Weiterbildungsträger, der mit der Bundesagentur zusammenarbeitet. Die Anzahl der BewerberInnen ist relativ gering. Es handelt sich zumeist um pädagogisch tätige Personen, die einen formalen Abschluss erwerben wollen. Die BewerberInnen werden von den Fachschulen beraten, die Durchfallquote liegt bei unter 30 %.

Externenprüfungen existieren auch in Hessen, jedoch nur als individuelle Prüfungsmöglichkeit in Einzelfällen. Freie Bildungsträger „werden nicht unterstützt Vorbereitungskurse auf Externenprüfungen der Fachschulen anzubieten. …Die Angebote der Fachschulen selbst sind so zugeschnitten, dass der Rückgriff auf externe Bildungsanbieter im Rahmen von Externenprüfungsvorbereitungskursen nicht nötig ist. 

Sehr vereinzelt wird mit freien Anbietern kooperiert, die auf die Aufnahme an eine Fachschule über den Weg einer Feststellungsprüfung vorbereiten und hierbei Maßnahmen für Migranten anbieten, unter anderem im Sinne einer sprachlichen und fachlichen Vorbereitung für Personen, die bereits pädagogisches Erfahrungswissen mitbringen.Dies geschieht jedoch auf Einstiegsniveau in die Fachschule“ (Referat III.3, Hessisches Kultusministerium).  

 Als Beispiele für ein Arrangement zwischen staatlichen Bildungsträgern und der Bundesagentur sind drei Länder zu nennen: Sachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.  

          Die Durchfallquote bei der  Schulfremdenprüfung ist in Sachsen relativ gering. Zum einen werden die BewerberInnen in den ersten Gesprächen schon sehr klar und eindeutig auf Umfang und Inhalte der Schulfremdenprüfung hingewiesen. Mitunter  treten danach Einzelne von diesem Ansinnen zurück.  Wer dabei bleibt, weiß um die Belastung. Weiterhin haben die Prüflinge natürlich auch die Möglichkeiten der Nach- und Wiederholungsprüfungen laut Fachschulordnung. Danach haben es die Meisten geschafft. Eine genaue Zahl der endgültig nicht bestandenen SFrPr in Sachsen ist nicht bekannt.

Perspektivisch wird es die Möglichkeit geben, Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur auch an BSZ einzulösen. Dies setzt aber voraus, dass in bestehenden Klassen zur Aufnahme nach Kapazitäten frei sind. 

Eine Zertifizierung des Bildungsganges „Staatlich anerkannte Erzieher“ wird  noch  im Schuljahr 2012/2013 erfolgen. Allerdings finanziert die Bundesagentur für Arbeit aktuell nur die ersten beiden Drittel der Maßnahme. Dies führt dazu, dass zunächst die Weiterbildungsmaßnahmen nur im Einzelfall bei Vorliegen der individuellen Förderungsvoraussetzungen nach § 81 SGB III durch die Agentur für Arbeit für diejenigen Umschüler angeboten werden, die auf Grund von einer bereits abgeschlossenen pädagogischen / sozialpädagogischen Ausbildung die Umschulung zum Erzieher/zur Erzieherin um mindestens ein Jahr bis maximal 24 Monate verkürzen können. Voraussetzung ist allerdings, dass die erforderlichen Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung gemäß der Schulordnung Fachschule erfüllt werden. 

Da im Freistaat Sachsen die Durchfallquote relativ gering ist, setzt das Sächsische Staatsministerium für Kultus weiterhin auf die intensive Beratung der Antragsteller vor Ort durch die Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur. Die Möglichkeit der Erlangung eines Erzieherabschlusses bzw. eines Berufsabschlusses in einem landesrechtlich geregelten Bildungsgang auf Grund einer Schulfremdenprüfung soll weiterhin angeboten werden. Sie ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn im Vorfeld eingeschätzt werden kann, wenn absehbar ist, dass die Antragsteller die Prüfung bestehen kann.

Somit fährt auch Sachsen zweigleisig und bezieht die Förderung durch die Arbeitsagentur mit ein. Entscheidend ist aber auch die intensive Beratung der BewerberInnen für die  Schulfremdenprüfung. Für die Beurteilung des Erfolges wäre allerdings die Kenntnis der Durchfallquote wichtig.

Schleswig-Holstein hat nur wenige private Bildungsträger, die auf die Nichtschülerprüfung vorbereiten und achtet über die Zulassung zur Prüfung darauf, dass nur qualifizierte BewerberInnen zugelassen werden. Dies wird den Bildungsträgern vermittelt, so dass dort auch eine Vorauswahl stattfindet.  Die Durchfallquote liegt dennoch bei ca. 50%.

Das Schleswig-Holsteinische Schulgesetz wurde 2007 geändert, so dass die meisten beruflichen Schulen jetzt rechtsfähige Anstalten sind. Auf diese Weise konnten die Regionalen Berufsbildungszentren sich von einer Fachkundigen Stelle anerkennen lassen. Das Berufsbildungszentrum Schleswig hat von der Arbeitsagentur geförderte TeilnehmerInnen in eine berufsbegleitende Erzieherausbildung aufgenommen. Die Anerkennung durch die Fachkundige Stelle CERTQUA wurde als qualifiziert wahrgenommen und hat in der Schule auch zu nachträglicher Reflexion über die Qualität der Einrichtung geführt.

In Rheinland-Pfalz gibt es nur ein Institut, das in Kooperation mit den Fachschulen auf die Externenprüfung vorbereitet. Aufgrund der gewissenhaften Vorbereitung und der Kooperation fällt eher selten jemand durch die Prüfung. 

Das Land hat angesichts des Fachkräftemangels Interesse an QuereinsteigerInnen.  Um sie zu ermutigen, an den Fachschulen die Ausbildung zu absolvieren, hat man in den sauren Apfel gebissen und die Fachschulen von Fachkundigen Stellen zertifizieren lassen. In Schleswig-Holstein war die Zertifizierung für die Fachschulen durchaus lehrreich, auch in Rheinland-Pfalz ist man von einem positiven Effekt für die Fachschulen überzeugt. Aber die beiden Ministerien schaffen  es auf diese Weise, die QuereinsteigerInnen mit Bildungsgutscheinen für eine qualifizierte Ausbildung zu gewinnen. Die Ausbildung wird dann von den Arbeitsagenturen oder Job-Centern als Umschulung finanziert. Gudrun Schneider-Bauerfeind, Referatsleiterin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur vertritt folgenden Standpunkt:

„Wir haben den Auftrag qualifizierte Fachkräfte auszubilden und im Rahmen dieses Bildungsauftrages haben wir  eine Verantwortung  auch gegenüber Nichtschülerinnen und Nichtschülern, die an den öffentlichen Schulen ihre Prüfung ablegen. Deshalb arbeiten wir mit den freien Bildungsträgern zusammen. Das gilt auch, wenn Gelder aus der Arbeitsmarktförderung fließen.“

Weiterbildungsträger in Berlin

Der Weiterbildungsmarkt ist ein gigantischer, unübersichtlicher Markt von sehr unterschiedlichen Anbietern (vgl. dazu http://www.denk-doch-mal.de/node/382).  Diejenigen Träger, die von der Bundesagentur finanziert werden, müssen von einer Fachkundigen Stelle zertifiziert sein.

Die Weiterbildungsträger in Berlin, die Kurse für Nichtschüler anbieten, sind außerordentlich unterschiedlich, was ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Erfolgsquoten angeht.

Ein Träger – PROCEDO – verzeichnet  eine Durchfallquote seiner TeilnehmerInnen von „nur“ 25-30 Prozent. Die TeilnehmerInnen werden erst nach einem ausführlichen Bewerbungsgespräch aufgenommen. Sie werden NICHT von der Bundesagentur finanziert, sondern finanzieren ihre Weiterbildung selbst oder aber die Ausbildung wird vom Träger finanziert, bei dem sie schon längere Zeit pädagogisch tätig sind.  Ein relativ großer Anteil der TeilnehmerInnen sind MigrantInnen, deren berufliche Qualifikationen in Berlin nicht anerkannt werden.  Der Träger fördert von daher Durchlässigkeit ohne öffentliche Mittel.  Die im Verhältnis zu anderen Trägern niedrige Durchfallquote wird auf den Unterricht durch qualifizierte Lehrkräfte und die Motivation der TeilnehmerInnen zurückgeführt.

Nach Meinung von Udo Glaß Geschäftsführer von Procedo-Berlin, sollte der Senat eine Gruppe von Trägern auswählen, die angelehnt an den Rahmenlehrplan Sozialpädaogik des Landes Berlin und unter gemeinsam erarbeiteten Standards Vorbereitungskurse von hoher überprüfbarer Qualität anbieten.

Die anderen Träger berichten übereinstimmend von hohen Durchfallquoten, auch dann, wenn die Bundesagentur die TeilnehmerInnen nicht gefördert hat, wie bei der VHS Spandau. Ein Träger hat den Rahmenlehrplan des Senats um ein Fünftel der Stunden gekürzt, die die allgemeine Schulbildung betreffen. Dieser Träger beschäftigt auch Lehrkräfte, die Erfahrungen an einer Fachschule haben. Nach deren Aussagen fielen in der Fachschule auch viele Lehrveranstaltungen aus, so dass man nicht von einer geringeren Stundenzahl beim Weiterbildungsträger ausgehen könne.

Der Träger pro futura plant jetzt erst Weiterbildungen zur Nichtschülerprüfung und  wird ein Coaching in die Weiterbildung integrieren, das diejenigen TeilnehmerInnen unterstützt, die aufgrund ihrer Bildungsbiographie (noch) nicht in der Lage sind, selbstständig zu lernen und die angebotenen Inhalte gut zu verarbeiten.

Laut Aussagen von Teilnehmerinnen der Weiterbildungskurse gibt es aber auch Träger, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Ein Zitat dazu:

„Der Bildungsträger, bei dem ich die Vorbereitung zur Nichtschülerprüfung absolviert habe, hat im Vorgespräch meine Fragen nach der Qualifikation des Personals sehr lapidar behandelt und immer wieder betont, dass ich schon sehen würde, dass das Personal qualifiziert sei. Als ich dann im Unterricht war, musste ich zunächst feststellen, dass manche TeilnehmerInnen über keinerlei pädagogische Erfahrung verfügten, manche beherschten die deutsche Sprache so wenig, dass sie dem Unterricht nicht folgen konnten. Die Lehrkräfte waren teilweise nicht qualifiziert. Es handelte sich z.B. um ErzieherInnen ohne Lehrbefähigung oder um Musiker, die mal in einer Kita gearbeitet haben. Ich habe den Träger darauf hingewiesen, dass dies doch ein Risiko für die Zulassung zur Prüfung sei, aber meine Frage wurde als nicht relevant angesehen.“

Bleibt zu erwähnen, dass die Honorare für Lehrkräfte in der Beruflichen Weiterbildung mit die schlechtesten sind auf dem Weiterbildungsmarkt (http://www.netzwerk-weiterbildung.info/upload/m5004248abbcc4_verweis1.pdf).

Die Fachschulen

 Seit der partiellen Akademisierung der ErzieherInnenausbildung in Deutschland stehen die Fachschulen unter enormem Druck, die Qualität ihrer Ausbildung zu verbessern, um im DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) im Vergleich zu den Hochschulen ein gutes Ranking zu erzielen. Dabei gibt es viel Unterstützung, auch von der Robert Bosch Stiftung. Man kann sagen, dass die Fachschulen sich wirklich bemühen, ihre Ausbildung zu verbessern, um  den gestiegenen Standards der ErzieherInnenausbildung  gerecht zu werden.

Die Anordnung des Senats in Berlin 2010, Personen zu prüfen, die eine kürzere Ausbildung bei Weiterbildungsträgern und dies vermutlich auf geringerem Niveau absolviert hatten, war ein „Schlag ins Kontor“ dieser Bemühungen. Die Fachschulen protestierten gemeinsam  mit der GEW, jedoch ohne Erfolg. Sie erhielten zunächst auch keine zusätzlichen Mittel bzw. Stunden für die neuen Aufgaben.  Auch 2012 haben die Fachschulen in Berlin gegen die Nichtschülerprüfung protestiert (Link), jedoch ohne Erfolg.  Die Artikel in den Printmedien stellten die Fachschulen oft als die „Bösen“ dar, die den Nichtschülern „ans Leder“ wollten. Damit werden aber die enormen Bemühungen der Fachschulen um eine Verbesserung ihrer Ausbildung nicht gewürdigt. Mit Sicherheit ist es auf diesem Hintergrund auch zu Unfreundlichkeit und unpädagogischem Verhalten gegenüber den NichtschülerInnen gekommen.

Nicht nachvollziehbar sind gesetzliche Bestimmungen, nach denen  die Nichtschülerprüfung schwerer als die „normale“ Prüfung an Fachschulen ist. Ein „Nichtschüler“ kritisiert:

  • „Bei einer nicht bestandenen Teilleistung (Facharbeit, Kolloquium, 2 schriftliche Prüfungen und 3-5 mündliche Prüfungen) ist die ganze Prüfung abzubrechen - im Gegensatz zu den Fachschülern, die sich in einer schriftlichen Prüfung einen Ausfall leisten können, der dann in der mündlichen Prüfung kompensiert werden kann. Allein eine Veränderung dieser Regel würde sicher bei den Nichtschülern die Durchfallquote halbieren.
  • In der APVO für die Nichtschüler ist das Kolloquium als "Einzelgespräch" vorgesehen; im Gegensatz zu einem "Gruppengespräch" für Fachschüler.
  • In den meisten Fällen hat nicht die betreuende Fachkraft für die Facharbeit die Klausuren bewertet sondern eine andere Fachkraft. Dies ist laut Prüfungsordnung nur im "Verhinderungsfall" zulässig, der aber offenbar bei den Nichtschülern die Regel darstellt.
  • Hinzu kommen die "gummiartigen" Erwartungshorizonte, die dem Prüfer eine Menge Spielraum für die Bewertung geben. Die Durchfallquote legt nahe, dass hier oft zu Ungunsten des Prüflings geprüft wurde.
  • Für die schriftlichen Prüfungen gibt es für die Nichtschüler keinerlei Informationen; keine Eingrenzung der Themenfelder, Literaturliste, Probeklausur. Dieses Procedere birgt per se den Verdacht, dass hier eine Möglichkeit geschaffen wurde, den Großteil der Nichtschüler "rauszuprüfen". Wie sollte man sonst die Begriffe "nachhaltige Ernährung" und "Gestaltungskompetenz", die in keinem der uns zur Verfügung stehenden Standardwerke behandelt werden, zufriedenstellend erörtern können? Dies geht nur mit gezielter Vorbereitung in dem Sinne, daß die Fachschulen ihre eigenen Prüfungsvorschläge einreichen können, von denen dann einer Gegenstand der schriftlichen Prüfung ist und auf die man die Schüler dann gezielt vorbereiten kann.“

Hier ist die Frage, warum Senat und Fachschulen so hartleibig sind – denn Leidtragende sind die NichtschülerInnen. Und die können wirklich nichts für das Durcheinander in der Bildungspolitik, sondern sind deren Opfer.

Der Druck auf die Fachschulen hat inzwischen zu einem Auskunftsverbot geführt. Am 7.8. teilte mir der Leiter der Ruth Cohn Schule mit, dass  Senatsverwaltung und Schulen überein gekommen seien,  bis zur nächsten Konferenz im September keine Auskünfte zum Thema Nichtschülerprüfung mehr zu erteilen.

Fazit

Wie mit Menschen umgegangen wird, die auf der Suche nach einer Qualifikation für eine sinnvolle Beschäftigung sind, ist ein Skandal. Viele junge und auch nicht mehr so junge Leute, teilweise mit akademischer Qualifikation, wurden in einem Verfahren verheizt, das sie nicht durchblicken konnten und das nicht einmal alle Ministerien in seiner Bedeutung erkannt haben. Es ist ja schon lange bekannt, dass die Arbeitsagentur Maßnahmen fördert, die Trägern etwas bringen, aber nicht den Betroffenen. Ob gegen diese  kostspielige, die TeilnehmerInnen zermürbende und demotivierende Spielwiese der Arbeitsagentur die Fachkundigen Stellen das richtige Heilmittel sind, ist die Frage.

Wenn wir mehr Durchlässigkeit wollen, wenn QuereinsteigerInnen eine Chance bekommen sollen,  müssen diverse Änderungen in Angriff genommen werden:

  • Der Vorschlag Baden-Württembergs an das Arbeitsministerium, die Zertifizierungspflicht für Fachschulen aufzuheben, ist sehr hilfreich. Die Frage ist, warum die Länder sich nicht längst in dieser Frage zusammengetan und eine Initiative gestartet haben, um die beschriebenen Dilemmata zu lösen.
  • Die Bundesagentur muss die Qualität der Zertifizierung verbessern. Die bisher existierenden 31 Fachkundigen Stellen müssen, ausgestattet mit fachkundigem Personal, sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisieren. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Weiterbildungsträger im pädagogischen Bereich ihrer Aufgabe gerecht werden.
  • Die Bundesagentur sollte die Dauer der geförderten Weiterbildung auf drei Jahre erhöhen. Mit der bisherigen Beschränkung auf zwei Jahre ignoriert sie große Teile des Ausbildungssytems, wo drei Jahre ein Minimum für eine qualifizierte Ausbildung sind. Bedenkt man, wieviel Geld die Bundesagentur hätte sparen können, wenn die durchgefallenen TeilnehmerInnen nach einer dreijährigen Vorbereitung in einer qualifizierten Weiterbildung die Prüfung bestanden hätten, dann würde sich die Verlängerung des Förderungszeitraums auch rechnen.
  • Sinnvoll wäre eine Vereinheitlichung der Zertifizierungsstrukturen von Bundesagentur und Ländern. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass das Arbeitsministerium einen solchen Vorschlag überhaupt erwägt.
  • So lange die Situation so doppelgleisig ist, wie sie hier dargestellt wurde, sollten die Ministerien die Herausforderung annehmen und einen Weg wie z.B. Rheinland-Pfalz finden, in dem die Angebote der Bundesagentur für die Weiterbildung genutzt und nicht ignoriert werden, wie dies bislang in einigen Bundesländern geschieht. Außerdem sollten die  Fachschulen mit ausgewählten Weiterbildungsträgern zusammen arbeiten, um die Durchfallquote zu senken. 
  • Weiterbildungsträger sollten nicht dem "Grauen Marikt" überlassen werden. Wenn Prüfungen an staatlichen Stellen erfolgen, muss der Staat auch eine Verantwortung übernehmen für diejenigen, die öffentlich finanziert sich bei Bildungsträgern darauf vorbereiten (s.o. das Zitat aus Baden-Württemberg). Neben der Kontrolle der Lehrpläne sollten staatliche Stellen auch die Einhaltung von Mindeststandards bei Arbeitsbedingungen und Honorierung der Lehrkräfte bei den Weiterbildungsträgern kontrollieren.
  •  Alle SchülerInnen in Berlin, die zweimal aufgrund der zur Zeit skandalösen Strukturen durch die Nichtschülerprüfung gefallen sind,  müssen eine Chance für einen dritten Versuch bekommen, der von den Fachschulen – mit entsprechender Unterstützung durch die Senatsverwaltung - gut vorbereitet werden sollte, damit die Chance auch eine Chance ist.

Es geht nicht an, dass wir Hunderte von Menschen durch fehlerhafte Strukturen und das Versagen der Bürokratien einem schwer erträglichen Crash-Test aussetzen, zumal es sich häufig um Menschen handelt, die schon diverse Brüche in ihrer Biographie verkraften mussten. Und außerdem – hier sind wir wieder bei der Frühpädagogik – brauchen wir doch ErzieherInnen, oder?

 

(1)   Geantwortet haben Bremen, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Sachsen. Die Ministerien in Baden-Württemberg, Berlin und Schleswig-Holstein habe ich angerufen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir freuen uns über Kommentare.

Kommentare (31)

  • Susanna Schlossarek:
    22.08.2012 um 14:19 Uhr

    Liebe Frau von Balluseck, ein sehr informativer und differenzierter Artikel, vielen Dank! Einige Anmerkungen zur Kritik des „Nichtschülers“:die Studierenden in der dreijährigen Ausbildung müssen dreimal ein Praktikum bestehen und müssen drei Jahre lang mindestens ausreichende schulische Leistungen erbringen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. (An diesen Hürden scheitert ein nicht unerheblicher Anteil.) Dieser Vorlauf fehlt den Nichtschülern. Die Zulassung zur Prüfung erfolgt nach rein formalen Kriterien, weder ihre praktischen noch ihre theoretischen Leistungen werden überprüft. (!) Sie schreiben in zwei (!) der fünf Lernbereiche je eine Klausur, wohingegen die Studierenden in drei Jahren Ausbildung in fünf Lernbereichen insgesamt mindestens 04 Klausuren schreiben müssen. Ihre Prüfung ist somit der Abschluss einer kontinuierlichen Erbringung von Leistungen und kein singuläres Ereignis. Die Prüfungsarbeiten werden laut Prüfungsordnung von den Lehrkräften korrigiert, die die Prüflinge im Prüfungssemester unterrichtet haben. Da dies für die Nichtschüler nicht zutrifft, müssen andere fachkundige Lehrkräfte die Klausuren benoten. Dies kann nur dann die die Facharbeit betreuende Lehrkraft sein, wenn sie auch den schriftlich zu prüfenden Lernbereich vertritt. Also: keine Extra-Schikane!

    Antworten

  • Kathrin:
    22.08.2012 um 21:31 Uhr

    Ich habe meine Nichtschülerprüfung im Juni 2002 absolviert und bestanden. An dem Prüfungsprozedere kann ich einiges bemängeln. Besonders auffällig war die Voreingenommenheit gegenüber den Nichtschülern. Für uns gab es weder in der schriftlichen noch in der mündlichen Prüfung eine Eingrenzung der Themen oder ein Vorgespräch mit den Prüfern. Das wäre ja an sich nicht so schlimm, denn ich bin mir im Klaren darüber, dass man nur die eine (oder zwei) Prüfung (-en) pro Lernbereich absolvieren muss, im Gegensatz zu den Schülern, die konsequent ihre Leistungen erbringen müssen. Also bin ich mir auch im Klaren darüber, dass ich zu allen Themen etwas wissen sollte. Dann müssten aber die Prüfungsaufgaben bitte auch Teile aus allen Themen enthalten und nicht wie in diesem, meinem Durchgang alle Fragen einer Klausur oder mündlichen Prüfung sich nur auf ein einziges Thema beschränken und dieses bis ins kleinste Detail erfragen. Ich, als Nichtschüler, kann mein fachliches Komplettwissen nicht unter Beweis stellen, wenn ich dieses eine Thema im Unterricht nicht behandelt habe. Ich kann nicht mit einer anderen Aufgabe mein Nichtwissen ausgleichen, denn die Teilaufgaben beziehen sich ALLE ausschließlich auf die eine Anfangsfrage. Wer sich ein Bild vom Umfang eines Lernbereiches mit mehreren Themenfelder machen möchte, kann gern mal im Rahmenlehrplan schauen und dann überlegen, was man alles gefragt werden könnte. Es ist wirklich umfangreich! Ich für meinen Teil bin den kompletten Rahmenlehrplan durchgegangen und habe ALLES gelernt. Es waren sieben Ordner voller Karteikarten. Trotzdem konnte ich nicht alle Teilfragen zur absoluten Zufriedenheit der Prüfer beantworten und wusste zum Beispiel (Lernbereich V) nicht, von wem eine KiTa Post bekommen würde, wenn sie nicht an der Evaluation teilnimmt. Ich wusste natürlich, was die Evaluation ist, wo steht, dass man dazu verpflichtet ist, in welcher Hierarchiefolge die Prozedur abläuft etc. Kurz gesagt, ich konnte die Frage komplett beantworten. Aber die anschließende Zusatzfrage der Prüfenden nicht. Deshalb hat es dann nur zu einer 3 gereicht. Weitere Details erspare ich den Lesern lieber. Auch meine schriftliche Arbeit im LB II wurde nicht von der Fachlehrerin kontrolliert, die mich von der Facharbeit kannte und mir evtl. schon etwas wohlwollend gegenübergetreten wäre, obwohl es der passende LB gewesen wäre. Nach der Prüfung hatte ich fast einen Nervenzusammenbruch. Ich habe es zu DDR-Zeiten erlebt, wie schrecklich es ist, so von Prüfern abhängig zu sein und geringschätzig behandelt zu werden. Diese Prüfung gleicht den damaligen Verhältnissen absolut. Und das an einer Fachschule, die emphatische Erzieher ausbilden soll. Es war einfach unglaublich. Wer es nicht erlebt hat, kann es wirklich nur schwer nachvollziehen! Also: absolute Schikane!

    Antworten

  • Ein Nichtschüler:
    27.08.2012 um 12:53 Uhr

    Mein Beweggrund für die Nichtschülerprüfung war, das sie etwas schneller geht und das man die Ausbildung berufsbegleitend machen konnte. Zum damaligen Zeitpunkt hatten das noch nicht alle Fachschulen angeboten. Aufgrund meiner Familie war ich aber auf das Geld meiner wöchentlichen 30-40h Arbeit angewiesen. Also ich habe meine Nichtschülerprüfung (NSP) in Berlin beim zweiten Anlauf bestanden. Beim ersten Anlauf war sehr wohl zu merken, dass wir Nichtschüler nicht erwünscht sind. Die Dozentin, welche meine Facharbeit betreuen sollte, sagt mir gleich am Anfang, dass sie mir nicht wirklich helfen dürfe. Auch Literaturtipps oder Themenbereiche, auf die sie besonderen Wert legen würde, könne sie mir nicht sagen. Wenn ich Unterstützung brauche, hätte ich eben eine richtige Ausbildung machen sollen. Ich unterstelle ihr keine Boshaftigkeit, da sie ansonsten sehr nett zu mir war, aber ich gehe davon aus, dass die Schulleitung das so verlangt hat. Ich habe mir eine Dozentin aus dem Vorbereitungskurs gesucht und habe sie um Hilfe gebeten. (Danke noch mal Frau C. B.) Sie unterstützte mich per Email und am Wochenende opferte sie ihre Freizeit, damit ich meine Prüfung bestehen kann. Ich bestand dann auch meine Facharbeit. Im folgenden Kolloquium bin ich dann aufgrund dessen das ich eine von ca. 00 Fragen nicht beantworten konnte durchgefallen. Ich sagte, dass ich das nicht verstehe und daraufhin wurde mir geantwortet, dass ich ja gern „rechtliche Schritte“ dagegen einleiten könne. Als wenn man als einzelner Prüfling, ohne Zeugen, eine Chance hätte gegen drei Prüfer. Beim zweiten Anlauf war es auf jeden Fall besser. Auch an dieser Schule haben sie uns gesagt, dass sie gegen die Nichtschüler demonstriert hätten und sie von dieser Ausbildung nichts halten. Aber sie finden es bewundernswert wie viel Zeit, Kraft und Geld wir investiert haben, um zu unserem Abschluss zu kommen. Auch war der Schule nicht bewusst, dass wir überhaupt keine Infos zu den Prüfungsthemen bekommen, im Vergleich zu den „normalen“ Schülern. Wenn auch die Termine nicht immer zu meiner Zufriedenheit waren (Dozenten waren nicht da, Dozenten waren nicht immer vorbereitet usw.) kann ich nur sagen dass ich mich wirklich fair behandelt fühlte. Sie haben es uns nicht leicht gemacht (sollten sie ja auch nicht), es haben auch nicht alle bestanden, aber im Großen und Ganzen muss ich sagen, das ich mit dieser Schule zufrieden war. Das Problem ist, das der Senat keinerlei Unterstützung anbietet. Er zwingt die Fachschulen uns zu prüfen ohne Zeit- oder finanziellen Ausgleich. Es scheint auch so als würden nicht alle Fachschulen ausreichend beraten oder informiert worden. Auch äußerte der Senat sich nicht öffentlich zu den Nichtschülern, als die Hetzjagd in verschieden Medien begann. Auch den freien Träger welche diese Ausbildung anbieten fehlte die Unterstützung und Beratung. Wenn der Senat diese Möglichkeit der Ausbildung weiter anbieten möchte, muss sich unbedingt etwas ändern. Es kann nicht sein das der Machtkampf zwischen manchen Fachschulen und dem Senat auf dem Rücken der Nichtschüler ausgetragen wird. In anderen Bundesländern funktioniert das doch auch besser. Es kann doch nicht so schwer sein einen Dialog zwischen Fachschulen, Bildungsträgern, dem Senat und Nichtschülern (Durchfaller UND welche die bestanden haben) zu gestalten, um die vorhandenen Probleme zu beseitigen. Zurzeit sieht man eben, dass die Kapazitäten der Fachschulen nicht ausreichen und wenn man alle freien Arbeitsplätze besetzen möchte, muss man Zusatzausbildungen möglich machen. Auch sollte der breiten Öffentlichkeit klar gemacht werden, dass die Ausbildung als Nichtschüler nicht einfach ist und ein Teil der Auszubildenden 2 Jahre lang eine 6 Tagewoche hatten, um alles zu bewältigen. Die Aussage einer Bundesministerin, dass man ja alle ehemaligen „Schleckerfrauen“ zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umschulen soll, denn diesen Job kann ja jeder sollte man wohl überdenken. Die Arbeit mit Kindern ist schon lange kein „aufpassen und beschäftigen“ mehr. Dahinter steckt viel pädagogische Arbeit, welche viel Schreibarbeit, Beobachtung und Auswertung beinhaltet. Auch sind regelmäßige Weiterbildungen von Nöten. Sehr geehrte Frau Schlossarek. Ein bisschen anders ist es schon. Auch wenn keine Klausuren in der Ausbildung der Nichtschüler vorgesehen sind (warum auch immer), haben wir doch auf eigenen Wunsch welche geschrieben. Auch bekamen wir Aufgaben von den Dozenten, welche wir im Kitaalltag umsetzen sollten. Diese wurden von meiner Chefin und dem Dozenten kontrolliert. Außerdem schreiben wir nicht in 2 von möglichen 5 Themenfeldern eine Klausur sondern eine Prüfung. Genau wie die „normalen“ Auszubildenden. Danach werden wir noch in den anderen 3 Bereichen mündlich geprüft. Bei einer 4 im schriftlichen Bereich kommt dazu noch mal eine mündliche Prüfung. Also werden wir folgendermaßen geprüft. Facharbeit, Kolloquium, 2 schriftliche Prüfungen und mindestens 3 maximal 5 mündliche Prüfungen. Unsere gesamten mündlichen Prüfungen fanden an 2 Tagen statt. Das heißt man konnte bis zu 3 mündliche Prüfungen an einem Tag haben. Bei manchen Teilnehmern wurden die Themengebiete eingegrenzt und bei machen nicht. Die Auszubildenden müssen 3 Praktika bestehen, wir mussten in der Zeit der Ausbildung 2000 Stunden praktische Arbeit absolvieren. Also mindestens 25 Stunden die Woche, um auf diese Zahl zu kommen. Zeiten wie Krankheit, Urlaub, Schließzeiten und Feiertage wurden nicht gezählt. Und nun zum letzten Punkt. Wenn nur die Fachkraft, welche für den schriftlichen Bereich zuständig ist, die Klausuren kontrollieren darf, warum ist sie dann nicht automatisch die Dozentin, welche die Facharbeit kontrolliert? Da die Facharbeit ja 2 Lernbereiche beinhalten muss, kann das doch nicht so schwer sein? Bei mir war die Dozentin der Facharbeit übrigens auch eine der Dozentinnen, welche uns geprüft haben.

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  • Hilde von Balluseck:
    28.08.2012 um 09:27 Uhr

    Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus teilte in einem Schreiben vom 27.08.2002 mit, dass sich der Freistaat Bayern dafür einsetzt, von der Verpflichtung zur Zertifizierung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung - Arbeitsförderung - AZAV für Schulen, die der staatlichen Schulaufsicht unterliegen abzusehen.

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  • sieglinde Müller:
    05.09.2012 um 20:36 Uhr

    Sehr geehrte Frau Schlossarek, ich kann es nicht mehr hören, bitte verbreiten Sie nicht auch hier die Meinung und die Argumentationen der Senatsbildungsverwaltung. Die Teilnehmer/innen von einer Begabten- oder Externenprüfung (nennen wir das doch mal beim Namen), sind oft Pädagogen, haben ein Fachstudium oder arbeiten seit vielen Jahren in der Jugendhilfe oder -arbeit. Sie haben also umfangreiche Erfahrungen und viele sogar noch Zusatzquallifikationen. Soweit erst mal klar? Den Begriff der Nichtschüler lehne ich übrigens als Beleidigung mittlerweile ab und dazu haben unter anderem auch Sie beigetragen. Fachschüler an den sozialpädagogischen Oberschulen lernen dort einen Beruf. Sie haben somit meist nicht diese fundierten Berufserfahrung. Ihre Vergleiche hinken und werden auch nicht richtiger, so oft Sie sie auch wiederholen. Mal ganz abgesehen davon, dass Ihre Aufgabe ja auch eine ganz andere ist, oder?

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  • Susanne Sauerländer-Brendebach:
    12.09.2012 um 14:10 Uhr

    Ich verstehe nicht, wieso in der Diskussion in der Nichtschülerprüfung immer wieder davon ausgegangen wird, dass die Lehre an den Fachschulen besser ist. Ich kenne auch Fachschule , an denen Lehrer seit Jahren veraltete Inhalte vermitteln. Dagegen gibt es durchaus freie Bildungsträger, die mit Dozenten zusammenarbeiten, die sich weitergebildet haben und in der frühkindlichen Bildung oder auch in der Psychologie neuere Erkenntnisse weitergeben. Die schwarzen Schafe sind nicht nur bei den Weiterbildungsträgern zu finden.

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  • silvia.schleimer:
    04.10.2012 um 10:29 Uhr

    Angesichts des Fachkräftemangels ist es unglaublich, dass die zuständigen Ministerien in den jeweiligen Bundesländern nicht für Abhilfe zu sorgen. Das Problem ist altbekannt: Die NichtschülerInnenprüfung wird von staatlichen Schulen abgenommen. Diese haben kein Interesse an zusätzlicher Arbeit und außerstaatlicher Konkurrenz. Während an den Fachschulen die Themen (im pädagogischen Bereich sehr weitgefassten Themenfelder aus Psychologie, Pädagogik, Recht und Verwaltung sowie sozialpädagogische Praxis) für den Prüfungsbereich eingegrenzt oder während des Unterrichts überprüft werden, macht man es für die NichtschülerInnen so richtig ungemütlich. Kein Lehrer hat irgendein Interesse, zusätzliche Prüfungsleistungen zu beurteilen. Es ist Aufgabe der zuständigen Ministerien dies zu verändern und dort liegt das Problem: Verantwortliche stellen sich den eigentlichen Aufgaben nicht und ministeriumsübergreifende Bereiche werden deshalb nichtkoordiniert. Zuständige ReferentInnen müssten ja miteinander lösungsorientiert reden können. Ganz schwierig, wenn dann noch MinisterInnen aus unterschiedlichen Parteien an der Spitze stehen und es nicht um die Sache sondern nur noch um die Profilierung geht.

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  • Meier:
    21.10.2012 um 13:35 Uhr

    Hallo, ich befinde mich auch derzeit in einer Vorbereitung zur Nichtschülerprüfung. Meine Ausbildung ist in diesem Fall berufsbegleitend. Wir haben zweimal in der Woche Theorie (Unterricht würde ich das nicht nennen) und dreimal einen praktischen Teil. Bei der Theorie sieht es so aus, dass die Dozenten teilweise, nicht alle, schlecht vorbereitet sind. Eine Dozentin hat sogar schon ihr Kind mitgebracht, was gerade erst Laufen lernt. Sie sagte auch, dass es vorkommen kann, dass das Kind öfter mitkommt. Wunderbare Voraussetzungen für einen Unterrichtstag (ironisch gemeint). Bei den Praxisstellen wird man dagegen verheizt. Ich musste in den erste Wochen in einer Kita anderthalb Wochen alles alleine machen, da die Erzieherinnen krank waren. Das heißt, vom Morgenkreis bis zum Abholen war ich alleine. Obwohl noch Kollegen da waren. Gut, ich hatte vorher schon pädagogische Erfahrungen sammeln können durch diverse Tätigkeiten im pädagogischen Bereich. Zum Beispiel war ich vorher drei Jahre an einer Grundschule in Berlin-Neukölln tätig. Und wenn ich dort vorher schon eine Sache gelernt habe, war es die Tatsache, dass ich als ungelernte Kraft nicht allein mit Kindergruppen sein darf. Der Träger, bei dem ich diese Ausbildung mache, bietet sowohl die Theorie als auch die Praxisstellen an. Dem ist es sch...egal, ob man da allein ist oder nicht. Wie ich am Anfang schon geschrieben habe, kommt die Theorie auch nicht aus dem Pott. Klausuren wurden bisher auch nur zwei geschrieben, wobei wir bei der ersten Klausur den Ordner benutzen durften, und die zweite Klausur wurde nur auf Nachfrage der Teilnehmer korrigiert. Und das via E-Mail. Wunder der Modernen Technik. ;-). Alles in allem verstehe ich wirklich die Fachschulen, die gegen so eine Ausbildungsform sind. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich zur Prüfung gehe oder nicht. Die Ausbildung auf dieser Art und Weise ist jedenfalls schlecht. Die Theorie ist nicht immer gut, Und die Praxisstellen verheizen einen. Bis dann mal!!!

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  • Cäcile Hüberes:
    24.10.2012 um 10:25 Uhr

    Hallo, ich habe vom Arbeitsamt den Vorbereitungskurs für die Schulfremdenprüfung „der schnelle Weg zum Erzieher in Teilzeit“ genehmigt bekommen. Am 02.00.2002 soll er in Karlsruhe beginnen. Nach diesem Artikel ist es wohl besser an einer Berufsfachschule diesen Kurs zu besuchen. Ich habe mich bereits auf die Suche gemacht, bisher habe ich nur eine Schule in Bruchsal (Käthe Kollwitz) gefunden, die den Kurs aber leider nur abends anbieten. Dies ist bei mir nicht möglich. Die im Artikel genannte Schule in Rheinland-Pfalz würde mich interessieren. Können Sie mir mitteilen welche das ist? Oder welche Schulen es in Baden-Württemberg noch gibt? Oder wo ich mich da am besten informiere? Wäre Ihnen über eine schnellstmögliche Antwort sehr dankbar! Liebe Grüße Cäcile

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  • Hilde von Balluseck:
    24.10.2012 um 12:49 Uhr

    Hallo Cäcile, über die Situation in Rheinland-Pfalz habe ich mit der im Artikel genannten Referentin im Ministerium gesprochen, die Schule selbst ist mir nicht bekannt. In beiden Bundesländern könnten Sie sich selbst über das Ministerium informieren (anrufen). Sie könnten auch Schulen in Ihrem Umkreis anschauen, Sie finden diese unter unseren Links (obere Menuleiste) unter Ausbildung/Studium nach Postleitzahlen geordnet. Viel Erfolg und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

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  • nelly:
    09.11.2012 um 12:25 Uhr

    die Durchfallquote ist deshalb so hoch da die Fachschulen diese Art von Bildung nicht akzeptieren und die Prüfungsvorbereitung für die Externen nicht die selben sind wie für die Internen. Außerdem sind die Prüfungen für Externe viel umfangreicher. Die ganzen Zertifikate (Zertifizierungen) sind der Bundesagentur sehr wichtig.Ansonsten gibt es keine Förderung und Rheinlandpfalz ist da extrem.Die fördern wie sie Laune haben und Frauen ab einem gewissen Alter erhalten keine Förderung, sondern unendliche Schikane.Mir wurde 2 x dieser Bildungsgang verweigert.Obwohl ich in diesem Bereich beruflich tätig war.Aber wegen nicht qualifiziertem Bildungsnachweis keine Festanstellung bekam.Jetzt bin ich 50 und habe immer noch Hoffnung diesen Bildungsgang in Teilzeit berufsbegleitend zu absolvieren.Das Problem ist das viele Einrichtungen und Fachschulen diesen Bildungsgang nicht wollen.Wegen Qualitätsmangel an Erfahrung.Frauen die dies Erfahrungen mitbringen und belegen können und diesen Bildungsgang anstreben sollten entsprechend gefördert werden.Auch wenn sie kein Arbeitslosengeld oder Hartz IV beziehen.Das ist schon immer ein Defizit in Deutschland gewesen. Und KITA Plätze fehlen schon seit über 20 Jahren.Da haben die Beamten leider gepennt.Die Umsetzung in Deutschland dauert immer eine Ewigkeit. MFG Sigrun Sauther

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  • Thomas G.:
    19.11.2012 um 06:32 Uhr

    Zunächst möchte ich für die vielen, vielen interessanten Informationen in dem Artikel, aber auch in den Kommentaren, danken. Eine Frage hätte ich aber noch. Wie ist die Lage in NRW? Höre meist auch von dort nicht viel Gutes, was die Chancen für Externe betrifft. Kann mir dazu jemand was sagen?

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  • Nichtschüler:
    06.02.2013 um 19:49 Uhr

    Tatsächlich ist es so das die Fachschulen diese Art von Bildung nicht akzeptieren. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben 8 Seiten voll bei einer schriftlichen Prüfung und bekommen dafür eine glatte 6. Nein, ich habe nicht über Vögel, Flugzeuge, Planeten etc. geschrieben. Es waren Theorien und Fachausdrücke über Pädagogik und es handelte sich um Kinder. Man kann einem sagen, dass er sich nie wieder blicken lassen soll, oder man gibt ihm eine 6. Ja, und ich war in einem Vorbereitungskurs und einer der besten.

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  • Andrea Schubert:
    02.05.2013 um 17:10 Uhr

    Leider jammern in diesen Kommentaren ausschließlich Menschen, die die Prüfungen nicht bestanden haben und nun Schuldige für ihre eigene Unfähigkeit suchen. Das sagt doch einiges über diese Personen, nä ?! Ich habe im Jahr 2000 in Sachsen-Anhalt alle Prüfungen an einer staatlichen BBS abgelegt und mit Gesamtprädikat „sehr gut“ bestanden. Heute leite ich eine private Fachschule für Erzieher und kann nur resümieren, das Prüfungsniveau muss anspruchsvoll bleiben ! Schließlich sollen Erzieher unsere Zukunft bilden und, wenn die Bewerber das Prüfungsniveau nicht einmal nach einem zweijährigen intensiven und mit öffentlichen Subventionen geförderten Vorbereitungskurs schaffen, sollen sie alles andere machen, aber nicht an Kindern und Jugendlichen arbeiten. Sorry, hier ist Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz gefragt. Deutschland als Bildungsstandort wird sich nicht entwickeln, wenn nicht die Besten mit den Kleinsten arbeiten.

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    1. Anni:
      17.05.2018 um 14:19 Uhr

      Also wie man hier redet ist unterste Schublade. Im Gegenteil wo alle ein vorbereitungskurs hatten. Habe ich nämlich keinen, kurs besucht. Da ich gar nicht erst wusste das es ein kurs überhaupt gibt. Man kann nicht alle gleich beurteilen. Ich zum Beispiel hänge mich gerade an den Prüfungen richtig rein. Ich habe auch schulfremdenprüfung. Trotzdem wird es nicht gewürdigt was man diesbezüglich alles leistet, um die prüfungen zu schaffen. Jeder hat individuelle gründe und Situationen gehabt warum man nicht bestanden hat. Ich erwarte von anderen das man so wertschätzend mit anderen umgeht, das scheint bei dir nicht der fall zu sein. Als Erzieher sollte man emphatie und wertschätzend sein, vielleicht hat man ja sein beruf verfehlt wenn ich sehe das hier nur verurteilt wird. Wir haben dies erst ende des 2 lehrjahrs erfahren das wir schulfremdenprüfung haben auch die schule ist etwas schuld daran das wir diese Prüfungen nochmals machen müssen. Unsere vorgänger der klasse 2014 mussten die auch bestehen. Von daher erstmal die gründe erfragen bzw. Hat jeder stärken und schwächen in einzelnen lernfeldern oder module.

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  • Dagmar:
    10.06.2013 um 20:46 Uhr

    Frau Balluseck, danke für den aufschlussreichen fundierten Artikel! Ich bin seit kurzem in Baden-Württemberg bei einem der Bildungsträger, die Quereinsteigerinnen die Ausbildung zur Erzieherin mit Schulfremdenprüfung anbieten, als Dozentin tätig. Ich habe Pädagogik der frühen Kindheit studiert und einige Jahre als Erzieherin gearbeitet. Trotzdem hat mich die Anstellung ohne weiteres Nachfragen überrascht. Ich bemühe mich meinen Schülerinnen möglichst anschaulich und praxisnah fundierte pädagogische Kenntnisse zu vermitteln, doch es wird mir immer mehr deutlich, dass die Konzeption der Ausbildung völlig unzureichend ist. Nach einem knappen halben Jahr theoretischen Unterrichts, der nicht einmal ganz der pädagogischen Ausbildung gewidmet ist, sind meine „Schüler“ nun in ihrem (einzigen) dreimonatigen Praktikum. Am Ende des Praktikums sollen sie ein didaktisches Angebot mit einer schriftlichen Ausarbeitung von ca. 30 Seiten durchführen, das benotet wird nach den gleichen Maßstäben wie die Arbeit einer Fachschülerin am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung. Diese hat während der drei Jahre in Schule und Praxis Schritt für Schritt unter fachlicher Anleitung die nötigen Kenntnisse dafür erworben. Zu Recht betonen wir die Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Nur gut qualifizierte Fachkräfte können die hohen Anforderungen für diesen vielseitigen und verantwortungsvollen Beruf erfüllen. Mit einjährigen „Crashkursen“ ist das nicht zu erreichen. Ich hatte ebenfalls den Eindruck, dass hauptsächlich formale und kaufmännische Aspekte die Tätigkeit des Trägers bestimmen. Wo ist die fachliche Kompetenz? Wie hat der Träger die Zertifizierung überhaupt erhalten bei solch eklatanten fachlichen Mängeln? Und warum ist nicht eine Ausbildung auch für Quereinsteigerinnen an den bestehenden Fachschulen möglich? Nach ihrem Artikel ist mir das klar geworden. Und nun? Wie könnten wir weiter vorgehen, um eine gute qualifizierte Ausbildung der Kursteilnehmer zu erreichen? Unterstützung kommt auf jeden Fall aus den Kindertagesstätten. Um erfolgreich zu sein sollten wir uns einheitliche Forderungen (je nach Bundesland?) an Politik, Arbeitsagentur und Bildungsträger überlegen. Im Interesse unserer Kinder. Marlomorgan

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  • B. Albrecht:
    23.06.2013 um 22:24 Uhr

    Ich bin eine Interessentin der zweijährigen Vorbereitung auf die Nichtschülerprüfung zur Erzieherin in Berlin. Ich habe als MAE fürje 3 Monate in zwei Kitas gearbeitet und nun mußte ich noch zu einem 4-stündigen Test mit psychologischem Vor- und Nachgespräch, um einen Bildungagutschein zu bekommen (auf den ich noch warte). Beim Test ging es hauptsächlich um computergestützte Aufgaben wie Zahlenreihen rechnerisch zu ergänzen, Rechtschreibaufgaben u. a.. In Bezug auf erzieherische, pädagogische Aufgaben sollte ich nach Lesen zweier Ereignisse in einer Kita mein Handeln schriftlich darlegen. Meiner Meinung nach ist ein Test und das Gespräch mit dem Psychologen durchaus sinnvoll. Jedoch sind die Fragen zu wenig pädagogisch orientiert und der Test sagt daher kaum etwas darüber aus, ob der Prüfling als Erzieher geeignet ist. Hier ist unbedinge Verbesserung nötig!

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  • Kornelia Meier:
    01.08.2013 um 08:10 Uhr

    Ich habe die externe Prüfung in diesem Jahr abgelegt, ohne jeglichen vorbereitenden Kurs. Es gab sieben Prüfungen, eine praktische, drei schriftliche und drei mündliche. Die Schule hat mir die notwendige Literatur in einem Vorgespräch genannt und teilweise auch zur Verfügung gestellt. Ich habe alle Prüfungen mit guten Noten bestanden. Um zu bestehen habe ich mich monatelang intensiv vorbereitet - also salopp gesagt: gelernt, gelernt, gelernt. Während dieser Zeit habe ich auch gearbeitet, meine Zeit war also knapp. Wir hatten eine Durchfallquote von 50%. Für mich war klar, dass die durchgefallenen Kandidaten, zum Teil mit Vorbereitungskurs, nicht so intensiv gelernt haben wie ich, denn das Material war gut. Nichtschülerprüfung bedeutet immer auch in Eigenregie lernen, wer das nicht kann, sollte einen anderen Weg gehen. Die Prüfung habe ich in NRW abgelegt.

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  • Alexandra Otten-Marekova:
    05.11.2013 um 18:45 Uhr

    Hallo Kornelia, Ich habe deinen Komentar gelesen und wollte dich fragen an welche Schule hast du deine Prüfungen gemacht? Es wäre super wenn du mir einen Kontakt schicken kannst :-) Mein Email : sasulienka70@yahoo.de Vielen Dank und liebe Grüße Alexandra

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  • Maike:
    16.01.2014 um 16:55 Uhr

    Hallo Kornelia Meier, ich haette auch gerne die information, an welcher schule du die prüfung gemacht hast. Lieben gruss und danke maike andernos@email.de

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  • Andreas Briedis:
    19.02.2014 um 16:30 Uhr

    Hallo, ich bin jetzt seit sieben Jahren in der Kinder - und Jugendhilfe tätig! Ich habe eine Ausbildung zum Kirchlich anerkannten Heimerzieher sowie Weiterbildungen! Ich möchte gerne die Externe Prüfung zum stattlich anerkannten Erzieher machen! An welcher Schule könnte ich so etwas machen in S-H? Hat irgendjemand Erfahrung? Bezüglich Bücherliste ect? Mfg Andreas

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  • Sabine:
    28.06.2014 um 15:08 Uhr

    Hallo meine Schulkameraden und ich haben gestern unser mehr als ernüchterndes Ergebnis unserer schriftlichen Prüfungen erhalten. Wir haben alle eine 4 jährige berufsbegleitende Erzieherausbildung durchgezogen, die alles andere als ein Zuckerschlecken war und doch haben wir unser Bestes gegeben. Wir sind alle total schockiert! Bei 53 Prüflingen gab es 2x die Note 2, 6x die Note 3, alle anderen 4, 5 und genügend 6er. Die praktischen Prüfungen sind so ähnlich verlaufen. Wir haben alle die Nase gestrichen voll. Motivation ist bei Null und Angst vor erneutem Versagen kommt hinzu. Keine gute Konstellation für den Selbstwert, vor allem wenn man zurückblickt auf die letzten 4 Jahre, was wir investiert haben. Nicht nur der Einzelne, sondern auch unsere Familien haben eine lange harte Zeit mit uns durchlebt, in der man sich manchmal nur noch wie eine Maschine erlebte, einfach nur noch funktionierte. Viele haben den Druck nicht ausgehalten und haben kapituliert, obwohl ein starker Wille da war und vor allem die Liebe, um diesen Beruf auszuüben. Fast alle haben schon Erfahrungen über viele Jahre im Erzieherberuf als Ungelernt sammeln dürfen.Die meisten sind gestandene Leute, die eine Menge Lebenserfahrung sammeln durften, andere Berufsabschlüsse in der Tasche haben, wissen was sie wollen, wohin sie wollen. Ich selbst habe in einer schriftlichen Prüfung die Note 6 erhalten. Nicht nur ich halte dieses Ergebnis für abartig. Eine 6 bedeutet für mich nichts aber auch gar nichts gewusst. Ich habe 08 Seiten geschrieben, analysiert, Projekt geplant, Definitionen gewusst usw. und das soll nicht einmal für eine 5 gereicht haben. 4 Stunden nur Müll geschrieben und das nach 4 Jahren Schule. Das ist bitter, mehr als bitter! Hier ist was oberfaul. Unsere Schule hatte nur Trouble mit den Berufsbegleitenden, da Theorie und Praxis sich nicht richtig vereinbaren ließen. Es gab viel Unzufriedenheit seitens der Arbeitgeber, den Auszubildenden und der Schule. Das Konzept der berufsbegleitenden Ausbildung war noch nicht ausgereift, es hat nichts wirklich zur Zufriedenheit funktioniert, nicht einmal die Stundenplanungen der wichtigsten prüfungsrelevanten Fächer. Wir wurden in Hospitationen benotet, obwohl wir bestimmte Lehrinhalte, die dort abverlangt wurden, im Unterricht noch gar nicht abgehandelt hatten. Das kam dann erst Monate später dran, nachdem wir schlechte Noten einkassiert hatten und unsere Motivation langsam in den Keller ging. Und keiner traute sich wirklich was zu sagen, da sie alle Angst wegen den anstehenden Prüfungen hatten. Aber hat es uns etwas gebracht, still zu halten? Wohl eher nicht! 45 Prüflinge haben ein absolut mieses Prüfungsergebnis in Empfang genommen und sind mehr als schockiert, enttäuscht, wütend und zutiefst in ihrem Selbstwert verletzt. Alle waren bestrebt ihr Bestes zu geben, da bin ich mir sicher. Alle hatten ihr Ziel! Es tut ganz schön weh! Ich weiß das die 6er unberechtigt sind! Liebe Grüße von Sabine

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  • Sanina:
    29.06.2014 um 19:34 Uhr

    Hallo, ich beende gerade mein Anerkennungsjahr. Habe nach einem berufsbegleitenden Quali- fiktationskurs jeden Fr@Sa an der Fachakademie MIT Fachakademiedozenten und einem Jahr fast allabendlichen Lernen (habe 2 Kinder 7&00J.) einen schriftlichen Schnitt (03 Prüfungen, davon 4 staatliche) von 0,27. Das Bestehen hängt nicht nur vom Lernwillen ab, sondern zu 50% vom Vorbereiten durch die Dozenten. Ich rate allen sich vorher beim Bildungsträger nach der Durchfallquote zu informieren, bzw. An der örtlichen Akademie nach geeigneten Vermittlern des Stoffes. Im übrigen haben die Schüler der Faks während unseres Vorbreitungsjahres einen medialen Shitstorm gegen uns gestartet !!! Alles Gute und ToiToiToi an alle Sanina

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  • Ella:
    04.07.2014 um 04:36 Uhr

    Was Sabine von der Heimerer Schule schreibt ist wirklich schokierend! Und wieso hat das ganze 4 Jahre gedauert ??? Die Schule sollte sich wirklich fragen, warum so viele durchgefallen sind. Das ist für die Betroffenen doch furchtbar und kann kein Zufall sein! Ich hab die Schulfremdenprüfung 2003 in Baden- Würtemberg (Wiesloch) mit gutem Ergebniss bestanden. Habe aber dafür an einer Fachschule, einen Vorbereitungskurs von 2 Jahren absolviert, der allerdings auch kein Zuckerschlecken war. Es wird unglaublich viel verlangt. Ohne diesen Kurs hätte ich niemals bestanden. Der Stoff ist unglaublich umfangreich,super wissenschaftlich und bei der Prüfung wird einem nix geschenkt. Ich habe 5 dicke Ordner an Stoff fast auswendig gelernt und dann noch einiges aus Büchern erarbeitet. Dazu kommen Referate, Ausarbeitungen zu Bildungsangeboten und etliche Klassenarbeiten die aber eine gute Übung für die Prüfung sind. Ich hatte in jungen Jahren schon ein Kunststudium geschafft- aber das war nicht so viel zu lernen- glaubt mir !!! Nur eine kleine Auswahl: Psychologie Skinner, Maslow, Watson usw...zBsp: Modelle der Verhaltenspsychologie, Bindungstherorien, Modelle der Kommunikationspsychologie (und diese auch anwenden können- wird getestet),Tiefenpsychologie nach Freud also Instanzmodell (und auch anwenden können!) Soziologie, Bedürfnisse des Menschen und von Kindern, Erziehungsstile im Laufe der Zeit und ihre Auswirkungen auf die Psyche und das Lernverhalten, Raumgestaltung an ein Erziehungskonzept anpassen können (Montessori, Reggio, offene Arbeit usw..), Gruppenphasen, Jugendschutzgesetz,Aufsichtspflicht, Kindeswohlgefährdung, Grundlagen der menschlichen Wahrnehmung, Beobachtung und Dokumentation, Bild vom Kind im Wandel der Zeit, Ko- Konstruktion, Gehirnentwicklung, kognitive Entwicklung fördern, Emotionale Entwicklung fördern, Resilienz, Entwicklungspsychologie, Lerntherorien, Gesundheit (Bewegunserziehung, die Bedeutung der Bewegung, Ernährung, Nachhaltigkeit), Musik Rythmik inklusive Notenlernen, Gestaltung und Werken, Naturwissenschaftliches Experimentieren, Spieltheorien, Bedeutung des Spiels für die Entwicklung, Handlungskonzepte, jede Menge Didaktik: Didaktik im Metakognitiven Ansatz, in Bildungsangeboten, für Behinderte. Inklusion, Integration, Verhaltensauffälligkeiten, Störungen, Behinderungen, Phasen der Krisenbewältigung, Binnenklima in Familien, Kinderarmut, UN- Kinderrechtskonventionen, und auch Behindertenrechtskonventionen, noch mehr Gesetze: SGB VIII (KJHG), SGB IX und viele mehr... Projektarbeit exemplarisches Lernen, Situationsansatz. Dann: Persönlichkeitsbildung der Erzieherin, reflektiertes Handeln, Selbstüberprüfung, Teamarbeit, Teamphasen, Konfliktbewältigung,Elternarbeit....und...und...und..und.....das war noch nicht mal alles und jedes Thema ist für sich schon umfangreich. Man muss sehr viele Fachbegriffe können und tausende von Kriterien, Schritte, Phasen, Modelle und Definitionen und Ansätze auswendig lernen. Wir wurden aber super vorbereitet. Unsere Lehrer wollten alle, das wir es schaffen und es sind von 30 nur vier durchgefallen die familiär besonders belastet waren . Ich kann jedem nur empfehlen einen Vorbereitungskurs zu machen- man will ja auch wirklich was lernen fürs Leben und im Beruf fachlich kompetent sein. Aber die Lehrer kennen auch keinen Spaß mit den Bildungszielen des Orientierungsplans BW. Wenn man die Kompetenzbereiche nicht versteht und keine Idee hat wie man die fördern kann- wird es eng ! Ich hoffe ich konnte hilfreiche Informationen weitergeben und wünsch allen Interssierten soviel Glück mit der Prüfung, wie ich es hatte !

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  • gerd jünger:
    11.07.2014 um 10:23 Uhr

    ich suche für alleinerziehende mutter von zwei kindern unterlagen zur vorbereitung auf die schulfremdenprüfung erzieherin in bawü. bitte um rückmeldungen.

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  • Elisabeth S.:
    12.01.2015 um 22:50 Uhr

    ich mache gerade einen Vorbereitungskurs in Bayern, dieser wird auch von der Agentur für Arbeit bezahlt. Jedoch überprüft niemand die Qualität. Die Vorbe-reitung ist sehr schlecht, es gibt kein gutes Material, keine Prüfungsfragen der letzen Jahre um ein Vorstellung zu bekommen. Ich habe wie alle Teilnehmer des Kurses Hochschulreife, aber wenn uns niemand sagt was genau der Prüfungsstoff ist, können wir uns nicht vorbereiten. Nach der Prüfung dürfen wir noch das Anerkennungsjahr machen. Min. zwei Jahre Praxis werden vorausgesetzt, also alles in allem werden wir fast fünf Jahre, dafür investieren, aber wir haben kein gutes Gefühl bei diesem Fortbildungsträger. Ich habe viel praktische Erfahrung und gute Zeugnisse, darf aber ohne Anerkennung nicht arbeiten.

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  • dilek:
    23.01.2015 um 13:32 Uhr

    Gestern die letzten hinter unsgebracht (mündlichd).In Recht durchgefallen, obwohl ich schon mit der Siegerfahne in den Prüfungsraum ging und auch verließ. Ich wurde nach ca. 10 min wiedergeholt. Ergebnisse wurden bis dahin im Prüfungsraum mitgeteilt. Aber diesmal hat mich der Prüfungsvorsitzender im Flur schon gefragt „Na, was glauben Sie was Sie bekommen haben?“ „Naja, ich glaube mindestens eine 3.“ - „Nö, ungenügend.“ Ich schockiert, mit dem Gesichtsausdruck ging ich auch in den Raum rein. Die Prüferin sah mich, zog ihre Brauen runter, schaute zum Vorsitzenden, wieder zu mir... Dann gings los... Ja, trotzdessen dass ich §27 genannt hätte (mit Erläuterung), aber nicht das Wort in Abs. 3 gewusst hätte... Einen Parapgraphen nur auf Nachfrage gewusst hätte... usw. uuuunddd... Bei einer Frage hiess es, ich solle drei Bsp. nennen wofür der Vater, Kind wohnt bei ihm, keine Zustimmung von der Mutter brauchte... Habe ich beantwortet... Danach sollte ich aber Bsp. geben, bei was er die Zustimmung brauche... gab die Beispiele (Obwohl diese letzte Frage gar nicht auf dem Prüfungsbogen stand). Aber dann sollte ich die Begrifflichkeiten nennen zu denen die eine Zustimmung des getrennt lebenden Elternteil benötigen und nicht.. Alltagsweisen und Richtungsweisend. So ging es weiter... Es war egal, dass der Gesamtkonstrukt stand, die nötigen Paragraphen ich intus hatte.. Wenn ich nocht näher eingehe, wird es zu lang... Und als ich draußen hörte wie die anderen durch die Prüfer geschoben getritten wurden zu den Antworten und welche Brücken für sie geboldet wurden, war ich richtig verstimmt. Die anderen konnten nicht glauben, dass ich gerade in Recht und bei so einer Fallkonstellation durchgefallen bin. Da ich täglich mit SGB VIII im Bereich für Hilfen zur Erziehung arbeite. Und diese Fallkonstellationen alltäglich für mich sind und welche Schritte eingeleitet werden müssen. Ich bin auch Selbstlernerin, da ich weiter arbeiten musste. Einen Kurs zu besuchen ging bei mir nicht, finanziell und zeitlich nicht... Warte nur noch schriftlich die Bestätigung zu bekommen, dass ich durchgefallen bin, danach sehe ich weiter... Viel Glück an alle...

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  • Andrea B.:
    30.04.2015 um 18:35 Uhr

    Hallo,
    ich bereite mich gerade auf die Schulfremdenprüfung in Freiburg vor.
    Ich wäre dankbar wenn es jemanden gibt der Erfahrungen gesammelt hat mit dieser Prüfung und mir weiterhelfen kann.
    Liebe Grüsse Andrea

    Antworten

  • Doro:
    28.06.2015 um 18:31 Uhr

    Hallo,

    auch ich möchte mich zur Erzieherin weiterbilden, bloß was ich alles lese macht mir ehrlich gesagt Angst. Bin seit 2010 als SPA im Berufsleben, habe also einiges an Erfahrung. Aktuell bin ich Mutter von einer fast einjährigen Tochter. Da ist die Zeit natürlich knapp. Meine Prüfung würde ich in Hamburg machen wollen, sowie eine berufsbegleitende Prüfungsvorbereitung. Was ich aber überhaupt nicht verstehe: Warum muss ich 5 Prüfungen bestehen und ein staatlicher Prüfling nur 2? Weil, man in der Schule Klassenarbeiten geschrieben hat? Sorry, aber ich denke jede/r SPA hat wohl mehr Erfahrung als ein "normaler" Schüler, sollte deswegen die Prüfung extra schwerer sein? Hätte ich es gewusst, dann hätte ich den Erzieher sofort dran gehangen... Wenn ich bei mir auf der Arbeit SPA und Erzieher auseinander halten soll, wüsste ich ganz ehrlich gesagt nicht wie, ok, ein Punkt unterscheidet uns: Der Erzieher schreibt mehr und ich bin mehr am Kind....

    Hat von euch jemand schon mal eine Prüfung in Hamburg als externer gemacht? Wenn ja, wo habt ihr gelernt? Und was für Literatur ist wichtig?

    Antworten

  • Merlin:
    11.07.2015 um 11:24 Uhr

    Interessanter, teilweise erschreckender Bericht über die Situation!
    Ich bin momentan kurz vor den mündlichen Prüfungen der Schulfremdenprüfungen BW (Zuständigkeitsbereich Regierungspräsidium Freiburg).
    Ich habe letzten November einen Vorbereitungskurs mit 6 Seminartagen pro Monat an einer Fachschule begonnen, und ich muss sagen dass wir sehr gut (einige Organisationsprobleme mal ausgenommen) betreut und vorbereitet wurden! Wir sind 5 Teilnehmer (4 Schulbegleiter, die den Abschluss für die weitaus bessere Bezahlung möchten), die schriftlichen Prüfungen haben wir mit einem Gesamtschnitt von 2,5 abgelegt (ich persönlich 1,0 in Pädagogik, 2,0 in Methodik Didaktik). Jetzt stehen diese Woche 7 (!!!) mündliche Prüfungen à 10 Minuten an (Recht/Berufskunde, Psych/Soz, Gesundheitslehre, Medienpäd, Deutsch, Ethik, Kunst). Innerhalb von zwei Tagen. Danke RP Freiburg, ich weiß dass es auch anders geht (siehe RP Stuttgart...).

    Zum Umfang muss ich sagen: Viel, aber machbar! Ich bringe aufgrund eines (aus persönlichen Gründen im 5 Semester abgebrochenen) DHBW-Sozialarbeitsstudiums sowie damit einhergehender sozialarbeiterischer Tätigkeit seit 2011 gute Voraussetzungen mit.

    Der Erfolg steht und fällt mit der Persönlichkeit und der Qualität der Dozenten. Hier haben wir wohl wahnsinniges Glück, alle sind sehr an unserem Bestehen interessiert.

    Wenn ich mir so manch anderen Beitrag und aber auch den Hauptartikel durchlese ist das wohl lange nicht überall so!

    @ dilek:
    Solch einem Prüfer wäre ich wohl im Prüfungsraum noch ins Gesicht gesprungen - da halte ich nicht die Klappe! Es gibt leider VIEL zu viele Prüfer, die sich gerne selbst reden hören (die Erfahrung habe ich im Laufe meines Lebens schon diverse Male gemacht) und denen es egal ist, dass sie mit ihren Entscheidungen das Leben eines anderen Menschen nachhaltig beeinflussen/beeinträchtigen!

    Unser Rechtsdozent (Rechtsanwalt f. Familienrecht) vertritt folgende Meinung (ich übrigens auch): Es ist gut und wichtig, über die WICHTIGSTEN Rechtsbereiche unseres Tätigkeitsfeldes Bescheid zu wissen. Auch der ein oder andere Paragraph sollte, zumindest vom Inhalt her, sitzen. ABER: Er verlangt von uns NICHT, dass wir in den Prüfungen (egal ob schriftlich oder mündlich) einzelne Paragraphen runterbeten können! Auch nicht, dass man jeden Paragraphen kennt! Wir werden/sind Jugend- und Heimerzieher, keine Juristen!
    In der Praxis sieht das Ganze nämlich so aus: Wenn man mal auf einen Gesetzestext angewiesen ist (im täglichen Wohngruppendienst z.B. sehr selten!), dann kann man, sofern man gelernt hat ein Gesetzbuch zu "bedienen", jederzeit eben dieses zur Hand nehmen und nachschlagen. Oder, was sowieso ratsam ist, direkt einen Anwalt konsultieren (bei "mir" gibt es einrichtungsintern einen RA für genau solche Fälle).
    Wichtig für ihn ist: Recht (theoretisch) anwenden können, div. Schutzbestimmungen, versch. Instanzen, Sinn & Zweck der versch. Rechtsbereiche, Aufgaben der Jugendhilfe!
    In den Prüfungen dürfen wir, falls ein bestimmter § gefragt ist, JEDERZEIT auf eben diese Gesetzestexte zurückgreifen - wir sollten nur wissen, welches Gesetz in welchem Buch zu finden ist!
    An der Dualen Hochschule wurde dies übrigens nicht anders gehandhabt! Und dies ist, meiner bescheidenen Meinung nach, der einzig sinnvolle Weg! Jeder Rechtsanwalt (sofern er die entsprechenden Gesetzestexte nicht schon in und auswendig kann) verfährt genau so!
    Und ihr glaubt's kaum: Ich hatte vor kurzem "Nachhilfe" bei lokalen Vorsitzenden des Landesgerichtes - auch diese hat div. Gesetze einfach nachgeschlagen - mit der Begründung, dass es ihrer Meinung nach absolut unsinnig ist, alles im Kopf zu haben!

    Antworten

  • Filou:
    01.05.2016 um 08:48 Uhr

    Hallo,
    ich bin seit 20 Jahren Kinderpflegerin und man hat mich mit einer 5,0 in der praktischen Prüfung durchfallen lassen. "Sie sind völlig unfähig und ungeeignet".... ich war geschockt. Ich hatte mich auf die Fremdenprüfung 2 Jahre in Abendschule vorbereitet, kaum nützliche Info von der Fachschule erhalten, wie die Ausarbeitung erstellt werden sollte bzw, was darin erhalten sein soll. Aber mit 20 Jahren Berufserfahrung als Unfähig hingestellt zu werden,- Frechheit. Was denken die Lehrer, wer Sie sind? Die meisten Lehrer an der Fachschule stehen NICHT hinter der Schulfremdenprüfung und lassen jedes Jahr ganz bewusst durchfallen. Wir brauchen Erzieher und keine unfähigen Leher die gute Fachkräfte durchfallen lassen, weil Ihnen die Person nicht "gefällt" . Ich werde die Prüfung im nächsten Jahr Nochmal machen, aber an einer anderen Fachschule, sowie Regierungsbezirk.

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