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zwei U3 Kinder

Was Sie schon immer über Offene Arbeit wissen wollten...

Gerlinde Lill

04.11.2010 Kommentare (37)

Der folgende Artikel fasst drei Beiträge von Gerlinde Lill zur Offenen Arbeit aus den Heften 08/09/2010 und 10/2010 der Fachzeitschrifte Betrifft Kinder in einem Artikel zusammen. Damit erhalten frühpädagogische Fachkräfte und Einrichtungsleitungen einen exzellenten Einblick in die Möglichkeiten Offener Arbeit und viele Fragen werden beantwortet. Wir danken der Redaktion von Betrifft Kinder herzlich für die Überlassung dieser Beiträge.

Vorbemerkung

„Sagen Sie mir doch bitte mal in drei Sätzen, was Offene Arbeit ist“, werde ich gebeten.

Ich stutze, hebe an und merke: Das ist schwer, selbst für so eine alte Häsin im offenen Gelände, wie ich es bin. Zu groß ist die Vielfalt der Arbeitsweisen, zu sehr ist alles in Bewegung. Erst recht widerspricht es meiner Überzeugung, Prozesse auf eine kurze Formel zu bringen, die festschreibt: So ist es. Oder gar: So ist es richtig. Und dennoch: Es muss doch möglich sein, des Pudels Kern zu fassen.

Das Konzept der Offenen Arbeit boomt. Kaum jemals zuvor wurde ich so oft angefragt, Öffnungsprozesse in Kitas anzustoßen. Kaum jemals zuvor erfuhr ich so viel Widerstand und Zweifel. Beides hängt zusammen.

+

Öffnung beginnt im Kopf, beim Nachdenken über gewohnte Arbeitsweisen und ihre Wirkungen, über Veränderungsbedarf und Alternativen. Offene Arbeit ist kein Konzept, das man „implementieren“ kann, sondern ein Prozess aus Praxisreflexion und Praxiserprobung. Auf diesen Prozess wollen sich Praktikerinnen einlassen, weil er Kindern und Erwachsenen gut tut.

Offene Arbeit ist eine Basisbewegung. Davon lebt ihre Entwicklung. Doch in letzter Zeit kommen Öffnungsbestrebungen seltener von der Basis, dafür umso häufiger von Trägern, also von Vorgesetzten. Nicht immer ist klar, was damit bezweckt und unter Offener Arbeit verstanden wird. Die Folge: Wenn Offene Arbeit „verlangt“ wird, machen viele Kolleginnen dicht. 

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Wir vom NOA Berlin (1) werden gebeten, Erzieherinnen und Kitateams von Offener Arbeit zu überzeugen und „Haltungsänderungen“ herbeizuführen. Aber es ist nicht nur unmöglich, sondern auch anmaßend, Haltungen ändern zu wollen. Ich bin sicher: Beides kann weder in Vorträgen oder Fortbildungen noch mittels Büchern und Beiträgen gelingen. Einstellungen und Überzeugungen wachsen im (Berufs-)Leben, sind Resultate von Erfahrungen, von persönlicher Verarbeitung. Sie verändern sich nicht, weil plötzlich etwas anderes gilt, erwartet oder erzählt wird. Die Sicht auf Kinder, auf die Berufsrolle, auf Arbeitsweisen kann sich ebenso nur im Ausprobieren, im Erleben und durch neue Erfahrungen wandeln.

Was wir tun können: Kolleginnen ermutigen, sich auf diese neuen Erfahrungen einzulassen und sie gemeinsam zu reflektieren. 

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Wer Neues erproben will, braucht Mut. Unklarheit und Druck erschweren den Weg ins Offene, denn sie verstärken Unsicherheit und Angst. Folglich können zwei Faktoren dazu beitragen, sich auf unbekannte Wege und neue Erfahrungen einzulassen: Klarheit und Gelassenheit. Zu beidem möchte ich beitragen – auch mit der Serie, die in diesem Heft beginnt.

Drei Fragen hinter der offenen Tür

Die Fragen zur Offenen Arbeit, die mir bei vielen Veranstaltungen gestellt wurden, ähneln einander. Ich habe sie gebündelt und versuche, sie kurz und möglichst klar zu beantworten – natürlich ohne den Anspruch, allgemeingültige Wahrheiten zu verbreiten. Vielmehr handelt es sich um Positionen, die wir im NOA Berlin entwickelten, in zehn Jahren der Auseinandersetzung mit dem Kern und der Vielfalt offener Arbeitsweisen.

+

Fragen sind der Anfang. Antworten sind hilfreich, wenn sie neue Fragen aufwerfen.

Deshalb: Überprüfen Sie meine Antworten an Ihrer Praxis und Ihren Überzeugungen. Und wenn Sie neue Fragen haben – her damit!

Sie können sicher sein: Alles, was Sie immer schon über Offene Arbeit wissen wollten, aber nie zu fragen wagten – hier hat es einen Ort. Beginnend in diesem Heft, erscheint in Betrifft KINDER regelmäßig eine Frage-Antwort-Seite zur Offenen Arbeit.

Sichtbare und unsichtbare Seiten

Was ist Offene Arbeit?

Offene Arbeit ist mehr als ein pädagogisches Konzept und erst recht mehr als ein verändertes Raumkonzept. Es handelt sich um eine Grundeinstellung zum Zusammenleben – speziell in der Arbeit mit Kindern.

Offene Arbeit bedeutet vor allem: ins Offene denken, anderes als das Gewohnte für möglich halten, offen für neue Blickwinkel und Perspektiven sein, für Umdenken und Umhandeln.

Umstrukturierungen – Raum, Zeit, Zuordnungen, Planung, Organisation und weitere Bereiche betreffend – sind Folgen veränderter Ziele und werden daran gemessen. 

Im Kern geht es um eine veränderte Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen. Es geht darum, das Machtverhältnis zu reflektieren und neu zu justieren. Es geht darum, den Spuren der Kinder zu folgen und nicht gegen ihre Impulse, sondern mit ihnen zu arbeiten. Es geht darum, den Kindern einen Ort der Lebensfreude und des Abenteuers zu bieten, an dem sie Futter für ihre Neugier finden, Gelegenheiten bekommen, ihren Mut zu erproben, und auf Erwachsene treffen, die Zeit für sie haben. Es geht ebenso um soziale Verantwortung – als Teil persönlicher Freiheit.

Offene Arbeit bedeutet, eine Lobby für Kinder zu bilden, sich einzusetzen gegen Willkür und Machtmissbrauch, für die Stärkung und Sicherung der Rechte von Kindern.

Fälschlicherweise wird Offene Arbeit in der Kindertagesstätte auf strukturelle Merkmale wie Schwerpunkträume und gruppenübergreifende Kooperation reduziert. Dabei entstandene Begriffe wie „halboffen“, „teiloffen“ oder „gruppenoffen“ stiften Verwirrung. Wenn es um das Aufbrechen eingefahrener Muster und die Bereitschaft zur Reflexion und Veränderung geht, sind Vorsilben wie halb- oder teil- fehl am Platze.

Welchen Zielen und Leitgedanken folgt die Offene Arbeit?

 Zentrales Ziel von Öffnungsprozessen ist es, das Streben der Kinder nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung zu unterstützen, ihnen alle denkbaren Chancen einzuräumen, sich in der Gemeinschaft wohl zu fühlen, sich nützlich zu machen und wirksam zu sein.

Doch Öffnungsprozesse zielen nicht allein auf die Emanzipation der Kinder, sondern auch auf die der Erwachsenen. Das Wort Emanzipation scheint etwas aus der Mode gekommen zu sein. Erinnern wir uns deshalb, was es bedeutet: So selbstbestimmt wie möglich leben, für sich und die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen.

Ziel von Öffnungsprozessen in der Kita ist folglich, Erfahrungsräume zu schaffen, in denen geübt werden und zunehmend gelingen kann, Handlungsspielräume auszudehnen und sie in Abstimmung mit anderen Menschen verantwortlich zu nutzen.  

Wie entstand Offene Arbeit in der Kita?

Offene Arbeit ist ein Konzept, das

 

  • aus der Praxis heraus entwickelt wurde und weiterentwickelt wird;
  • die Kita für alle Kinder öffnet. Niemand wird ausgegrenzt, alle gehören dazu – daher der Name „Offene Arbeit“;
  • auf die Unterschiedlichkeit von Kindern und Familien mit differenzierter Arbeit reagiert;
  • die Handlungsspielräume von Kindern erweitert und ihre Selbstbestimmungsrechte gegenüber Erwachsenen sichert;
  • die Kooperation und gemeinsame Nutzung aller Ressourcen – Raum, Zeit, Personal – und damit die Erfahrungs-, Handlungs- und Entscheidungsspielräume von Kindern und Erwachsenen ausweitet.

 Wie sind Inhalt und Grenzen der Offenen Arbeit zu kennzeichnen?

Offene Arbeit hat zwei Seiten. Die sichtbare, auf die sie zumeist reduziert wird – räumliche und organisatorische Öffnung, Flexibilisierung von Strukturen –, und die unsichtbare, die den Kern der Sache ausmacht: Reflexion von Denk- und Handlungsmustern, Wandel des pädagogischen Rollenverständnisses, vom Erleben der Kinder her denken, offen für ihr Fühlen und Denken sein, für das, was sie tun, erforschen, erzählen oder zeigen wollen.

Das bedeutet: Der zentrale Inhalt Offener Arbeit ist die Sensibilisierung der Wahrnehmung, die konsequente Achtsamkeit. Und: Veränderungsbedarf aufspüren, Neues erproben, den Kindern und sich selbst neue Erfahrungen ermöglichen.

Versteht man Offenheit so, gibt es keine Grenzen.

Ist Offene Arbeit unter allen Umständen möglich?

Ja.

Öffnung ist unabhängig von der Größe des Hauses oder dem Alter der Kinder. Offene Arbeit ist immer und überall möglich. Einzige Bedingung: Die Erwachsenen müssen es wollen und wagen – sei es als Abteilungs- oder als Hausteam.

Gerade diese Bedingung ist häufig am schwersten zu erfüllen, denn:

Gemeinsam heißt, das Team macht sich auf den Weg, alle ziehen am gleichen Strang.

Wollen heißt: aus eigenem Entschluss handeln, weil jede Kollegin das Neue ausprobieren will.

Wagen heißt, mutig zu neuen Ufern aufzubrechen. Das bringt immer Überraschungen mit sich. Niemand kann vorhersagen, was passiert.  

Was sind Grundvoraussetzungen für Öffnungsprozesse?

Wichtig ist die Klarheit der Orientierung: Wohin soll die Reise gehen?

Diese Reise muss man antreten wollen, sich mindestens auf eine Probefahrt einlassen und sich im Team auf kleine Schritte der Veränderung einigen.

Zweifel, Skepsis, Ängste zu verdrängen oder gar zu bekämpfen, das bringt nichts. Dadurch verschwinden sie nicht. Besser ist, sie ernst zu nehmen und zu bearbeiten. Das bedeutet, die Mitarbeiterinnen und die Sache ernst zu nehmen, denn: Ängste weisen auf Punkte hin, die man beachten und im Auge behalten sollte.

Dennoch: Endlose Debatten erschöpfen nur. Besser ist: ausprobieren und so neue Erfahrungschancen eröffnen.

Irrungen und Verwirrungen

Geht es um Offene Arbeit, werden viele Vorbehalte laut. Die meisten beruhen auf Irrtümern.

So wird „offen“ fälschlicherweise mit offenen Türen gleichgesetzt statt mit dem historischen Kern des Wortes: offen für alle Kinder.

Verbreitet ist auch die Vorstellung und Befürchtung: Offen bedeutet, alle machen, was sie wollen. Es gibt keine Grenzen. Die Kinder rennen den ganzen Tag durchs Haus, die Erzieherinnen sind am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Sowohl in der Praxis als auch in Fortbildungen wird Offene Arbeit häufig auf strukturelle Merkmale reduziert, die aus unserer Sicht gerade nicht das Wichtigste sind. Ganz vorn rangieren die sogenannten Funktionsräume, gefolgt von Angebotsplanung in Kombination mit Fachfrauen und Morgenkreisen (2). Glauben Sie mir: Offene Arbeit ist anders.

Heißt Offene Arbeit, alle Türen zu öffnen?

Nein. Qualitätsvolle Offene Arbeit findet zeitweise hinter geschlossenen Türen statt, damit Kinder allein, miteinander oder mit Erwachsenen ungestört agieren können. Eine Tür hinter sich zu schließen, Ruhe zu haben, allein zu sein, das ist ein wichtiges Bedürfnis, dem die Offene Arbeit Raum gibt.

Türen zu öffnen bedeutet, die Beschränkung der Kinder auf bestimmte Räume aufzuheben.

Alle verfügbaren Räume werden als Ganzes gedacht, differenziert gestaltet und genutzt. Den Kindern eröffnet sich damit ein umfangreicheres und vielfältigeres Spielfeld, was wiederum ihre Erfahrungs-, Handlungs- und Entscheidungsspielräume erweitert. Sie können sich je nach Bedürfnis und Interesse dorthin begeben, wo sie das tun können, was für sie gerade von Bedeutung ist. Ohne einander zu stören oder zu behindern. 

Können Kinder immer machen, was sie wollen?

Nein. Die Entscheidungsfreiräume der Kinder zu erweitern bedeutet nicht, Kindern alle Entscheidungen zu überlassen. Einen Teil der erwachsenen Macht und Dominanz abzugeben, bedeutet nicht, die Verantwortung abzugeben. Die Erwachsenen setzen weiterhin den Rahmen, in dem Kinder sich bewegen. „Bis hierher und nicht weiter“ – das gilt im direkten und im übertragenen Sinne.

Wenn die Erzieherinnen etwas für richtig und wichtig halten, wenn sie wollen, dass Kinder dieses tun und jenes lassen, müssen sie das klar und deutlich sagen, dazu stehen, es vertreten und begründen – gegenüber Kindern, Eltern, Kolleginnen, der Öffentlichkeit. Sie offenbaren damit ihre pädagogischen Positionen, ihr Rollenverständnis, ihr Verständnis von Professionalität.

Auseinandersetzungen im Team über Gebote und Verbote, über Regeln des Hauses und Rechte von Kindern sind ein wesentlicher Teil von Öffnungsprozessen. Sie schaffen Klarheit – auch darüber, dass die Kolleginnen nicht machen können, was sie wollen –, vertiefen das gemeinsame Verständnis und verbessern die Zusammenarbeit.

Müssen wir bei Öffnung alle Kinder im Auge behalten? Wie können wir das schaffen?

Hier liegt eine der Ursachen für Ängste vor Öffnung. „Mit 50 Kindern kann ich mir das vorstellen. Aber mit 150…“ Auch 50 Kinder kann kein Mensch im Auge behalten, und ich bezweifle, dass es mit 25 geht.

In der Offenen Arbeit stellt sich diese Aufgabe nicht oder besser: anders. Bei Öffnungsprozessen geht es nicht um eine Vergrößerung der Anzahl von Kindern, die eine Erzieherin im Blick haben soll. Vielmehr verlagert sich die Verantwortung von der einzelnen Erzieherin auf mehrere Kolleginnen oder das ganze Team.

Kernpunkt im Öffnungsprozess ist daher die Kommunikation und Kooperation im Team. Es gibt Zuständigkeiten für bestimmte Kinder und ihre Eltern – zum Beispiel für Gespräche.

Es gibt Verabredungen darüber, wer sich wann wo aufhält – drinnen und draußen. Und es gibt die Verantwortung für alle Kinder, die sich jeweils im eigenen Blickfeld aufhalten.

Das ist übrigens auch sonst der Fall: Keine Erzieherin kann sich damit entschuldigen, dass ein Kind nicht zu ihrer Gruppe gehört, wenn sie daneben stand, als ihm etwas passierte. Offene Arbeit hilft, diesen Zustand zu verdeutlichen und Gegenmaßnahmen abzusprechen. 

Die größte Herausforderung liegt darin, Vertrauen aufzubauen – sowohl in die Kompetenz und Verantwortlichkeit der Kinder als auch in die der Kolleginnen. Dieses Vertrauen kann man nicht voraussetzen, es muss wachsen. Aber wachsen kann es nur, wenn neue Erfahrungen ermöglicht werden, die alte Erfahrungen und Annahmen ersetzen. Das wiederum verweist darauf, Kindern Spielraum für eigene Entscheidungen zu geben, für Wanderbewegungen, Wechsel und freie Wahl – zum Beispiel zwischen drinnen und draußen. Wenn Kinder erweiterte Aktionsmöglichkeiten erhalten, können sie neue Kompetenzen entwickeln und den Erwachsenen zeigen, wozu sie fähig sind.

Sind Funktionsräume das Wichtigste? Soll Öffnung damit beginnen?

Funktionsräume sind weder das Wichtigste noch das Erste, das geschaffen werden muss, wenn Öffnungsprozesse initiiert werden sollen. Schon der Begriff ist problematisch, denn er deutet auf die Funktion von Dingen, nicht auf die Aktionen und das Erleben der Kinder. Darauf aber kommt es an. Und das erfordert ein anderes Vorgehen als das übliche: Funktionsräume von Erwachsenen vorgedacht, vorbestimmt und festgelegt – wie vorher die Gruppenräume.

Sinnvoll ist, das Augenmerk zuallererst darauf zu richten, was die Kinder am liebsten tun und wo sie sich aufhalten, wenn man sie lässt. Denn damit zeigen sie uns, was sie brauchen. Daraus folgt, was räumlich zu bieten und zu verändern ist, welche Verbote und Verhaltensmuster zu überdenken sind.  

Einige Beispiele: Wenn Kinder gern hoch klettern und weit springen, dann müssen Bedingungen geschaffen werden, damit sie dies jederzeit und ausführlich tun können. Wenn Kinder ständig rennen wollen, ist es an der Zeit, Rennverbote zu überdenken und Flure als Rennstrecken freizugeben. Wenn Kinder sich gern verkriechen und verstecken, sind Nischen und Höhlen wichtig, in denen sie ungestört und unbeobachtet sind. Wenn die Kinder jede Gelegenheit nutzen, um mit Wasser zu spielen, dann wird es Zeit, Waschräume in Wasserspielplätze zu verwandeln.

In diesen Veränderungen stecken Möglichkeiten, die als Start ins Offene geeignet sind. Sie öffnen den Kindern neue Spielräume und den Erwachsenen ungewohnte Erfahrungsräume. Im Vorfeld und beim Erproben ergibt sich reichlich Diskussionsbedarf, und durch Reflektieren, Ausprobieren und erneut Reflektieren wandeln sich die Sichtweisen. Wetten?

Nachtrag

Bei der Antwort auf die Frage, wie Offene Arbeit in der Kita entstand, folgte ich in Heft 8-9/10 dem roten Faden: Eins ergibt sich aus dem anderen. Heißt die Maxime „offen für alle Kinder“, dann ist die pädagogische Konsequenz differenzierte Arbeit. Sollen Kinder mehr Entscheidungsspielräume erhalten, müssen Alternativen und Wahlmöglichkeiten erweitert werden. Beides erfordert die gemeinsame Nutzung aller Ressourcen, die ohne gute Kooperation im Team nicht funktioniert. Nun folgt die historische Dimension der Frage: Wie und wann entstanden diese konzeptionellen Grundgedanken?

Für alle, die damals nicht dabei waren, hier ein paar Stichwörter. Wer mag, kann Genaueres nachlesen, zum Beispiel bei Rosemarie Gruber und Brunhild Siegel: „Offene Arbeit in Kindergärten“, verlag das netz 2008. Oder in Gerhard Regels Buch „Plädoyer für eine offene Pädagogik der Achtsamkeit“, EB Verlag 2006.

Das offene Konzept entstand in einem gesellschaftlichen Klima des Aufbruchs. Hintergrund war der Widerstand gegen autoritär geprägte Strukturen der Kriegs- und Nachkriegszeit in der alten Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre. Das Motto „Mehr Demokratie wagen“, das Willy Brandt in seiner Regierungserklärung 1969 ausrief, galt auch für Bildungsinstitutionen. Das Denken öffnete sich, gewohnte Erziehungsvorstellungen wurden auf ihre Absichten und Wirkungen befragt, die Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern neu definiert, veränderte Arbeitsweisen in Kita und Schule erprobt.

Bis dahin dominierten Einteilungen nach Jahrgängen, räumliche Enge und ebenso enge Vorgaben der Erwachsenen. Das Normkind was Programm. Dies entsprach weder den Erkenntnissen über kindliche Entwicklungsbedürfnisse noch den sich wandelnden Bildungs- und Erziehungszielen. Zudem erforderte der Wandel der Lebenslagen von Kindern und Familien – Kleinfamilien, Einzelkinder, schwindende Spielräume im städtischen Raum –, die Ansprüche an institutionelle Erziehung, Bildung und Betreuung anzupassen. In dieser Gemengelage aus gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, politischen und pädagogischen Bewegungen gediehen unterschiedliche Veränderungsideen, die einander befruchteten.

In den 1980er Jahren schließlich boomten und konkurrierten neue und wiederentdeckte Konzepte. Inspirationsquellen waren – neben der Besinnung auf Reformpädagogen wie Pestalozzi, Fröbel, Montessori oder Freinet – unter anderem:

 

  • der Situationsansatz: Entwickelt in Projekten des Deutschen Jugendinstituts und in Erprobungsprogrammen erforscht, rückte er die Lebenssituation von Kindern und Familien in den Mittelpunkt. Die Bedürfnisse und Interessen der Kinder wurden zum Ausgangspunkt pädagogischer Planung, Öffnung nach innen und außen zur Maxime.
  • Integration: Weg von der Normierung, von der Normalität der Ausgrenzung und hin zu einem Verständnis von Zusammenleben, das Unterschiede als normal ansieht und in dem alle dazugehören. Italien und Finnland zeigten, dass und wie es geht. Eine Pädagogik der Vielfalt erforderte den Umbau gewohnter Strukturen, die Öffnung der Köpfe und Arbeitsweisen. Integrationsschulen erprobten offene Formen des Unterrichts, verzichteten auf frontale Belehrung und setzten auf Binnendifferenzierung und Projektarbeit. Ähnliches geschah in Kitas.
  • Reggio Emilia: Die norditalienische Gemeinde wurde zum Mekka reformwilliger Pädagogen. Wahrnehmung mit allen Sinnen, Kreativität und Gestaltungskraft von Kindern, ästhetisch anregende Räume, Zusammenarbeit von Künstlern und Pädagogen, Einbindung von Familien und sozialem Umfeld… Schon damals bezogen sich die Reggianer auf Erkenntnisse der Hirnforschung und waren die ersten, die zeigten, was Dokumentation der Aktionen und Gedanken der Kinder bedeuten kann. Malaguzzis „Hundert Sprachen der Kinder“ wurde zu einem geflügelten Wort und inspirierte die Erwachsenen zum Perspektivenwechsel und Wahrnehmungstraining.
  • Psychomotorik: Mit diesem Stichwort verbinden sich Erkenntnisse über die Bedeutung der Bewegung für die kindliche Entwicklung und über die negativen Folgen der „Sitzpädagogik“. Filme wie „Das Schwinden der Sinne“ rüttelten Eltern und Pädagogen auf. Wie entscheidend Bewegungsanreize und -freiräume sind wurde offensichtlich. Der Film „Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen“ aus einer der ersten Kitas mit offenem Konzept zeigte die Realisierungschancen. 

 

Allen damaligen Konzeptentwürfen war das Anliegen gemeinsam, sich in der pädagogischen Arbeit an dem zu orientieren, was für Kinder bedeutsam ist, welche Ansprüche sie in ihrem Verhalten zeigen und was sie von Natur aus mitbringen. Allen gemeinsam war die Absicht, Kinder in ihrem Tun und Wollen ernst zu nehmen und ihnen mehr Selbstbestimmungs- und Beteiligungsrechte einzuräumen. Allen gemeinsam war, dass gewohnte Arbeitsweisen und das bisherige Rollenverständnis reflektiert und eigene Weiterentwicklung angestrebt werden. Das Besondere am Konzept der Offenen Arbeit lag in der konsequenten Umsetzung veränderter Ansprüche in veränderte räumliche und organisatorische Strukturen:

 

  • Platz und Bewegungsfreiraum entstanden, als man Gruppenräume von Tischen und Stühlen befreite und neue Formen der Essensorganisation einführte: Restaurants;
  • Bewegungsräume boten zusätzlichen Raum für ausladende Bewegung und wurden durch die Veränderung des Gruppen- und Gruppenraumkonzepts möglich;
  • gemeinsame Nutzung aller Ressourcen – Innen- und Außenräume, Material, Zeit, Personal – war die konzeptionelle Konsequenz, vervielfachte die Aktionsmöglichkeiten der Kinder und setze die Bereitschaft zum Loslassen voraus. An die Stelle von „meine Gruppe, mein Raum, meine Topfpflanzen…“ traten die
  • gemeinsame Verantwortung für alle Kinder;
  • die Differenzierung von Räumen – Ateliers, Werkstätten, Baubereiche, Schreibbüros, Theaterräume, Traumräume – und speziellen Angeboten;
  • die Zuständigkeiten der Erwachsenen für Räume und die Konzentration auf Themenkomplexe oder Wissensbereiche. Eigene Interessen begünstigten die Tendenz zur Spezialisierung;
  • die Flexibilisierung der Organisation (Zeiten und Stationen im Tagesablauf) ergab sich aus der Orientierung an den unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse von Kindern und Familien;
  • Kinderkonferenzen und Gesprächskreise sicherten Transparenz und die Beteiligung der Kinder. Sie boten Orientierungspunkte im Tagesablauf.

Erprobung und Reflexion wurden zum Motor der Entwicklung, Veränderung zum Dauerprogramm in der Offenen Arbeit. Handlungsforschung wurde zum zentralen Stichwort.

Offene Prozesse waren und sind das Herz der Offenen Arbeit: Weder Wege noch Ergebnisse sind vorgegeben. Gerade deswegen ist es so wichtig, Leitgedanken, Anliegen und Absichten klar zu definieren.

In der langen Geschichte des Offenen Konzepts entstanden in verschiedenen Regionen und Arbeitskreisen unterschiedliche Akzentuierungen. Sie machen wechselseitige Besuche und Fachgespräche fruchtbar und tragen zur Weiterentwicklung der Offenen Arbeit bei, die – angesichts der gegenwärtigen Entwicklung – noch nie so wertvoll war wie heute.

Anmerkungen

(1) Das Netzwerk Offene Arbeit (NOA Berlin) besteht seit März 2001. Es wurde von Berliner Pädagoginnen gegründet – darunter Gerlinde Lill und Christa Möllers als Initiatorinnen – mit dem Ziel, Erfahrungen mit offenen Arbeitsweisen gemeinsam zu reflektieren, das Konzept weiterzuentwickeln und in der Öffentlichkeit dafür einzutreten. Mittlerweile gehören 28 Kolleginnen dem Netzwerk an, die 24 Berliner und Brandenburger Kitas unterschiedlicher Trägerschaft vertreten.

(2) Siehe auch: Lill, G.: Neue Muster in der Offenen Arbeit. Der Morgenkreis. 7/09; Die Angebotspädagogik. 9/09; Regelwerke. 1-2/10; Das Fachfrauenprinzip. 6-7/10 

 

 

 

 

Ihre Meinung ist gefragt!

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Kommentare (37)

  • Anne Kirchhoff:
    07.01.2011 um 19:41 Uhr

    Dazu möchte ich nur sagen, dass ich mich sehr auf eine Fortbildung bei Frau Lill im März freue! Denn obwohl wir von Anfang an offen gearbeitet haben, und ich die „geschlossene“ Arbeit nicht kenne, haben auch wir noch viel zu lernen und darauf freue ich mich sehr!

    Antworten

  • Reisinger Annette:
    13.02.2011 um 22:06 Uhr

    Hallo, ich bin großer Fan von Frau Lill und wir arbeiten auch offen in der Krippe. Wo gibt Frau Lill Fortbildungen? Wer kann mir helfen? Danke für Eure Mühen! Annette

    Antworten

  • Oxana:
    04.03.2011 um 15:10 Uhr

    Ich möchte nur DANKE SCHÖN Frau Lill für die ausführliche Information über Kern der „Offenen Arbeit“ sagen! Das hat mir sehr geholfen meine Vorstellungen über den Konzept zu defenieren und auch „richtig“ verstehen. Das ermutigte mich auch sich selbst in neuen Arbeitsweise ausprobieren lassen!!!

    Antworten

  • Uschi:
    10.01.2012 um 11:24 Uhr

    Vielen Dank für den informativen Bericht! Ich bin eine Kindergatenmama und einfach verzweifelt. Denn auch in unserem Kindergarten „herrscht“ das Offene Konzept. Leider jedoch genau so wie es in Ihren Beschreibungen nicht sein soll. Mein Sohn funktioniert nun nicht in diesem System. Er ist drei Jahre und 5 Monate alt und geht seit 7 Monaten in den Kiga. Es wird zwar nicht offen ausgesprochen aber sie haben dort keine Lust sich intensiver mit den Kindern zu beschäftigen. Ich bin von diesem Konzept enttäuscht, nicht weil ich glaube das es nicht funktionieren könnte sondern weil sich die Erzieherinnen darauf ausruhen und die Kinder nicht so unterstützen wie es das Konzept vorsieht. Als kleines Beispiel: bringt mein Sohn etwas gebasteltes vom Kiga mit nach Hause so ist es in 95 % aller Fälle nicht vo ihm sondern von einer Erzieherin gemacht - er durfte vielleicht daneben sitzen aber hat keinerlei Hand angelegt, so etwas finde ich traurig und entspricht nicht der Förderung kindlicher Kreativität. Und das obwohl mein Sohn am allerliebsten schnippselt, klebt, malt und bastelt. Jetzt soll mein Sohn in Therapien, und externe Spielgruppen gehen und das obwohl der Kindergarten mit 28 Kindern 2 Vollzeitkräften, 3 Halbtagskräften und einer Ganztagspraktikantin (Öffnungszeit von 7.30 bis 04.30 Uhr) persolnell sehr gut besetzt ist um sich für manche Kinder nur ab und an etwas mehr Zeit zu nehmen. Das ist als Mutter sehr frustrierend!

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    10.01.2012 um 17:43 Uhr

    Liebe Uschi, wenn das Personal sich so verhält, wie Sie es beschreiben, dann ist das wirklich übel. Schlimm, dass Ihr Sohn vom Selbermachen abgehalten wird. Noch schlimmer, dass er jetzt in eine Therapie soll. Denn wenn der Fehler beim Personal liegt, dann sollte nicht das Kind sich verändern. Haben Sie sich mal mit anderen Müttern/Eltern unterhalten, wie die die Arbeit der Fachkräfte einschätzen? Wenn dort auch viel Kritik ist, könnten Sie an die Leitung oder sogar an den Träger der Kita herantreten. Vielleicht sollten Sie auch einen anderen Kindergarten suchen, in dem die Kreativität Ihres Sohnes gefördert wird. Alles Gute für Sie und Ihre Familie Hilde von Balluseck

    Antworten

  • TJ:
    02.03.2012 um 13:18 Uhr

    Hallo, ich bin Erzieher in einem Hort. Wir haben auch begonnen die offene Arbeit umzusetzen. Unser Problem besteht noch in der Frage wie wir und wann wir die Kinder beobachten. Gibt es vielleicht ein System welches sich bewährt hat?

    Antworten

  • Margret:
    08.03.2012 um 19:05 Uhr

    Meine Meinung ist, dass Kinder in der Grundschule sehr schnell das tun müssen, was von ihnen erwartet wird. In offenen Gruppen lernt ein Kind jedoch nur, sich nicht auf Anforderungen von außen stellen zu können

    Antworten

  • Heike Kish:
    10.03.2012 um 14:34 Uhr

    Ich arbeite zur Zeit in einer Kita, die geschlossen arbeitet. Mein Chef möchte gerne die offene Arbeit dort einführen, aber die meisten KollegInnen sind eher skeptisch. Ihre Befürchtungen sind: 0.Kinder gehen verloren 2. Die Räumlichkeiten eignen sich nicht für offene Arbeit, da sie durch Flure mit Türen getrennt sind 3. Da wir Kinder unter 3 betreuen passt offene Arbeit nicht Nun soll ich ab Sommer in eine andere Gruppe wechseln und dort mit 2 KollegInnen 22 Kinder in der offenen Arbeit betreuen, in 2 Räumen. Wie kann ich mit meinen KollegInnen die offene Arbeit einführen? Ist es besser die offene Arbeit in einem Bereich im Haus zu machen oder soll das ganze Haus beteiligt werden? In wie weit machen wir schon offene Arbeit? Wie kann ich meinen KollegInnen Unsicherheiten nehmen? Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen. Kann ich an NOA Berlin mitarbeiten? Mit freundlichen Grüßen

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    10.03.2012 um 15:37 Uhr

    Hallo, bitte wenden Sie sich an eine der beteiligten Ansprechpartnerinnen, unter http://www.noa-berlin.de/Kitas.html Mit freundlichen Grüßen Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Nili:
    06.09.2012 um 17:12 Uhr

    wann ist es sinnvoll,das Kind gruppenübergreifend erleben zu lassen? Wann ist es sinnvoll eine zweite Erzieherin Kinderpflegerin dazu zu holen ? Danke

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    07.09.2012 um 17:16 Uhr

    Hallo, zur ersten Frage: Das hängt vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes ab. Zur zweiten Frage: In vielen Bundesländern werden Kinderpflegerinnen nur dann in der Kita beschäftigt, wenn sie parallel eine Ausbildung zur Erzieherin machen. Sie müssten sich in Ihrem Bundesland erkundigen, ob und unter welchen Umständen Kinderpflegerinnen beschäftigt werden. Mit freundlichen Grüßen Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Sabrina:
    09.09.2012 um 17:15 Uhr

    Hallo, erstmal möchte ich ein lob aussprechen für die tolle beschreibung und erklärung des offenen Kindergartens, es spaß gemacht diese zu lesen. Ich mache derzeit meine Ausbildung zur Erziherin und bearbeite diese Thema. Ich hätte da dembezüglich noch eine Frage und zwar, wie sieht es im offenen Kindergarten mit der Erziehungspartnerschaft mit Eltern aus? Welche Rolle spielt die Elternarbeit bei einem offenen Konzept Vielen Dank schon mal im vorraus Mit Freundlichen Grüßen: Sabrina

    Antworten

  • Silke:
    14.09.2012 um 16:20 Uhr

    Ich bin Leiterin einer Kindertageseinrichtung und wir haben uns auf den Weg der offenen Arbeit begeben. Zu unserer Einrichtung gehören 2 Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Bisher ist mir in unserer Umgebung keine Einrichtung bekannt die eine Krippengruppe in die offene Arbeit integriert. Meine Meinung ist allerdings: wir sind eine Einrichtung und es sollen auch alle an der offenen Arbeit teilhaben können. Daher ist meine Frage: Gibt es Erfahrungen mit Krippen in der offenen Arbeit und wie kann ich die Krippe an der offenen Arbeit teilhaben lassen? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Mit freundlichen Grüßen P.S.: Vielen Dank für den tollen Bericht.

    Antworten

  • Gudrun Ewald:
    22.01.2013 um 14:23 Uhr

    Hallo, ich bin Leiterin einer Horteinrichtung. 04 Pädagogen begleiten 260 Kinder im Alter der Klassen 0-4 .Ich bin der Meinung, dass unsere Kinder in dem Alter ein Anrecht auf die offene Arbeit haben. Ich denke auch nicht, dass die Kinder das Problem sind, sondern das ein Unwissen dieser Form bei den Pädagogen zu verzeichnen ist.Wagen und Wollen treten in den Hintergrund, da die Arbeitsweise immer so war und es den Kindern gut tat.Dennoch möchte ich schrittweise diese Form den Kollegen nahe bringen.Können Sie mir mit Rat und Tat helfen?

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    22.01.2013 um 18:51 Uhr

    Hallo Frau Ewald, ich kann Ihr Anliegen gut verstehen. Aber www.ErzieherIn.de ist ein Informationsportal - wir können keine Weiterbildung ersetzen. Sie könnten sich bei Weiterbildungsträgern - vielleicht auch Ihres Trägers? - erkundigen, ob für die Offene Arbeit zumindest Fachtage, vielleicht auch Veranstaltungen angeboten werden. Von dort müsste dann auch die entsprechende Begleitung erfolgen. Alles Gute und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Michaela:
    24.01.2013 um 13:00 Uhr

    Hallo, gestern hatten wir nach langem Warten (seit 09.02 - offenes Konzept) einen Elternabend über dieses Thema. Bislang hat sich sehr viel Unmut über diese neue Konzept in unserem Kiga angestaut - was mitunter an der fehlenden Info und Kommunikation liegt und aber auch an der Umsetzung. Wie kann das sein, dass die Erzieherin die Kinder alleine in der Turnhalle u. in der großen Aula spielen lassen. Keine Aufsicht hier und in den einzelnen, nicht abgeschlossen, Spielecken (Puppenhaus, Schulanfängerecke, Verkleiden/Puppen, Fahrzeuge - Aula ). Die Kiga-Kinder und Krippenkinder „irren“ umher. Zudem sollen die Kinder alleine in den Garten gehen, auch die Krippenkinder (bislang sind auch noch keine Spielgeräte für Krippenkinder vorhanden). Die Erzieherin beobachten dann die Kinder aus den großen Fenstern. Besteht denn hier keine Aufsichtspflicht? Unfallgefahr, Förderung, Hilfe oder auch die Gefahr, dass sie Fremde ansprechen können... Jetzt kommt bei uns dazu, dass mein Kind ein Inklusionskind ist. Ich habe verständlicherweise Angst, dass sie auf ihre Bedürfnisse gar nicht mehr eingegangen wird. Zudem muss auch immer ein Auge auf sie geworfen werden, sie ist motorisch eingeschränkt und benötigt Hilfe z.B. beim Besteigen von Spielgeräten innen wie außen, auch vor übermütigem Tollen muss sie „geschützt“ werden (erhöhte Sturzgefahr). Wie verhält sich das offene Konzept mit Krippenkinder/Inklusionskinder? Vielen Dank im Voraus.

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    24.01.2013 um 16:49 Uhr

    Liebe Michaela, was Sie beschreiben, ist nicht offene Arbeit, sondern eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Außerdem muss gerade bei Krippenkindern immer eine Fachkraft greifbar sein. Das Tollen in der Turnhalle ohne Anwesenheit einer Erzieherin ist ein Unding. Machen Sie mit den anderen Eltern Druck, dass sich etwas ändert! Alles Gute und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Daniela Yamamoto:
    01.03.2013 um 14:42 Uhr

    Guten Tag, Ich arbeite im Bereich interkulturelle Trainings, beschaeftige mich jedoch privat mit interkultureller Paedagogik. Im Moment arbeite ich an einem Projekt, dass unsere (meine und die meiner beiden Kinder) Erfahrungen in Kindergaerten in Deutschland, Italien und Japan widerspiegeln und den Kindern und Erziehern in den jeweiligen Kindergaerten einen Einblick in andere Erlebniswelten ermoeglichen soll. Der deutsche Kindergarten arbeitete mit dem Offnen Konzept. Darueber gibt es im deutschsprachigen Raum inzwischen viel Literatur, aber gibt es auch englischsprachige Werke, die sich damit auseinandersetzen. Ich wuerde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen koennten. Vielen herzlichen Dank.

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    04.03.2013 um 08:17 Uhr

    Hallo Frau Yamamoto, tut mir leid - da muss ich passen. Vielleicht gibt es eine/n andere/n Leser/in, der/die Ihnen antwortet. Ansonsten würde ich im Netz suchen - da finden Sie bestimmt etwas. Viel ERfolg und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Silke Mai:
    02.10.2013 um 19:30 Uhr

    Hallo Frau von Balluseck, vielen Dank für ihren tollen Bericht über die offene Arbeit. Ich arbeite in einer Einrichtung, in der sich das Team und die Eltern für dieses Konzept entschieden und in einem langjährigen Prozess immer wieder überdacht und neu gestaltet haben. Was mir ein bisschen gefehlt hat, ist die Umsetzung der Bildungsleitlinien im offenen Konzept. Ich denke, dass die verschiedenen Bildungsbereiche im offenen Konzept nur dann umgesetzt werden können, wenn es Mitarbeiter gibt, die sich für einen Bereich spezialisieren und für ihn „brennen“. Leider ist der Fachkräftemangel gerade hier deutlich spürbar. Bei uns hat sich der naturwissenschaftliche Bereich jahrelang als „Stiefkind“ dahingeschleppt und wurde nur „mal so mit“ gemacht. Jetzt haben wir eine Kollegin die für diesen Bereich lebt und die Kinder dafür begeistern konnte.Wie gehe ich als Leitung damit um, wenn ich für einen Bildungsbereich keine Kollegin finden kann? Gibt es Ideen dazu? Denken sie, dass die Leitlinien überhaupt umsetzbar sind? Liebe Grüße Silke Mai

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    02.10.2013 um 19:36 Uhr

    Liebe Frau Mai, ich bin selbst keine Expertin für die Offene Arbeit und kann Ihnen nur empfehlen, die Veröffentlichungen von Gerlinde Lill oder andere Berichte im Netz zu lesen. Alles Gute und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Sascha:
    05.10.2013 um 21:16 Uhr

    Hallo. Ich arbeite in einer Kita die neu eröffnet wurde und nach dem offenen System arbeiten möchte. Meine Frage lautet welche Ansätze gibt es U3 Kinder bzw, U2 Kinder in das offene System zu integrieren. Ich habe diesbzüglich keine Literatur gefunden die Anreize bietet. Es gibt zwar viele Einrichtungen in der Umgebung die offen arbeiten aber bei denen die Krippenkinder nur teilintegriert sind. Wir haben uns zum Ziel gesetzt die 2 jährigen zu 000% in das offene System zu integrieren. Das Thema einjährige im offenen System scheint soweit ich das beurteilen kann noch gar kein Thema zu sein. ( was wohl daran liegt, dass einjährige erst seit kurzem in kitas aufgenommen werden). Über eine Antwort würde ich mich freuen. Gruß Sascha

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    07.10.2013 um 16:19 Uhr

    Hallo Sascha, leider bin ich keine Expertin in dieser Frage, daher muss ich Sie auf Literatur verweisen. Mein Eindruck ist allerdings, dass man mit der Offenen Arbeit bei Kleinkindern sehr vorsichtig sein muss, weil sie ja Bindungen brauchen. Vielleicht gibt es deshalb auch so wenig Literatur. Alles Gute und freundliche Grüße Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Claudia Ra:
    12.11.2014 um 11:31 Uhr

    Ich bin seit kurzem in einer Einrichtung eingesetzt die offen arbeitet, allerdings habe ich zu vor nicht so gearbeitet und mir erschließt sich nicht ganz ob offene Arbeit bedeutet das KInder immer generall alles ausprobieren dürfen und keine Anleitungen mehr erhalten. Liebe Grüße Claudia Ra

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    12.11.2014 um 12:07 Uhr

    Liebe Frau Ra, da wird es ja höchste Zeit, dass Ihre Gruppen- oder Einrichtungsleitung Ihnen sagt, wie die Kita die offene Arbeit umsetzt! Wenn Sie Lill in der Suchfunktion von ErzieherIn.de (oben rechts) eingeben, finden Sie auch noch drei weitere Artikel zur offenen Arbeit von der gleichen Autorin. Mit freundlichen Grüßen Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Erika Dopf:
    05.12.2014 um 18:16 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben die Information in Ihrer Webseite gelesen und möchten gerne wissen, ob Sie auch Fortbildungen im Ausland machen könnten. Wir möchten nächstes Jahr in unserem Kindergarten die offene Arbeit im Kindergarten als ein Teil des Unterrichts einfügen und brauchen eine Fortbildung für unsere 20 Erzieherinnen. Frau Marion Bittrich, unsere Kindergartenleiterin, würde sich sehr freuen Eure Forbildungsangebote zu bekommen. Mit freundliche Grüßen aus Peru Erika Dopf Kindergartensekretärin Deutsch-Peruanische Schule “Alexander von Humboldt” Lima / Perú Av. Benavides 3080, Miraflores Tel.: 0050-0-607 9090 anexo 008 Fax: 0050-0-607 9099 mail: edopf@humboldt.edu.pe

    Antworten

  • Hilde von Balluseck:
    06.12.2014 um 09:13 Uhr

    Hallo Frau Dopf, ErzieherIn.de führt keine Weiterbildungen durch. Frau Lill können Sie unter gerlinde.lill@t-online.de anschreiben. Mit freundlichen Grüßen Hilde von Balluseck

    Antworten

  • Sibille meier:
    24.02.2016 um 06:38 Uhr

    Hallo, ist es bei der offenen Arbeit normal, dass die Kinder überall ohne Aufsicht im Hort spielen dürfen und dabei jeder Außenstehende ins Haus bzw. Auf den Hof unbemerkt kommt? Haften die Erzieher denn trotzdem falls was passiert?

    Antworten

  • Lisa Jares:
    24.02.2016 um 13:24 Uhr

    Guten Tag Frau Meier,
    das offene Konzept ist ein pädagogisch sehr anspruchsvolles Konzept, welches gute interne Strukturen benötigt. Die Kinder sind hier natürlich ebenso beaufsichtig wie in Einrichtungen die nach dem Gruppenkonzept arbeiten. Geschützte Räume in denen Kindern sich auch mal zurückziehen können sind in beiden Konzepten wesentlich.
    Mit besten Grüßen
    Lisa Jares

    Antworten

  • Lisa Frank:
    03.09.2016 um 13:56 Uhr

    Ich arbeite in einer Kita mit einem teiloffenen Konzept und habe eine Frage. Wie wirkt es sich auf angehende Schulkinder aus, wenn sie in der Kita gelernt haben, stets ausschließlich selbst zu entscheiden, wozu und auch wie lange sie Lust dazu haben an einem Angebot teilzunehmen und dieses System in der Schule dann plötzlich nicht mehr funktioniert.

    Antworten

  • Lisa Jares:
    17.09.2016 um 07:20 Uhr

    Guten Tag Frau Frank,
    insbesondere das Konzept der offenen Arbeit bereitet Kinder sehr gut auf die Anforderungen in der Schule vor. Das offene Konzept hier nochmals auszuführen, würde den Rahmen sprengen, daher können wir Ihnen Fachliteratur empfehlen; auf socialnet finden Sie z.B. eine Rezension zu dem Fachbuch "Offene Arbeit in der Kita": http://www.socialnet.de/rezensionen/20304.php
    Mit besten Grüßen
    L. Jares

    Antworten

  • Dominique:
    22.11.2016 um 20:15 Uhr

    Wie ist es bei der offenen Hort Arbeit mit der Aufsichtspflicht? Kann man Kinder auch unbeabsichtigt spielen lassen?

    Gibt es noch Weiterbildungen von Frau Lille?

    Antworten

  • Lisa Jares:
    22.11.2016 um 20:39 Uhr

    Hallo Dominique,
    natürlich muss die Aufsichtspflicht gewährt sein, was aber nicht heißt das Kinder nicht auch unbeaufsichtigt spielen dürfen. Ganz im Gegenteil, ist dies sogar wichtig für die Entwicklung.

    Bezgl. der Weiterbildungen liegen uns aktuell keine Informationen vor.

    Mit freundlichen Grüßen
    L. Jares

    Antworten

  • Anna Mehlich:
    14.01.2017 um 19:16 Uhr

    Unser Kindergarten führt seit Ende November 2016 das offene Konzept ein und die Eltern wurden bisher nicht informiert. Wie kann das sein. Seit acht Wochen unterliegen die Kinder permanent Veränderungen und ich als Mutter erfahre es zufällig,nebenbei. Keine Stellungnahme der Leitung. Kein Elternabend. Nichts. Mein Sohn ist drei. Wird nicht mehr zum Essen und Trinken animiert. Sucht sich jetzt Sitz - und Schlafplatz selber aus. Zukünftig muss er nicht mehr schlafen,wenn er nicht will. Darf nach dem Essen sofort aufstehen. Muss nicht mehr an die frische Luft,wenn er nicht möchte und wählt immer selbst aus,was er spielt. Keine Anregung zum Basteln mehr ect. Ist das offene Arbeit??? Und wieso darf man Eltern ausschließen?

    Antworten

  • Lisa Jares:
    15.01.2017 um 14:03 Uhr

    Guten Tag Frau Mehlich,
    in Ihren Worten hört man deutlich die Sorge um Ihr Kind heraus. Eltern sollten bei einer Änderung des pädagogischen Konzeptes natürlich immer intensiv mit einbezogen werden. Eine Konzeptänderung kann der Träger aber eigenständig beschließen. Insbesondere bei der Öffnung der Gruppenstrukturen ist es wichtig den Eltern die Sorgen zu nehmen. Hier haben Eltern häufig die Angst, dass ihr Kind nicht mehr genug gefördert wird oder nicht gesehen wird mit seinen Bedürfnissen, dabei ist genau das Gegenteil der Fall im offenen Konzept. Sie sollten sich unbedingt an den Elternrat und an die Pädagogischen Fachkräfte wenden, damit diese Ihnen ihre Ängste nehmen können.
    Mit freundlichen Grüßen
    Die Redaktion von ErzieherIn.de

    Antworten

  • U. Möller:
    10.11.2017 um 22:32 Uhr

    Die Zustände im Kindergarten unseres Ortes sind untragbar. Sie arbeiten nach einem Offenen Konzept, reden aber immer nur über die tollen Funktionsräume. Mit dem Artikel habe ich nun endlich verstanden, wie das Offene Arbeit eigentlich gemeint ist und warum es in diesem Kindergarten nicht funktioniert.

    Das Team (12 ErzieherInnen) ist zerstritten, hetzt sich auf, trinkt Kaffee und schnackt, statt für die Kinder da zu sein. Viele Kinder fühlen sich unwohl (zahlreiche Berichte liegen mir vor). Die meisten Eltern unternehmen nichts, aus Angst, dass ihr Kind einen Nachteil haben würde und mit dem Wissen, keinen anderen Betreuungsplatz zu finden.

    Der Elternbeirat erkennt das Problem nicht an, rät den verzweifelten Eltern, es nicht zu dramatisieren. Sie vertreten keineswegs die Anliegen der Eltern. Die Leitung ist ebenfalls unfähig, die Bürgermeisterin leider auch (Ihr wurden zahlreiche Berichte und Briefe von Eltern gegeben, Sprechstunden besucht etc. - Die Eltern werden nicht ernst genommen, nichts passiert).

    Welche ist die nächste Instanz, was kann man machen?

    Ich wohne in diesem Ort. Obwohl ich mein Kind niemals in diesen Kiga gehen lassen werde, möchte ich erwirken, dass die Kinder und ihre Familien sich in ihrem Kindergarten wohl fühlen.

    Ich nehme glasklar war, dass dieser Kindergarten vielen Kindern nicht gerecht wird, ihnen nicht gut tut oder sie sogar sehr unglücklich sind und keine Geborgenheit erfahren.
    Es muss besser werden und ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir raten können, was ich unternehmen kann. (Fragebogen, Jugendamt?)

    Mit freundlichen Grüßen
    U. Möller

    Antworten

    1. Lisa Jares:
      12.11.2017 um 14:05 Uhr

      Guten Tag,
      ich würde Ihnen raten das Gespräch mit dem zuständigen Träger zu suchen. Jeder Träger hat i.R. eine Fachberatung, welche für die Kindertageseinrichtungen zuständig ist.
      Ansonsten wäre auch das Jugendamt (welches ebenfalls eine zuständige Abteilung für Kindertageseinrichtungen hat) der nächste Ansprechpartner.
      Mit besten Grüßen und viel Erfolg

      Antworten


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