malendes Mädchen

Wie kleine Kinder Medien nutzen

31.05.2015 Kommentare (0)

So gerne manche Eltern eine Welt ohne Medien hätten - niemand kann die Kinder heute von den Medien dauerhaft fernhalten. Es erhebt sich also die Frage, wie Kinder welche Medien nutzen und was daraus für pädagogische Schlüsse zu ziehen sind.

In einer repräsentativen schriftlichen Befragung von "Haupterziehern", meistens den Müttern, wurde die Mediennutzung 2- bis 5jähriger Kinder ermittelt. Herausgegeben hat die Ergebnisse der Studie der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest .

 Aus der Zusammenfassung:

"Die Kinder selbst besitzen selten eigene Mediengeräte, am häufigsten finden sich Kassettenrekorder oder CD-Player, knapp ein Viertel der Kinder zwischen zwei und fünf Jahren verfügt über ein solches Gerät.

Der Alltag der Zwei- bis Fünfjährigen wird vom Spielen (mindestens einmal pro Woche: drinnen 99% , draußen 93) bestimmt. Außerdem ist die Beschäftigung mit Büchern (anschauen/ vorlesen: 87% ) sowie Fernsehen (79% ) stark im Alltag der Kinder verankert. 

Neben Fernsehen spielen auch kreative Tätigkeiten wie Malen, Basteln und Zeichnen (75 % ) sowie Treffen mit Freunden (68 % ) eine wichtige Rolle, insbesondere bei den Vier-bis Fünfjährigen.

Nach Angaben der Haupterzieher sehen die Mädchen und Jungen durchschnittlich 43 Minuten pro Tag fern (2-3 Jahre: 34 Min., 4-5 Jahre: 52 Min.), ihre ersten Fernseherfahrungen haben die Kinder im Schnitt mit 2,1 Jahren gemacht. Der „KiKA “ von ARD und ZDF ist der beliebteste Fernsehsender der Kinder. Bei den liebsten Fernsehsendungen ist „Unser Sandmännchen“ bei den Zwei-bis Dreijährigen auf dem ersten Platz. Mit Abstand folgt „Die Sendung mit der Maus“ vor „Wicki und die starken Männer“, der „Sesamstraße“ oder „KiKANiNCHEN“. Die älteren Kinder favorisieren schon eine viel größere Bandbreite an verschiedenen Sendungen.

Bücher haben für die Vorschulkinder einen zentralen Stellenwert. Die Hälfte der Zwei- bis Dreijährigen und gut ein Drittel der Vier- bis Fünfjährigen beschäftigt sich (fast) jeden Tag mit Büchern, dabei liegt die durchschnittliche Nutzungsdauer nach Aussage der Haupterzieher bei 26 Minuten. Außerdem ist das Buch das Medium, das bei der gemeinsamen Nutzung mit den Eltern zusammen die größte Rolle spielt. Die Lieblingsbücher der Kinder kommen hauptsächlich aus dem Genre der Tier- oder Bauernhofgeschichten.

Spielkonsolen, Computer, Tablet -PCs, Smartphones und das Internet werden nach Angaben der Haupterzieher nur von einem sehr kleinen Teil der Kinder genutzt. Mehr als 80 Prozent der Kinder haben noch keinerlei Erfahrungen mit diesen Medien gemacht. Unabhängig von der Nutzung der Kinder haben die Eltern konkrete Einstellungen und Meinungen zum Thema Computer und Internet. So sind knapp neun von zehn Haupterziehern der Meinung, das Internet sei für Kinder gefährlich. Drei Viertel meinen, Kinder sollten nur im Netz unterwegs sein, wenn auf dem PC ein spezielles Filterprogramm installiert ist. Nur 13 Prozent der Eltern würden ihrem Kind erlauben, das Internet ohne Aufsicht zu nutzen. Beim Thema Kompetenzvermittlung sehen die Eltern sich selbst und später dann die Schule gleichermaßen in der Pflicht.

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Hinsichtlichder Fernsehnutzung, die bei den Vier-bis Fünfjährigen bereitseine knappe Stunde pro Tag einnimmt,könnten Themen wieFunktions-und Wirkungsweise des Fernsehens bereits indieser Altersgruppe spielerischangesprochen werden. Das Thema Medienerziehungsolltenicht erst mit dem Schuleintritt Beachtung finden,sondern eine Basis für den kompetenten Medienumgang sollte idealerweise schon in der frühen Kindheit geschaffen werden.
Auch wenn die Zwei-bis Fünfjährigen selbst noch kein allzu breites Spektrum verschiedener Medien nutzen, kommen sie in Kontakt mit vielen verschiedenen Medien. Hierbei sollten sie von Eltern und Erziehern begleitet werden."

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

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