Laptop, Bücher und Notizblock mit Stift

"Wir haben hier Tolles erlebt"

Tatjana Fuchs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Alanus Hochschule

05.02.2013 Kommentare (0)

Regina Juchem und ihre Kommilitonin Renate Weger studieren seit fast zwei Jahren neben ihrem Erzieherinnenberuf im Teilzeit-Studiengang Kindheitspädagogik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Ein Rückblick.

Regina Juchem ist eine resolute Frau. Man kann sich gut vorstellen, wie sie in ihrem Job als Erzieherin in einem städtischen Familienzentrum Kinder aus sozialen Brennpunkten betreut. Vor zwei Jahren hat sich Juchem an der Alanus Hochschule im Teilzeit-Studiengang Kindheitspädagogik eingeschrieben. „Ich wollte mich weiter entwickeln, mich bilden“ beschreibt sie ihre Motive für die Aufnahme des berufsbegleitenden Studiums. Das Leben mit Studium und Beruf erlebt sie als große Anstrengung und Bereicherung zugleich: „Neben dem Beruf ist das schon happig, das geht nur mit einer großen Eigenmotivation“. Das sieht auch ihre Kommilitonin Renate Weger so. Die großgewachsene Frau mit der farbenfrohen Kleidung ist in einer Einrichtung tätig, die nach den Grundsätzen der Waldorfpädagogik arbeitet. Sie hat das Studium der Kindheitspädagogik an der Alanus Hochschule 2011 gemeinsam mit Regina Juchem und 11 anderen ausgebildeten ErzieherInnen aufgenommen. „Nach einem Arbeitstag noch einen Reflexionsbericht zu schreiben oder mich auf Prüfungen vorzubereiten, war für mich die größte Herausforderung im Studium – aber ohne diese hätte ich mich mit vielen Themen nicht so intensiv beschäftigt.“ Davon profitiere sie nun: „Ich habe mir wirklich etwas erarbeitet und meine Kompetenzen erweitert“, sagt sie stolz. Sie habe das Studium aufgenommen, um Einblicke in andere pädagogische Bereiche neben der ihr vertrauten Waldorfpädagogik zu gewinnen. „Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen hat für mich Welten eröffnet. Ich habe mich intensiv mit Themen beschäftigt, von denen ich vorher nicht einmal gehört hatte.“ Sie betrachte ihre pädagogische Arbeit nun mit einem wesentlich breiteren Blick.

 „Der Austausch zwischen den Studenten, Pädagogen aus ganz verschiedenen Richtungen, war eine sehr große Bereicherung“, betont Weger. Der Austausch zwischen den verschiedenen erziehungswissenschaftlichen Ansätzen wie Waldorf- oder Montessoripädagogik und Allgemeiner Pädagogik ist ein zentrales Merkmal des Studiengangs. Weger beschreibt enthusiastisch: „In der Gruppe wird das weiter getragen, was im Konzept des Studiengangs verankert ist und von den Lehrenden gelebt wird“. Diesen Eindruck kann Juchem nur unterstreichen: „Die Diskussionen haben mir sehr viel gebracht – und es wurden viele Vorurteile ausgeräumt“. Ebenso wichtig wie die von den DozentInnen vermittelten Inhalte scheinen die unter den KommilitonInnen diskutierten und ausgetauschten Inhalte zu sein. „Die Auseinandersetzung mit meinen Kommilitonen hat mir sowohl fachlich als auch menschlich sehr viel gebracht“, stellt Regina Juchem begeistert fest, „wir haben hier Tolles erlebt“.

Vorurteile konnten auch an anderen Stellen beigelegt werden. Gerne erzählen beide von Seminaren des Studium Generale und Kursen zur Kunstpraxis, die Bestandteil des Studiums sind. Dazu gehören Philosophie, Ästhetik und Kunsttheorie, Malerei, Bildhauerei und Eurythmie. Die Inhalte sollen die Studenten zur Reflexion anregen, ihre Urteilskraft schärfen und die Teamfähigkeit schulen. „Diese Angebote waren ein Grund, mich an der Hochschule einzuschreiben“, so Juchem. Weger betont den Wert für ihre persönliche Entwicklung. „Es ist in meinen Augen sehr wertvoll, wenn ich mich mit Themen und Tätigkeitsfeldern beschäftige, die auf den ersten Blick nichts mit meinem Beruf zu tun haben.“ Sie habe auf diese Weise Kompetenzen erworben, die sie persönlich weitergebracht hätten.

Nach vier Semestern steht bei Regina Juchem und Renate Weger nun die Bachelorarbeit an. Beide möchten in Kontakt mit ihren KommilitonInnen bleiben. „Ich weiß jetzt, wo meine Kompetenzen und die der anderen liegen – eine gute Voraussetzung für berufliche Kontakte“. Nach den Veränderungen gefragt, die sich durch das Studium ergeben haben, muss Regina Juchem nicht lange überlegen: „Meine Haltung und mein Denken im Beruf sind professioneller geworden. Und das Ganze hier hat mir menschlich unheimlich viel gebracht.“ Das nimmt man ihr ab.

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